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(3) Wiederkunft Christi
"in der Herrlichkeit des Vaters"
Das zweite Kommen Christi
In allen bisherigen Gottes-Offenbarungen finden sich Hinweise auf das Erscheinen eines großen "Welterlösers". Während andere Religionen diesbezüglich von dem "Zehnten Avatara", dem "Fünften Buddha", dem "Buddha-Maitreya", dem "Sháh Bahrám", dem "Herrn der Heerscharen" und dem "Mahdi" sprechen, zeugen Stellen des Neuen Testamentes von der "Wiederkunft Christi in der Herrlichkeit des Vaters" (Matthäus 16:27). Mit dem zweiten Kommen Christi wurden - wie prophezeit - die geistigen Voraussetzungen für die Entstehung des "Königreiches Gottes auf Erden" geschaffen.
Das zweite Erscheinen Christi wird mit dem "Tag Gottes" und dem "Jüngsten Gericht" in Verbindung gebracht. Auch ist vom "Ende der Welt" die Rede. Vorstehende Begriffe meinen nach Bahá'u'lláh jedoch keinen physischen Weltuntergang, sondern vielmehr das "Ende eines Zeitalters", quasi das Ende eines alten Bewusstseins. Das "neue Jerusalem", der "neue Himmel" und die "neue Erde" weisen auf eine neue Stufe der Menschheitsentwicklung hin, eine Zeit der Reife, des geistigen Erwachsen-Werdens bei zunehmender Mündigkeit und Verantwortungsfähigkeit. "Dein Reich komme, wie im Himmel so auf Erden" ist mit der Wiederkunft jenes "Geistes der Wahrheit" (Christus) verbunden, der die Menschen nunmehr "in die volle Wahrheit" führen wird.
Für Christus war das "Reich Gottes auf Erden" die Erfüllung eines großen göttlichen Erlösungsplanes. Bei seinem zweiten Kommen prophezeite er, dass nach einer Zeit des "Geringeren Friedens" (auf politischer Ebene) der "Größte Friede" (auf geistiger Ebene) erreicht werde.
Mahnung zur Wachsamkeit
Christus mahnte seine Anhänger hinsichtlich seiner Wiederkunft zur Wachsamkeit (Matthäus 24:42). Der Tag des Herrn werde kommen "wie ein Dieb" (2. Petrus 3, 10). Des Menschen Sohn werde zu einer Stunde erscheinen, in der man ihn nicht erwarte (Lukas 12:39-40) und hoffe daher, seine Anhänger nicht unvorbereitet vorzufinden (Markus 13:35-36). Christus kündigte zudem an, er werde unter einem anderen Namen kommen; auch seine neuen Anhänger würden einen anderen Namen tragen (siehe auch Jesaja 62:2, 65:15).

Wiederkunft Christi - eine willkommene Botschaft!
Jeder, der sich mit Christus intensiver befasst, wird feststellen, dass sein Erdenleben zu den größten Geschenken Gottes an die Menschheit zählt. Sein Leben und Wirken unter den Menschen war makellos rein und hat bis heute höchsten Vorbildcharakter. Die Lehren Christi haben sich überaus segensreich auf das Leben vieler Menschen ausgewirkt. Für all jene, die von der Liebe zu Christus erfüllt sind, kann es im Grunde keine frohere Botschaft geben als die von der Wiederkunft ihres Herrn. Als der Autor dieser Seite, der als Bahá'í zugleich Christ ist, erstmals mit der Botschaft von der Wiederkunft Christi in Berührung kam, war es für ihn die größte Selbstverständlichkeit, unverzüglich mit der intensiven Überprüfung dieser Nachricht zu beginnen. Diese Homepage will den Leser an den Ergebnissen dieser "Forschungsreise" teilhaben lassen.
Ein Gewinn für die Menschheit
Menschen, die mit der Nachricht von der Existenz einer neuen Gottesoffenbarung erstmals in Berührung kommen, reagieren oft mit Skepsis oder Misstrauen. Einige verschließen sich und halten an gewohnten Anschauungen fest. Die frohe Botschaft von der Wiederkunft Christi erweckt in ihnen keine neugierige Freude, sondern bewirkt befremdende Abwehr. Sie sind überzeugt, dass "ihr" Gottesoffenbarer der einzige und daher auch der letzte sei.
