Schriftgröße:
Foto zum Thema " Auferstehung " - Foto von Marco Abrar - BahaiPictures.com
 

Auferstehung

In der "Endzeit" erwarten Christen die Auferstehung der Toten. "Auferstehung" hat für Bahá'í jedoch nichts mit dem physischen Körper zu tun. Der Körper des Menschen zerfällt mit seiner Auflösung in seine Atome, die niemals wieder zum gleichen Körper zusammengesetzt werden. "Auferstehung" ist vielmehr die Geburt des einzelnen Menschen zu geistigem Leben, dies durch die Gabe des Heiligen Geistes, übermittelt durch den Offenbarer Gottes. Das "Grab", von welchem er sich dabei erhebt, ist das "Grab der Unwissenheit", das "Grab der Nachlässigkeit Gott gegenüber". Der "Schlaf", aus welchem der Mensch erwacht, ist kein körperlicher, sondern der "geistige Schlafzustand", in dem viele das Dämmern des "Tages Gottes" erwarten, jedoch nicht wahrnehmen.

Die "Dämmerung des Tages Gottes" gibt allen Menschen Licht, unabhängig davon, ob sie sich im Körper oder außerhalb des Körpers befinden. Doch jene, die geistig blind sind, können dies nicht begreifen. Der Auferstehungstag ist kein normaler Tag (vierundzwanzig Stunden); er ist ein Zeitalter, das mit Bahá'u'lláhs Kommen begonnen hat und dauern wird, solange der durch Bahá'u'lláh eingeleitete Weltzyklus dauert.
Foto zum Thema " Auferstehung " - Foto von Marco Abrar - BahaiPictures.com
In der Geschichte haben sich viele religiöse Missverständnisse angehäuft. Weder ist die "Auferstehung" körperlich gemeint, noch kann unter "Weltuntergang" die Vernichtung der irdischen Welt verstanden werden. Die Erde muss nicht vernichtet, sondern erneuert und wiedergeboren werden. Dies ist die tiefere Bedeutung des "Jüngsten Gerichts". Der Tag des "Jüngsten Gerichts", von welchem Christus sprach, ist mit dem Kommen des Herrn der Heerscharen, des Vaters (wie es von Jesaja und andern Propheten des Alten Testaments prophezeit wurde) gemeint, wohl eine Zeit schrecklicher Strafe für die Gottlosen, aber eine Zeit, in welcher Gerechtigkeit geschaffen wird und Rechtschaffenheit herrschen soll, auf Erden wie im Himmel.
Der Posaunenruf, von dem Christus, Muhammad und viele andere Propheten sprachen, bedeutet den Ruf der göttlichen Manifestation zur Auferstehung, der erschallen wird für alle, die im Himmel und auf Erden sind, d.h. für die diesseitigen und jenseitigen Menschen.

Die Erkenntnis eines neuen Gottesoffenbarers ist stets mit einer geistigen Auferstehung des Erkennenden verbunden. Die innere Erkenntnis des neuen Tages Gottes, die Annahme einer neuen Gottesoffenbarung für ein neues Zeitalter, setzt eine geistige Wiedergeburt, eine geistige Erneuerung, eine geistige Auferstehung des Menschen voraus. Die Völker dieser Erde stehen vor der großen Aufgabe, diese geistige Auferstehung zulassen, wollen sie einen dauerhaften Frieden erzielen und zu "einem Volk" unter der Schirmherrschaft Gottes bzw. seinen Gesandten Bahá'u'lláhs zusammen wachsen.

Auch die Auferstehung Christi ist nicht in körperlicher Form geschehen. In "Beantwortete Fragen" schreibt 'Abdu'l-Bahá´:

"Die Auferstehung der göttlichen Offenbarer ist keine körperliche. Ihre Stellung und ihre Erscheinungsweise, ihr Tun und ihre Einrichtungen, ihre Lehren und ihre Ausdrucksweise, ihre Gleichnisse und ihre Unterweisungen haben geistige und göttliche Bedeutung und sind nicht an die stoffliche Welt gebunden."

Foto zum Thema " Auferstehung " - Foto von Marco Abrar - BahaiPictures.com