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(10) Der Weltfrieden als Aufgabe und Verheißung
Der Weltfriede ist die vordringliche Aufgabe und gleichzeitig Verheißung Bahá'u'lláhs. "Die Zeit muss kommen, da die gebieterische Notwendigkeit für die Abhaltung einer ausgedehnten, allumfassenden Versammlung der Menschen weltweit erkannt wird. Die Herrscher und Könige der Erde müssen ihr unbedingt beiwohnen, an ihren Beratungen teilnehmen und solche Mittel und Wege erörtern, die den Grund zum Größten Weltfrieden unter den Menschen legen. Ein solcher Friede erfordert es, dass die Großmächte sich um die Ruhe der Völker der Erde willen zu völliger Aussöhnung untereinander entschließen" (Bahá'u'lláh: Ährenlese, 3. Aufl., Hofheim / Taunus 1980, S. 217).
Voraussetzungen für Weltfrieden
Erst wenn die Menschheit befriedet ist, wenn die Extreme von Armut und Reichtum beseitigt sind, die Menschheit als eine Einheit, ja als eine einzige Familie gesehen und verstanden wird und eine neue Weltordnung errichtet worden ist, kann die Menschheit als ganzes "eine immer fortschreitende Kultur vorantragen" und den eigentlichen Sinn ihres Daseins verwirklichen, der in einer zunehmenden Vergeistigung besteht und nicht etwa in immer weiterem Anhäufen von materiellen Gütern. "Das Wohlergehen der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist" (Shoghi Effendi: Die Weltordnung Bahá'u'lláhs, Hofheim / Taunus 1977, S. 295). Über die Religion als gesellschaftsbildende Kraft sagt Bahá'u'lláh: "Religion ist das wichtigste Mittel zur Begründung von Ordnung in der Welt und zur Befriedigung aller, die darin wohnen" (Shoghi Effendi: Die Weltordnung Bahá'u'lláhs, Hofheim / Taunus 1977, S. 269).
Leben als Weltbürger
Bahá'í bejahen einen gesunden Patriotismus, lehnen jedoch ungezügelten Nationalismus ab und pflegen den Gedanken der Weltbürgerschaft "Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt. Die Erde ist nur ein Land, und alle Menschen sind seine Bürger" (Bahá'u'lláh: Botschaften aus ´Akká, Hofheim / Taunus 1982, S. 193).
Neue Weltordnung und neues Bewusstsein
Bahá'í wirken beim Aufbau einer neuen Weltordnung und streben gleichzeitig nach Entwicklung eines neuen, der Menschheit dienenden Menschen. Beide Prozesse bedingen einander, greifen daher ineinander, verstärken sich gegenseitig, erfahren in diesem Aufbau auch Rückschläge, machen aber dennoch beständige Fortschritte. Das ersehnte Reich des Friedens wird nicht durch einen kosmischen Eingriff Gottes errichtet werden, sondern bedarf des beharrlichen Wirkens aller Menschen auf der Grundlage des neuen göttlichen Planes. Das hohe Ziel wird umso eher erreicht werden, je schneller die Menschen alte Vorurteile ablegen, sich dem göttlichen Willen unterordnen und die von Gott vorgesehenen Schritte ihrer weiteren Entwicklung gehen. Für Bahá'í ist dies keine Utopie, sondern reale Zukunftsperspektive.
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