Diese Haltung schließt den Entwicklungsaspekt des Lebens weitgehend aus und betrachtet Gott als ein eher statisches Wesen. Ein "statischer Schöpfer" ist jedoch der größtmögliche Widerspruch in sich. Alle Weisheitslehren der Menschheitsgeschichte lehren uns, dass "alles fließt" und nichts dauerhaft statisch ist. Man denke beispielsweise an den Taoismus, das Buch der Wandlungen (I Ging) oder auch an die "Stufen" von Hermann Hesse.

Wenn in der Natur alles mehr oder weniger in Bewegung ist und im gesamten Jahresverlauf der Wandel unmittelbar und überall beobachtet werden kann - warum sollte ausgerechnet Gott als der Quell und Schöpfer dieser sich ständig wandelnden Schöpfung am dauerhaften Fixieren eines Zustandes und Einfrieren des Status quo Interesse haben?
Der Mensch hat den göttlichen Auftrag, geistig zu wachsen, sich somit wachsend immer neu zu wandeln und dabei eine fortschreitende Kultur zu entfalten.
Liegt es vor diesem Hintergrund nicht nahe, dass Gott die Menschheit von Zeit zu Zeit mit neuen Lerninhalten versorgt und diese durch neue geistige Lehrer vermitteln lässt? Jede neue Gottesoffenbarung ist für die Menschheit ein großer Gewinn; sie birgt unzählige Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen der Sinnfindung.
Neues führt nur dann zu "Verlust"-Angst, wenn die (trügerische) Sicherheit im Festhalten am Alten als höchst erstrebenswert angesehen wird. Ein Schritt nach vorn geht immer mit dem Verlust des vorher eingenommenen Standortes einher. Die Aufgabe alter Sichtweisen ist sogar Voraussetzung für den Gewinn des Neuen. Wer sich dem Fluss des sich wandelnden Lebens stellen will, muss bereit sein, Altes loszulassen bzw. zu relativieren und sich auf Neues einzustellen. Dies betrifft alle Lebensbereiche und damit auch die Religion.
Das "Tausendjährige Reich"
Menschen, die das Erscheinen eines neuen Gottesoffenbarers ausschließen und fest überzeugt sind, dass "ihr" Gottesbote der "einzig Wahre" und folglich der "letzte" sei, ist das in der Bibel prophezeite "Tausendjährige Reich" ein Zustand, der "fix und fertig" vom Himmel herabgereicht wird. Der Mensch bekommt dieses Reich quasi "von oben serviert", ohne dabei auch nur einen einzigen Finger rühren zu müssen.
In dieser Vorstellungswelt gibt es keinen Entwicklungsgedanken, besteht keine Eigeninitiative, existiert kein geistiges Wachstum. In diesem Bewusstsein des "spirituellen Schlaraffenlandes" ist das Schicksal vorbestimmt, spielt der Mensch keine aktiv handelnde Rolle.
Im Gegensatz hierzu besteht für die Bahá'í neben dem "bestimmten Schicksal" ein großer Aktionsrahmen innerhalb des "unbestimmten Schicksals", der für die Menschwerdung unerlässlich ist, in dem der Mensch als ein entscheidungsfähiges Wesen die volle Verantwortung für sein Tun und Lassen übernimmt.
Die Grundlagen für das "Tausendjährige Reich" sind durch den wiedergekehrten Christus bereits im 19. Jahrhundert gelegt und in der überaus umfangreichen Offenbarung Bahá'u'lláhs ausführlich aufgezeigt worden. Das "Goldene Zeitalter" wird dem Menschen nicht ohne dessen Zutun geschenkt; er muss es vielmehr "erarbeiten" und "aktiv mitgestalten", wobei andererseits Bahá'u'lláh seine Hilfe zugesagt hat.
Gott entlässt den Menschen im beginnenden "Zeitalter des Erwachsen-Werdens" erst recht nicht aus der Eigenverantwortung, sondern fordert die Menschheit auf, Seinen Willen mit größten Anstrengungen in der irdischen Realität zu verwirklichen.
