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Wahres SuchenNiemand kann das wahre Suchen besser beschreiben als ein Gottesoffenbarer, dem Gott selbst die Worte in die Feder fließen lässt.Bahá'u'lláh führt in seinem "Buch der Gewissheit" sehr eindrucksvoll aus, worauf es beim Suchen nach Gott wirklich ankommt: Wenn ein wahrer Sucher sich entschließt, mit forschendem Schritt den Pfad zu betreten, der zur Erkenntnis des Altehrwürdigen der Tage führt, so muss er vor allem sein Herz, den Sitz der Offenbarung der inneren Geheimnisse Gottes, von allem trüben Staub erworbenen Wissens und von den Einflüsterungen der Verkörperungen satanischer Wahngebilde reinigen und läutern. Er muss seine Brust, das Heiligtum der immerwährenden Liebe des Geliebten, von jeder Besudelung säubern und seine Seele heiligen...(S. 129) Der Sucher muss allezeit sein Vertrauen in Gott setzen, ... sich lösen von der Welt des Staubes und Ihm, dem Herrn der Herren, anhangen. Nie darf er sich erheben wollen über irgendwen, und jede Spur von Stolz und Dünkel muss er von der Tafel seines Herzens waschen. Er muss in Geduld und in Ergebung harren, Schweigen üben und sich eitler Rede enthalten... (S. 130) Auch sollte der Sucher wissen, dass Verleumdung eine arge Verirrung ist, und er sollte sich fern von ihr halten; denn Verleumdung löscht das Licht des Herzens und erstickt das Leben der Seele. Er sollte sich mit wenigem begnügen und frei werden von allem ungehörigen Begehren. Er sollte den Verkehr mit denen schätzen, die der Welt entsagt haben, und es als kostbares Geschenk betrachten, die prahlerischen, weltlich gesinnten Menschen zu meiden. (S. 130) Zur Morgendämmerung sollte er jeden Tag zu Gott beten, und mit ganzer Seele sollte er im Suchen nach seinem Geliebten verharren. Er sollte jeden eigenwilligen Gedanken mit der Flamme der liebevollen Erwähnung Gottes verbrennen und mit Blitzesschnelle vorübereilen an allem außer Ihm. Er sollte dem Besitzlosen beistehen und niemals seine Gunst und Gabe dem Hilflosen versagen.Er sollte gut sein zu den Tieren und noch viel besser zu seinem Nächsten, der mit der Macht der Sprache begabt ist... auch sollte der Sucher die Gesellschaft der Übeltäter meiden und für die Vergebung ihrer Sünden beten. Er sollte dem Sünder verzeihen und niemals dessen niedere Stufe verachten, denn niemand weiß, wie sein eigenes Ende sein wird. Wie oft schon hat ein Sünder in der Todesstunde zum Wesenskern des Glaubens gefunden, den unsterblichen Wein getrunken und seinen Flug zu der himmlischen Heerschar genommen! Und wie oft schon hat sich ein ergebener Gläubiger zur Stunde des Aufstiegs seiner Seele so gewandelt, dass er in das niedrigste Feuer fiel! (S. 130 f.) Nur wenn die Lampe des Suchens, des ernsten Strebens, des sehnsüchtigen Verlangens, der leidenschaftlichen Ergebenheit, der glühenden Liebe, der Begeisterung und der Verzückung in des Suchers Herz entzündet ist und der Hauch Seiner Güte über seine Seele weht, wird die Finsternis des Irrtums vertrieben, werden die Nebel der Zweifel und Ängste zerstreut und die Lichter der Erkenntnis und Gewissheit sein Wesen einhüllen. (S. 131) Zu dieser Stunde wird der mystische Herold, der die Freudenbotschaft des Geistes bringt, aus der Stadt Gottes strahlend wie der Morgen aufleuchten und durch den Posaunenstoß der Erkenntnis das Herz, die Seele und den Geist aus dem Schlummer der Nachlässigkeit erwecken. Dann werden die mannigfachen Gunstbeweise und Gnadenströme des Heiligen und Ewigen Geistes solch neues Leben dem Sucher verleihen, dass er sich mit einem neuen Auge, einem neuen Ohr, einem neuen Herzen und einem neuen Gemüte beschenkt sieht.