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Die Wiederkunft Christi (Bahá'u'lláh) ist noch immer weitgehend unbekannt.
 

Beweise für die Wiederkunft Christi

Geistige Beweise

In dieser stofflichen Welt ist die Zeit in Zyklen eingeteilt; die Erde ändert sich im Wandel der Jahreszeiten, und für die Menschen gibt es Fortschritt, Rückgang und Erziehung. Zu einer Zeit ist es Frühling, zu einer anderen Herbst, dann wieder die Jahreszeiten des Sommers oder des Winters. Der Frühling bringt die Wachstum spendenden Regenwolken und den würzigen Hauch des belebenden Frühlingswindes. Die Luft ist lind, der Regen fällt, die Sonne scheint, befruchtende Winde wehen, die Welt wird neu belebt, und der Odem des Lebens wirkt sichtbar in Pflanzen, Tieren und Menschen. Das irdische Sein wechselt von einem Zustand in den anderen. Alles wird mit einem neuen Gewand bekleidet, und die dunkle Erde bedeckt sich mit Pflanzen; Berge und Ebenen legen ein grünes Kleid an, Bäume tragen Blätter und Blüten, Gärten bringen Blumen und duftende Kräuter hervor.

Die Wiederkunft Christi (Bahá'u'lláh) entspricht einem neuen geistigen Frühling.Die Welt wird zu einer anderen und von Leben spendendem Geist erfüllt. Die Erde war ein lebloser Körper; sie findet einen neuen Geist und bringt endlose Schönheit, Lieblichkeit und Frische hervor. So wird der Frühling zur Ursache neuen Lebens und schenkt einen neuen Geist.

Es folgt der Sommer, die Wärme nimmt zu, Wachstum und Entwicklung erreichen ihren Höhepunkt. Die Lebenskraft im Pflanzenreich erreicht ihren höchsten Stand, die Frucht erscheint, und die Zeit der Ernte naht; der Same wurde zur Garbe, und Nahrung wird für den Winter gespeichert.
Dann kommt der ungestüme Herbst, wo ungesunde, unfruchtbare Winde wehen; es ist die Jahreszeit der Krankheit, alles welkt dahin, und die Balsamluft wird verunreinigt. Die linden Frühlingslüfte sind zu Herbstwinden geworden, das üppige Grün der Bäume färbt sich und vergeht, die Blumen und duftenden Kräuter welken dahin, und die prangenden Gärten werden öde und leer.

Der Winter mit Kälte und Stürmen schließt sich an. Es schneit, regnet, hagelt, stürmt, donnert und blitzt (Im Orient treten Gewitter fast ausschließlich im Winter auf.), alles friert und erstarrt; die Pflanzen sterben, und die Tiere liegen dar nieder und sind elend.

Mit der Wiederkunft Christi (Bahá'u'lláh) wurde der Menschheit neues Leben verliehen.Wenn es soweit gekommen ist, erscheint wieder ein Seelen erquickender Frühling; ein neuer Zyklus bricht an. Der Lenz kehrt wieder in aller Pracht und Herrlichkeit und herrscht mit neuem Blühen und junger Schönheit in Berg und Tal. Wiederum wird die Erscheinungsform der Geschöpfe erneuert, und alles Erschaffene lebt von neuem auf; Körper wachsen und entfalten sich, Felder und öde Flächen werden grün und fruchtbar, Bäume blühen, und der Frühling des vergangenen Jahres kehrt in größter Fülle und Pracht wieder. So ist der Kreislauf und die Aufeinanderfolge des Lebens, und so soll es auch sein. So ist der Zyklus und Umlauf in der stofflichen Welt.