Die Zeit des Wartens, Erwartens und Wünschens der geistigen Kindheit ist mit dem Kommen des wiedergekehrten Christus endgültig vorbei. Der Mensch ist nunmehr aufgefordert, das "Kollektivbewusstsein der Herde" zu verlassen und seinen "geistigen Individuationsweg" (C.G. Jung) zu beschreiten, um als bewusst werdender Einzelner eigenverantwortlich am Aufbau des "Tausendjährigen Reiches" im "Goldenen Zeitalter" mitzuwirken.

Dieb in der Nacht
William Sears hat in seinem Buch "Dieb in der Nacht" (Bahá'í-Verlag) zahlreiche Wiederkunftsvoraussagen des Alten und Neuen Testamentes zusammengestellt und interpretiert. Diese höchst mühevolle und zugleich überaus spannend geschriebene schriftstellerische Leistung sei jedem suchenden Christen empfohlen, der die folgenreiche Behauptung überprüfen möchte, in Bahá'u'lláh sei Christus "in der Herrlichkeit des Vaters" bereits im 19. Jahrhundert erschienen.
Sears führt auf S. 197 aus:
Bahá'u'lláh verband während Seiner ganzen Sendung Sein eigenes Leben mit dem von Christus. Nachdem Er Steinigung, Geißelung und Gefangenschaft erduldet hatte, erhob Bahá'u'lláh Seine Stimme und rief aus:
"Wenn es eure Absicht ist, Jesus, den Geist Gottes, noch einmal zu kreuzigen, so tötet Mich, denn Er ist euch in Meiner Person noch einmal offenbart worden. Verfahrt mit Mir, wie es euch beliebt, denn Ich habe gelobt, Mein Leben auf dem Pfade Gottes hinzugeben."
Damit drückte Bahá'u'lláh die Einheit des Heiligen Geistes aus, der in allen Boten Gottes erscheint, und verband sich selbst mit Christus. Er bot sich selbst als Zielscheibe dar für die schimpflichen Behandlungen, mit denen die Welt Jesus Christus überhäuft hatte:
"Ergreift Mich und verfolgt Mich, denn Ich bin Sein Vielgeliebter, die Offenbarung Seines eigenen Selbstes, obgleich Mein Name nicht der Seine ist. Ich bin im Schatten der Wolken der Herrlichkeit gekommen."
Wie Christus vorausgesagt hatte, tadelte Bahá'u'lláh die Welt, weil der "Fürst der Welt" (Christus) von dem Volk verurteilt wurde... Bahá'u'lláh "verherrlichte" zu jeder Zeit den Namen Christi in Seinen Schriften. Die Größe Christi war ein sehr beliebtes Thema Bahá'u'lláhs.
Christus und Bahá'u'lláh
George Townshend war Domherr der St. Patrick-Kathedrale in Dublin, Archidiakon von Clonfert, als er erkannte, dass das Königreich Gottes, wie es in der Bibel in allen Einzelheiten vorausgesagt wurde, mit dem Kommen Bahá'u'lláhs angebrochen ist. In seinem Vorwort heißt es u.a.:
"Das Kommen des Königreiches Gottes auf Erden ist in allen geoffenbarten Weltreligionen gleichbedeutend mit dem Erscheinen des höchsten Welterlösers, des Herrn der Heerscharen, die wiedergekehrten Christus, des Qá'im, des Neuen Buddha. "Eine Herde und ein Hirte" sollen an die Stelle der vielen sich widerstreitenden und voneinander getrennten Menschengruppen treten. Diese außerordentliche Verheißung, die ursprünglich vor vielen tausend Jahren ausgesprochen wurde, hat keiner der großen Propheten aufgegriffen, bis im neunzehnten Jahrhundert Bahá'u'lláh, der Begründer des Bahá'í-Glaubens, den Machthabern und religiösen Führern der Welt verkündete, dass Er dieser Erlöser und Träger der göttlichen Botschaft an den modernen Menschen sei."
Dieses Buch ist nicht allein für Christen eine wahre spirituelle Schatztruhe.

Das Pharisäer-Prinzip
Da Christus in den Augen der damaligen jüdischen Schriftgelehrten die "Zeichen" nicht erfüllte, die im Zusammenhang mit der Ankunft des Messias erwartet wurden, endete der Sohn Gottes schließlich am Kreuz.