(S. 131 f.) Nun kann er über die offensichtlichen Zeichens des Weltalls nachsinnen und die verborgenen Geheimnisse der Seele durchdringen, und, mit dem göttlichen Auge schauend, wird er in jedem Atom eine offene Tür erblicken, die ihn zu den Stufen entschiedener Gewissheit weist. In allen Dingen wird er die Geheimnisse göttlicher Offenbarung und die Beweise ewigwährender Verkündung entdecken. (S. 132) Wenn der Kanal der menschlichen Seele von allen weltlichen, hemmenden Verhaftungen geläutert ist, dann wird sie sicherlich den Hauch des Geliebten über unermessliche Entfernungen hin verspüren und, durch seinen Wohlgeruch geleitet, die Stadt der Gewissheit erreichen und betreten. In ihr wird der Mensch die Wunder Seiner altehrwürdigen Weisheit erfahren und all die verborgenen Lehren aus dem Rauschen der Blätter des Baumes vernehmen, der in dieser Stadt blüht. Mit dem äußeren und inneren Ohr zugleich wird er aus ihrem Staub den Hymnen und Lobgesängen lauschen, die zum Herrn der Herren emporsteigen, und mit dem inneren Auge wird er die Mysterien der "Wiederkunft" und der "Wiederbelebung" schauen. (S. 133) Wie unaussprechlich herrlich sind die Merkmale, die Zeichen, die Offenbarungen und der Glanz, die Er, der König der Namen und Eigenschaften, für diese Stadt bestimmt hat! Das Erreichen dieser Stadt löscht den Durst ohne Wasser und entflammt die Gottesliebe ohne Feuer. In jedem Grashalm sind die Geheimnisse einer unerforschlichen Weisheit verwahrt, und in jedem Rosenbusch singen Tausende von Nachtigallen in seliger Verzückung. Wundervolle Tulpen enthüllen das Mysterium des Brennenden Busches, und die süßen Düfte der Heiligkeit verbreiten den Wohlgeruch des Messianischen Geistes. Diese Stadt verleiht Reichtum ohne Gold und gewährt Unsterblichkeit ohne Tod. In jedem Blatt sind unaussprechliche Wonnen verwahrt, und in jeder Kammer liegen ungezählte Geheimnisse verborgen.(S. 133) Jene, die fleißig nach Gottes Willen forschen, werden, wenn sie einmal allem außer Ihm entsagt haben, von dieser Stadt so angezogen und entzückt sein, dass sie sich nicht mehr vorstellen können, auch nur einen Augenblick von ihr getrennt zu leben. Sie werden den untrüglichen Beweisen aus der Hyazinthe jener Gemeinde lauschen und die sichersten Zeugnisse aus der Schönheit ihrer Rose und den Gesängen ihrer Nachtigall empfangen. Ungefähr alle tausend Jahre einmal wird diese Stadt erneuert und aufs neue geschmückt. (S. 133) Darum, o mein Freund, ziemt es uns, mit heißestem Bemühen danach zu streben, jene Stadt zu erreichen und durch Gottes Gnade und Güte die "Schleier der Herrlichkeit" zu zerreißen, so dass wir unsere schmachtenden Seelen mit unbeugsamer Festigkeit auf dem Pfade des neuen Geliebten aufopfern. Wir sollten mit Tränen in den Augen, glühend und immer wieder, Ihn anflehen, uns die Gunst dieser Gnade zu gewähren. (S. 133) Denn jene Stadt ist nichts anderes als Gottes Wort, das in jedem Zeitalter und in jeder Sendung geoffenbart wird. So war sie in den Tagen Mose der Pentateuch, in den Tagen Jesu das Evangelium, in den Tagen Muhammads, des Boten Gottes, der Qur'án, an diesem Tage der Bayán, und in der Sendung Dessen, den Gott offenbaren wird, Sein eigenes Buch - das Buch, auf das sich alle Bücher vergangener Sendungen notwendig beziehen müssen.(S. 133 f.) Es ist deine Pflicht, mit Gottes Erlaubnis das Auge deines Herzens von den Dingen dieser Welt zu läutern, damit du der Unendlichkeit göttlicher Erkenntnis bewusst werdest und so klar die Wahrheit schauest, dass du keines Beweises ihrer mehr bedarfst, noch irgendeines Zeichens, das ihr Zeugnis bestätigt. (S. 66) O du eifriger Sucher! Solltest du dich in das heilige Reich des Geistes erheben, so würdest du Gott offenbar und erhaben über alle Dinge erkennen, in solcher Weise, dass deine Augen nichts sehen würden außer Ihm. "Gott war allein. Niemand war da neben Ihm." So hehr ist diese Stufe, dass kein Zeugnis davon künden kann und kein Beweis Seiner Wahrheit gerecht wird. Würdest du den geheiligten Bereich der Wahrheit erforschen, so würdest du finden, dass alle Dinge nur durch das Licht Seiner Erkenntnis erkannt werden, dass Er seit jeher nur durch sich selbst verstanden worden ist und dass dies immerdar so sein wird. (S. 66) |