Mit den geistigen Zyklen der Propheten ist es das gleiche. Denn der Tag des Erscheinens der heiligen Offenbarer ist geistiger Frühling, göttlicher Glanz, himmlische Gnade, Odem des Lebens und Aufgang der Sonne der Wahrheit. Der Geist der Menschen wird belebt, ihre Herzen werden erquickt und gekräftigt, die Seelen zum Guten geführt, alles Sein kommt in Fluss, und die menschliche Natur wird heiterer und wächst und entwickelt gute Eigenschaften und Fähigkeiten. Der Fortschritt ist allgemein, und es gibt ein Wiedererwachen, aber auch Wehklagen; denn es ist der Tag des Gerichts, die Zeit der Unruhe und der Trübsal, aber gleichzeitig auch die Zeit der Freude, der Glückseligkeit und höchster Liebe.

Dann mündet der Leben gebende Frühling in den fruchtbringenden Sommer. Das Wort Gottes wird entfaltet, das göttliche Gesetz verbreitet; alle Dinge erreichen Vollkommenheit. Der Tisch des Herrn ist gedeckt, der heilige Odem durchweht den Osten und den Westen, die göttlichen Lehren erfüllen die Welt, die Menschen werden gebildet, beispiellose Erfolge werden ins Leben gerufen, weltumspannender Fortschritt wird den Menschen geschenkt, und die göttlichen Gnadengaben umfassen alles. Die Sonne der Wahrheit erhebt sich mit der größten Kraft und Wärme vom Horizont des Königreiches.

Mit der Wiederkunft Christi (Bahá'u'lláh) begann der große Zyklus der Einheit.

Wenn sie ihren Höhepunkt erreicht, beginnt sie sich zu neigen und niederzusteigen, und dem geistigen Sommer folgt der Herbst, wo Wachstum und Entfaltung aufhören. Lüfte werden zu verderblichen Winden, und die ungesunde Jahreszeit vernichtet die Schönheit und Frische der Garten, Lauben und Felder. Das heißt, Liebe und Zuneigung bleiben nicht, himmlische Eigenschaften ändern sich, das Strahlen der Herzen wird getrübt, die Geistigkeit der Seelen wandelt sich, Tugenden werden zu Lastern, und Heiligkeit und Reinheit schwinden dahin. Nur der Name der Religion Gottes bleibt und der äußerliche Brauch der göttlichen Lehren. Die Grundlagen der Religion Gottes werden untergraben und vernichtet, und nichts bleibt als Riten und Zeremonien. Spaltungen bilden sich, Festigkeit wandelt sich in Unbeständigkeit und der Geist wird wie tot; die Herzen werden matt, die Seelen träge, der Winter ist da; das bedeutet, dass die Kälte der Unwissenheit die Welt umfasst und die Finsternis der menschlichen Fehler die Oberhand gewinnt.
Danach folgen Gleichgültigkeit, Ungehorsam, Rücksichtslosigkeit, Trägheit, Gemeinheit, tierische Triebe und steinähnliche Kälte und Gefühllosigkeit. Es ist wie die Jahreszeit des Winters, wenn die Erde, der Wirkung der Sommerwärme beraubt, trostlos und düster wird. Wenn die Welt des Verstandes und der Gedanken an diesem Punkt anlangt, gibt es nur noch unaufhörlichen Tod und immerwährendes Nichtsein.

Mit der Wiederkunft Christi (Bahá'u'lláh) begann eine Bewusstseinswandlung.Nachdem die Zeit des Winters ihren Sinn erfüllt hat, kehrt der geistige Frühling zurück, und ein neuer Zyklus erscheint. Geistige Lüfte wehen, ein leuchtender Morgen bricht an, göttliche Wolken spenden Regen, die Strahlen der Sonne der Wahrheit scheinen, die erschaffene Welt erlangt frisches Leben, und sie wird in ein wunderbares Gewand gekleidet. Alle Kennzeichen und Gaben des vergangenen Frühlings erscheinen wieder, vielleicht mit noch größerem Glanz in dieser neuen Jahreszeit.