Analysiert man das damalige Zeitgeschehen, kristallisieren sich Verhaltensstrukturen heraus, die im Weiteren als "das Pharisäer-Prinzip" bezeichnet werden.
- In der Ankunftszeit eines Gottgesandten haben die Geistlichen fest gefügte Erwartungen (gedankliche Fixierungen).
- Die Erwartungen und Zeichendeutungen der Geistlichen sind sehr nahe am Wortlaut der Heiligen Schriften orientiert und daher meistens oberflächlich und unzutreffend.
- Da die Prophezeiungen nicht in ihrem tieferen Sinn erfasst werden, bleibt der Gottgesandte letztlich unerkannt.
Der nicht erkannte und nicht anerkannte Gottesbote wird als "Bedrohung" der bestehenden geistlichen Weltvorstellungen gesehen und daher ablehnend behandelt.
- In einigen Fällen endete die Verfolgung der Gottesoffenbarer mit deren Hinrichtung (Christus und Báb).
- Die neuen religiösen Impulse werden behindert, gebremst, verleumdet und entstellt. Unter den praktizierten Methoden finden sich Verfälschungen und Verdrehungen religiöser Gegebenheiten und Schriften, Enteignung, Plünderung, Verfolgungen vielfältiger Art.
Dieses Pharisäer-Prinzip war nicht nur zur Zeit Christi wirksam, sondern ist auch beim Báb und bei Bahá'u'lláh in klassisch-übler Ausprägung leidvoll erfahren worden. Es wirkt bis in die heutige Zeit hinein, besonders im Iran, wo die Verfolgung der Bahá'í gegenwärtig am heftigsten ist. Auch in christlichen Kreisen haben sich bislang schon häufiger Verhaltensweisen gezeigt, die dieses Pharisäer-Prinzip deutlich zum Ausdruck brachten.
Das Pharisäer-Prinzip kann den Anhängern der jeweils neuen Religion großes Leid zufügen und für standhaft Gläubige eine enorme Herausforderung sein. Doch werden auch die heutigen Pharisäer die neue göttliche Botschaft für dieses neue Zeitalter nicht aufhalten können.
- Diese "neue Religion" wird unaufhaltsam ihren Weg beschreiten.
- Diese "historisch jüngste Religion" wird immer mehr suchende Menschen begeistern.
- Diese "moderne Religion" wird durch ihre Inhalte überzeugen.
- Diese "Religion von morgen" wird während der Dauer eines ganzen Zeitalters das Wort Gottes verkünden.

Vor mehr als 2.000 Jahren wurde der Sohn Gottes verkannt und durch den Einfluss der Geistlichen hingerichtet. Als der Sohn Gottes auf der Stufe des Vaters wiederkehrte, wurde Er von den Geistlichen erneut verkannt. Christus (in der Herrlichkeit des Vaters) schrieb Briefe an die weltlichen und geistlichen Führer der damaligen Zeit, doch fanden Seine Schreiben bei den Betreffenden nur wenig Gehör. Bis zum heutigen Tag wird der wiedergekehrte Christus von den Institutionen bestehender Religionen totgeschwiegen.
Wie ernst ist es den christlichen Würdenträgern mit der Wiederkunft ihres Herrn? Ist Er ihnen wirklich willkommen oder ist Er für sie etwa die denkbar größte Gefahr? Man muss schon innehalten bei der Vorstellung, dass derjenige, der tagtäglich angebetet und in unzähligen Gotteshäusern verehrt wird, bei Seiner Wiederkunft Desinteresse, Verleugnung und Ablehnung erfährt.
Der Autor dieser Seite hört nahezu regelmäßig die sonntäglichen evangelische und katholische Morgenandacht in Bayern 1. Wie oft wurde in all den vielen Monaten das Thema "Wiederkunft Christi" behandelt und wie oft schienen die Geistlichen am Mikrophon diese Wiederkunft auch wirklich herbeizusehnen. Im Wissen darum, dass das Pharisäer-Prinzip die öffentliche Anerkennung der Wiederkunft Christi nicht erwarten lässt, kamen in solchen geistig heiklen Rundfunk-Momenten stets herzzerreißende Stimmungen auf.

Kirche der Zukunft
Für einen wahren Christen kann es im Grunde keine frohere Botschaft geben als die von der Wiederkunft Christi. Keine andere Nachricht kann den echten Christen tiefer bewegen als die Mitteilung, dass der Sohn Gottes bereits im 19. Jahrhundert auf der Stufe des Vaters mit Seinen heiligen Füßen diese unsere Erde berührt und mit Seiner strahlenden Gegenwart geheiligt hat.
Der menschliche Verstand ist nicht fähig, Höheres zu denken als die Ankunft des in allen Religionen angekündigten Großen Weltenlehrers, des Christus in der Herrlichkeit des Vaters.
In den Niederlanden gibt es eine Immobilienmaklerin, die bereits eine große Anzahl Kirchen verkauft hat. Kirchengebäude werden umfunktioniert zu Diskotheken, Wohn- und Geschäftsgebäuden sowie anderen Zwecken untergeordnet. Dieser Trend ist keinesfalls auf Holland beschränkt. In Deutschland werden aus Kostengründen Kirchengemeinden zusammengeschlossen. Die Finanzsituation der Kirchen wird vielerorts als "kritisch" eingestuft. Doch kaum jemand hat bislang die wahren Ursachen für die mannigfaltigen Nöte der Kirchen erkannt.
Können Kirchen auch ohne den bereits wiedergekehrten Christus in die ferne Zukunft schreiten? Wie könnte es vereinbar sein, dass man sich einerseits Christus widmet und andererseits dessen historische Wiederkunft unbeachtet lässt? Kann die Theologie der Zukunft an der historischen Tatsache des wiedergekehrten Christus vorbeigehen, ohne Ihn auch nur eines Blickes zu würdigen?
Wenn Gott, der allmächtige und erhabene Herr aller sichtbaren und unsichtbaren Welten den seit Jahrtausenden prophezeiten Großen Weltenlehrer in diese sichtbare irdische Wirklichkeit sendet, um der gesamten Menschheit die frohe Botschaft von der Einheit der Menschheit zu übermitteln, sind auch Theologie und Kirche durch Gott - wie alle anderen Menschen auch - aufgerufen, im Rahmen unabhängiger Suche nach Wahrheit das historische Offenbarungsgeschehen im 19. Jahrhundert in Unabhängigkeit ernsthaft zu prüfen und die neuen Heiligen Schriften unabhängig und gründlich zu studieren.
Machen wir uns abschließend nochmals bewusst: Niemand kann ernsthaft leugnen, dass es für wahre Christen Kostbareres geben kann als die Wiederkunft ihres Herrn auf dieser Erde!

Ersatzreligionen
In der heutigen Zeit, in der viele Christen aus ihrer Kirche austreten, stellen sich immer mehr Menschen die Frage, ob eine Wiederbelebung ihres erloschenen Gottes-Glaubens möglich ist. Es herrscht vielerorts Unsicherheit dahingehend, ob ihr Glaube an Gott überhaupt erneuerbar ist, ob ein möglicherweise wiederbelebter Glaube von Dauer sein kann und ob der Wunsch nach einem völlig neuen Glauben ins Land der Utopie gehört.
Zahlreiche Menschen haben nach der Abkehr von ihrem bisherigen Glauben ihr Suchen auf die Esoterik konzentriert und/oder fernöstliches Gedankengut in ihr Leben einbezogen. Ersatzreligionen mannigfaltiger Art stehen schon seit Jahren hoch im Kurs. Auch das wachsende Bedürfnis nach Geistheilung ist ein deutlicher Hinweis auf großen "spirituellen Hunger".

Da Theologie und Kirche der Gegenwart diese spirituelle Sehnsucht offenbar bei vielen Menschen nicht zu stillen vermögen, wandern diese Menschen ab und wenden sich vielfältigen alternativen Wegen zu, zu denen auch die Tiefenpsychologie gehört.
Angesichts bestehender Enttäuschungen scheint die Hoffnung weitgehend erloschen, von Gott selbst neue Zeichen erhalten zu können. Der Name "Gott" ist sprachlich längst durch "Universum" und die "Kraft Gottes" durch "universelle Energie" ersetzt. Es geht dabei nicht mehr um "religiöse Glaubenskraft", sondern vielmehr um "spirituelle Energie".