Die geistigen Zyklen der Sonne der Wahrheit gleichen den Zyklen der stofflichen Sonne, fortwährend sind sie in Kreislauf und Erneuerung. Die Sonne der Wahrheit hat wie die Sonne am Himmel ungezählte Auf- und Untergangsorte: Einmal geht diese im Zeichen des Krebses auf, ein anderes Mai im Zeichen der Waage oder des Wassermanns, und wieder ein anderes Mai schickt sie ihre Strahlen vom Zeichen des Widders her. Aber die Sonne ist eine Sonne und eine einzige Wirklichkeit; kluge Menschen lieben die Sonne selbst und stehen nicht im Bann ihrer Auf- und Untergangsorte.

Die Einsichtigen suchen die Wahrheit, nicht aber den Ort ihrer Erscheinung oder ihres Aufdämmerns; darum verehren sie die Sonne an jedem Punkt des Tierkreises, an dem sie aufgeht, und sie suchen die Wahrheit in jeder heiligen Seele, die sie offenbart. Solche Menschen gelangen immer zur Wahrheit und sind nicht abgeschlossen von der Sonne der göttlichen Welt. Wer die Sonne liebt und das Licht sucht, wendet sich immer der Sonne zu, ob sie im Zeichen des Widders scheint, ihre Gaben im Zeichen des Krebses spendet oder im Zeichen der Zwillinge leuchtet.

Die Unwissenden und Nichtunterrichteten aber sind in die Zeichen des Tierkreises verliebt und sind gefesselt und gebannt von den Aufgangspunkten, nicht von der Sonne selber. Als sie im Zeichen des Krebses war, wandten sie sich diesem zu, obgleich später die Sonne zum Zeichen der Waage wanderte; weil sie das Zeichen liebten, kehrten sie sich diesem zu und schlossen sich ihm an, und sie wurden der Wirkungen der Sonne beraubt, nur weil diese ihren Ort gewechselt hatte.

Mit der Wiederkunft Christi (Bahá'u'lláh) wurde die Globalisierung eingeleitet.Zum Beispiel schickte die Sonne der Wahrheit einst ihre Strahlen im Zeichen Abrahams aus, dann brach sie im Zeichen Moses auf und erhellte den Horizont; später ging sie mit der größten Macht und Herrlichkeit im Zeichen Christi auf. Die Wahrheitssucher verehrten jene Wahrheit, wo immer sie sie sahen, aber die, die an Abraham hingen, waren ihrer Einwirkung beraubt, als sie auf dem Berge Sinai erschien und die Wirklichkeit Moses beleuchtete. Und so waren die, die sich an Moses festhielten, verschlossen, als die Sonne der Wahrheit mit hellstem Licht und göttlichem Glanz von Christus ausging; und so geht es weiter.

Der Mensch muss ein Sucher nach der Wahrheit sein; und er wird sie in jedem der geheiligten Wesen finden. Er muss hingerissen und bezaubert sein und hingezogen zu den göttlichen Gnadengaben; er soll dem Schmetterling gleichen, der das Licht liebt, in welcher Lampe es auch strahlt, und sein wie die Nachtigall, die trunken ist von der Rose, in welchem Garten sie auch blühen mag.

Wenn die Sonne im Westen aufginge, sie wäre doch die Sonne; man darf sich nicht vor ihr wegen ihres Aufgangspunktes verschließen oder den Westen immer als Untergangsort ansehen. Ebenso muss man nach den himmlischen Gnadengaben schauen und die göttliche Morgenröte suchen. Überall, wo sie erscheint, soll man ihr bedingungsloser Verehrer sein. Denke daran, dass die Juden, wenn sie sich nicht nur am Horizont Moses festgehalten, sondern auf die Sonne der Wahrheit geblickt hätten, zweifellos die Sonne am Aufgangsort der Wirklichkeit Christi in größtem göttlichem Glanze erkannt hätten. Aber wehe, tausendmal wehe! Indem sie sich an die äußerlichen Worte Moses hielten, gingen sie der göttlichen Gnade und des himmlischen Glanzes verlustig.

Mit der Wiederkunft Christi (Bahá'u'lláh) wurde die Menschheit neu belebt.