In vielen heutigen spirituellen Gedanken-, Literatur- und Erlebniswelten hat Gott allenfalls "Altertumswert", ist Religion "überholt" und für die neue Zeit offenbar kein aktuelles Thema. Man ist von dem "alten Glauben" so sehr enttäuscht und so weit abgerückt, dass gar kein Raum für die Möglichkeit eines "neuen Glaubens" gelassen wird.
Erst nach längerem Zögern lassen Suchende "Raum" entstehen für Gedanken an eine "neue Religion". eine "neue Weltreligion", eine "neue Botschaft Gottes", eine "neue Offenbarung Gottes". Ein "neuer Prophet Gottes", ein "neuer Bote Gottes", ein "neuer Gesandter Gottes" muss sprachlich zunächst neu "entdeckt" werden, weil die Möglichkeiten dazu nicht mehr in ernsthaft in Betracht gezogen wurden.

Da die Geistlichkeit an keinem Ort der Erde in aller Öffentlichkeit von einer bereits erfolgten "neuen Gottesoffenbarung" gesprochen und diese öffentlich als "echt" bestätigt hat, haben die Gläubigen bestehender Religionen den Gedanken an die Möglichkeit einer Gottesoffenbarung für die heutige Zeit bislang noch nicht aktiviert. Man muss sich erst langsam daran gewöhnen, dass Gott einen "neuen göttlichen Botschafter" mit einer "neuen göttlichen Mission" betraut und durch eine "neue göttliche Manifestation" den klaren Weg in eine hoffnungsvolle Zukunft gewiesen haben kann.
Kann eine "neue Theologie", eine "künftige Theologie", eine "Theologie der Zukunft" mittel- oder langfristig ohne einen "neuen Gottesboten" auskommen? Wird sie ihn - wenn er gekommen ist - willkommen heißen und ihm die erforderliche Aufmerksamkeit widmen? Ist eine "neue Kirche", eine "künftige Kirche", eine "Kirche der Zukunft" möglich, ohne die Prophezeiungen des Alten und Neuen Testamentes von der Ankunft eines großen göttlichen Weltenlehrers wirklich ernst zu nehmen? Ist man für die Wiederkunft Christi bereits ausreichend vorbereitet? Immerhin hat Christus Sein Kommen zu einer Zeit vorausgesagt, in der man Ihn nicht erwartet.

Jüngstes Gericht und Weltuntergang
Für Bahá'í bedeutet das "Jüngste Gericht" kein "Ende der Welt", keinen "physischen Weltuntergang", auch wenn die Umweltkatastrophen, militärischen Konflikte und sozialen Unruhen in vielen Teilen der Welt eine Apokalypse durchaus als "möglich" erscheinen lassen.
Das "Jüngste Gericht" weist vielmehr auf eine neue Aus-Richtung des menschlichen Bewusstseins hin, eine Neu-Orientierung der Menschheit nach erfolgter neuer Gottesoffenbarung. Mit jeder neuen Ausgießung des Heiligen Geistes öffnet Gott ein "neues Zeitfenster", eröffnet Gott ein "neues Zeitalter", setzt Gott tiefgründige Wandlungs- und Wachstumsimpulse frei.
So gesehen, bedeutet "Weltuntergang" den "Untergang einer alten Weltordnung" und das "Ende eines alten Bewusstseins". Von diesem Untergang ist in der Tat alles betroffen, was sich der göttlichen Aufforderung zur Wandlung widersetzt und nicht begreifen will, dass der Allmächtige selbst diesen globalen Wandel eingeleitet hat.

Auch wenn dies zunächst wenig glaubhaft ist, hat Gott selbst die Kirchen und anderen religiösen Institutionen weltweit einem enormen Wandlungsdruck ausgesetzt, dem fundamentale Erschütterungen folgen. Nichts kann sich der gigantischen Erneuerungskraft Gottes entgegen stellen. Die "Kirche von morgen" und die "Theologie von morgen" stehen unfreiwillig vor der großen Herausforderung, auf die neue Gottesoffenbarung konstruktiv zu reagieren.
Mit der Wiederkunft Christi wurde eine Wandlungsintensität eingeleitet, wie sie die Menschheit bislang noch nicht erlebt hat. Jedem einsichtigen Gläubigen wird es unschwer einleuchten, dass die Wiederkunft Christi "auf der Stufe des Vaters" mit einer wesentlich größeren Schöpfungs- und Schwungkraft verbunden ist, als sie "auf der Stufe des Sohnes" zum Ausdruck kam.
Bahá'u'lláh ist jener "Christus in der Herrlichkeit des Vaters", der die "Religion der Zukunft" in diese irdische Wirklichkeit brachte. Jeder ist aufgerufen, vorurteilsfrei zu prüfen, ob es eine "wahre Religion", eine "echte Religion" ist, eine "neue Religion Gottes". Wer wirklich prüfen will, findet unzählige Kriterien und Wege, sich davon zu überzeugen, ob der Anspruch Bahá'u'lláhs gerechtfertig ist oder nicht.
Den Geistlichen der Welt kommt hierbei eine überaus große Verantwortung zu, da unzählige Gläubige ihren Worten folgen. Solange die Geistlichen nicht in aller Klarheit und Eindeutigkeit auf den neuen Weg Gottes hinweisen, werden große Teile der Menschheit die neue frohe Botschaft Gottes nicht vernehmen.

Das Phänomen des Umkippens
In zahlreichen Prophezeiungen bisheriger Religionsstifter wird auf die Wiederkunft Christi hingewiesen und der Beginn einer neuen Gottesoffenbarung mit der (errechenbaren) Jahreszahl 1844 verbunden. Eine große Anzahl dieser Prophezeiungen ist auf dieser Webseite ausführlich vorgestellt und erläutert.
Es gibt jedoch noch weitere Phänomene, die dem geistig Aufgeschlossenen unmissverständlich anzeigen, dass dieses religiöse Großereignis der Wiederkehr Christi bereits stattgefunden haben muss.
- Eines dieser Zeichen ist das Phänomen des "Umkippens":
In der Biologie spricht man vom "Umkippen" eines Gewässers oder Biotops, wenn die selbst regulierenden Kräfte nicht mehr wirksam sind und kein Ausgleich mehr stattfindet. Ein biologisches System gerät in eine extreme Schieflage; es "kippt um", "stirbt" und dient nicht länger als "Lebensraum".
Was der heutige Mensch nur allzu gern symptomatisch betrachtet und erklärt, ist in Wirklichkeit ein geistiges Problem. Sobald das Leben zwischen den beiden schöpferischen Polen "Yin" und "Yang" nicht mehr rhythmisch schwingt, gerät es in Einseitigkeiten, Extremhaltungen und Übertreibungen.
Das rhythmische Schwingen wird durch Kreisen um einen einzigen Pol ersetzt.
Das Prinzip des "Umkippens" ist heute in zahlreichen Lebensbereichen in aller Klarheit erkennbar:
- Das deutlichste Beispiel für einseitiges Handeln findet man in den zahllosen Umweltvergehen (Abholzung der Regenwälder, radikale Ausbeutung der Bodenschätze, Verunreinigung der Luft, des Wassers und des Bodens) mit den Folgen der Klimakatastrophen, des Aussterbens vieler Pflanzen- und Tierarten, der Zerstörung von Lebensräumen für Pflanzen, Tiere und Menschen.
- Übermäßige Aufrüstung treibt die Staatsausgaben nach oben und bindet Geldmittel, die alternativ Kultur schaffend verwendbar wären.
- Zu hohe Staatsschulden schieben sich belastend über Generationen und vernichten kreative Gestaltungsmöglichkeiten.
- In Zeiten zusammenbrechender Moral und ethischer Werte werden die technisch perfektionierten Waffensysteme zur gigantischen Gefahr für alle Völker. Derartige Waffen in den Händen von Terroristen oder Gewaltherrschern stellen ein enormes Risiko für alle Menschen dar.
- Die Konzentration von Geld und Macht bei vergleichsweise wenigen Menschen verursacht Massenarbeitslosigkeit, moderne Sklaverei, Unterdrückung von Minderheiten und Massenarmut.
- Mit der Überbetonung aller Spielarten der Ichhaftigkeiten und der einseitigen Ausrichtung auf äußere, weltliche Werte, stirbt allmählich die Menschlichkeit, rückt Gott für den Menschen in weite Ferne, verlieren die Sinnthemen des Lebens ihre Attraktivität. Das menschliche Leben verliert sich in unzähligen Oberflächlichkeiten und Effekthaschereien. Die Gefühlswelt wird "pelzig" und "stumpf"; was bleibt, ist innere Leere.
Das Phänomen des "Umkippens" ist ein deutliches Alarmzeichen dafür, dass eine alte Bewusstseinsstruktur den Anforderungen eines neuen Zeitalters nicht gerecht wird. Mit jeder neuen Gottesoffenbarung erfolgen neue schöpferische Impulse Gottes, die eine Wandlung des menschlichen Bewusstseins einleiten und herbeiführen.
An dem Ausmaß der "Umkipp"-Phänomene kann man ablesen, dass eine neue Gottesoffenbarung längst stattgefunden haben muss. Bahá'u'lláh, der wiedergekehrte Christus (in der Herrlichkeit des Vaters) weist auf dieses "Stirb und Werde", diesen Übergang von einer alten Weltordnung in eine neue Weltordnung hin und macht in seinen Schriften deutlich, wie wichtig die Orientierung der Menschheit an den neuen göttlichen Offenbarungstexten ist, will sie nicht in einer globalen Katastrophe "umkippen".
Bahá'u'lláh äußert im Buch "Ährenlese":
"Neues Leben durchpulst in dieser Zeit alle Völker der Erde, und doch hat keiner seine Ursache entdeckt und seinen Grund erkannt."
(Text 96)
"Bald wird die heutige Ordnung aufgerollt und eine neue an ihrer Statt entfaltet werden."
(Text 4)
"Die Welt liegt in Wehen, und ihre Erregung wächst von Tag und Tag. Ihr Antlitz ist auf Eigensinn und Unglauben gerichtet."
(Text 61)
"Die Welt ist aus dem Gleichgewicht geraten durch die Schwungkraft dieser größten, dieser neuen Weltordnung. Das geregelte Leben der Menschheit ist aufgewühlt durch das Wirken dieses einzigartigen, dieses wundersamen Systems, desgleichen kein sterbliches Auge je gesehen hat."
(Text 70)
"Alles Erschaffene verkündet die Beweise dieser weltweiten Erneuerung."
(Text 43)
"Betrachtet die Stunde, da die höchste Manifestation Gottes sich den Menschen enthüllt."
(Text 78)
Durch die Orientierung an der neuen Gottesoffenbarung für dieses bereits im 19. Jahrhundert eingeleitete neue Zeitalter entwickelt sich das erforderliche neue (ganzheitlich-integrale) Bewusstsein.

Neben den Phänomenen des "Umkippens" gibt es weitere Indikatoren, die den Beginn eines neuen Zeitalters (nach erfolgter neuer Gottesoffenbarung) erkennen lassen; hier einige Beispiele:
- Moderne Verkehrs- und Kommunikationsmöglichkeiten lassen die Völker der Erde näher zusammen rücken.
- Unzählige neue Forschungen, Erfindungen und Entdeckungen haben das Wissen der Menschheit seit dem 19. Jahrhundert ganz erheblich erweitert.
- Die Demokratisierungsbestrebungen sind nicht mehr aufzuhalten.
- Frauen fordern ihre Rechte, fordern ihre Gleichberechtigung.
- Politisch und wirtschaftlich erfolgen weltweit zahlreiche Zusammenschlüsse.
- Die Nationen der Erde begreifen zunehmend ihre wechselseitige Abhängigkeit und ihre gemeinsame Verantwortung für unseren Heimatplaneten.
- Auf vielen Gebieten wird die Notwendigkeit von Weltgesetzen deutlich.
- Das Denken in Ganzheitsbezügen setzt sich in Schule, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft immer stärker durch.
Unaufhaltsam realisieren sich all jene Ziele, die Christus (Bahá'u'lláh) bei seinem letzten Kommen offenbarte. Die Menschheit befindet sich in einem tief greifenden Umwandlungsprozess, in dem sich die Strukturen einer neuen Weltordnung abzeichnen. Veränderungen in diesen Dimensionen sind klare Hinweise auf ein erneutes Eingreifen Gottes in die Menschheitsgeschichte, sind eindeutige Zeichen für das Erscheinen des großen Weltenlehrers, den Christus bei seinem ersten Kommen angekündigt hat.
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