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Beweise für die Wiederkunft Christi (Ashkan-Garten)

Ashkan Khosravi, der Autor des Bahá'í-Forums, hat die große Mühe nicht gescheut, weitere Prophezeiungen zur Wiederkunft Christi zusammenzustellen.

Der Leser wird nunmehr herzlich eingeladen, die Textlandschaften des "Ashkan-Gartens" zu betreten, um darin mit großer Neugier und Erwartung den spannenden Textpfaden auf der Suche nach der Wahrheit zu folgen.

"... der Tag des Herrn wird kommen wie ein Dieb in der Nacht"
1. Thessalonicher 5:2

"Und Wir stellen ihn nur für eine bestimmte Frist zurück.
Am Tag, da er eintrifft, wird niemand sprechen, außer mit seiner Erlaubnis."

Koran 11:104



DAS JAHR 1844

Prophezeiungen aus dem Christentum

"Sage uns, wann wird das geschehen? Und welches wird das Zeichen sein deines Kommens und des Endes der Welt?"
Matthäus 24:3

Anmerkung: "Ende der Welt" ist nur symbolisch gemeint, wird später näher erläutert.

"... Wann soll das werden? Und welches ist das Zeichen, wann das geschehen wird?"
Lukas 21:7

Christus machte drei Verheißungen und sagte, wenn diese drei Dinge sich ereigneten, werde Er auf die Erde zurückkehren.

Die Verheißungen waren:

1. Sein Evangelium werde überall auf Erden gepredigt werden.

"Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. Und es wird gepredigt werden dies Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zum Zeugnis für alle Völker, und dann wird das Ende kommen."
Matthäus 24:13,14

"Und das Evangelium muss zuvor verkündet werden allen Völkern".
Markus 13:10

"Sehet vor, wachet! Denn ihr wisset nicht, wann die Zeit da ist."
Markus 13:33

Eine Untersuchung über die Verbreitung des Christentums, die von Gelehrten aus den Jahren um 1840 angestellt wurde, ergab, dass die Botschaft von Christus damals schon den Erdball umfasst hatte. Das Evangelium wurde in allen Erdteilen gelehrt. Um 1844 wurde es sogar im Innern Afrikas verkündet, nicht nur von einzelnen Missionaren, sondern auf breiter Front. Eine Handelsgeschichte Ostafrikas berichtet: "Christliche Missionen begannen ihre Tätigkeit unter den Afrikanern im Jahre 1844."
Year Book & Guide to East Africa (Gordon-Brown), London 1953, S. 44.

In Our Day in the Light of Prophecy schrieb Spicer, das Evangelium sei zu seiner Zeit zu 95% aller Bewohner der Erde gebracht worden. Er fügte hinzu: "Im Jahr 1842 wurden fünf Häfen in China durch Verträge für Handel und Mission freigegeben, wodurch ganz China dem Evangelium zugänglich wurde. Im Jahr 1844 wurde die Türkei überredet, gegen alle muslimische Tradition das Recht der Muslime auf Übertritt zum Christentum anzuerkennen. Im Jahr 1844 begründete Allen Gardiner die südamerikanische Mission. Im Jahr 1842 fasste Livingstone den Entschluss, das Innere Afrikas zuerschließen."

Anmerkung: Die erwähnten Bücher findet man wie folgt: auf www.yahoo.com gehen und dort "Das Web" durchsuchen.

2. Die Zeit der Heiden werde erfüllt sein und die Juden kehrten nach Israel (Palästina) zurück.

"Und sie werden fallen durch des Schwertes Schärfe und gefangen geführt unter alle Völker; und Jerusalem wird zertreten werden von den Heiden, bis dass der Heiden Zeit erfüllt ist... Und alsdann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit."
Lukas 21:24,27

Anmerkung: Heiden=Nichtjuden.

Der erste Teil besagt: "... sie werden ... gefangen geführt unter alle Völker". Man kann feststellen, dass dieser Teil der Verheißung 40 Jahre nach Seiner Kreuzigung begonnen hatte, sich zu erfüllen. Jerusalem wurde von Titus im Jahr 70 n. Chr. zerstört und die Juden wurden zerstreut und verbannt.
Die Juden versuchten im Jahr 132 n. Chr. unter Bar Kochba ihre Freiheit wiederzugewinnen, aber sie wurden von den Armeen des römischen Kaisers Hadrian vernichtet. Diesmal wurde Jerusalem sogar noch radikaler verwüstet, als es durch Titus geschehen war. Der Platz, wo die Stadt gestanden hatte, wurde umgepflügt, und auf den Ruinen wurde die neue Stadt, zu Ehren Hadrians benannt, erbaut.
Die Juden waren verbannt. Viele von ihnen fielen, genau wie von Christus prophezeit, durch "des Schwertes Schärfe". Sie flohen, zerstreuten sich und "wurden gefangen geführt unter alle Völker". Kolonisten war es erlaubt, sich in Jerusalem anzusiedeln, aber den Juden war bei Todesstrafe verboten, Jerusalem zu betreten.
Die Römer waren nach Christi Zeit die ersten Ausländer (Heiden), die die heilige Stadt niedertraten. Die nächsten waren die Muslime, die von der Stadt Besitz nahmen und sie besetzt hielten. Sie eroberten Jerusalem im Jahre 637 n. Chr. Und erbauten auf dem Grund des Salomonischen Tempels die Omar-Moschee. Während der Zeit der Besetzung wurden die Juden zum überwiegenden Teil von ihrem Heimatland ferngehalten, die Zurückgebliebenen wurden hart unterdrückt.
Dieser Zustand endete aber im Jahre 1844.
Der bekannte irische Gelehrte und Schriftsteller George Townshend schreibt, dass: "der durch die Muslime erzwungene zwölfhundertjährige Ausschluss der Juden aus ihrem Land durch ein Toleranzedikt gemildert wurde und somit der Heiden Zeit erfüllt war."
Townshend weist darauf hin, dass dieses Toleranzedikt im Jahr 1844 von den obersten Behörden erlassen wurde.
Worth Smith erwähnt dieses Edikt in seinem Buch Miracle of the Ages. Er sagt: "Im Jahre 1844 ... wurden die (Muslime) unter der Führung der Türkei von den westlichen Mächten, besonders England, gezwungen, allen (Nationen) in ihren Grenzen religiöse Toleranz zu gewähren."
Hierzu gehörte auch das Heilige Land (Palästina).
Die türkische Regierung willigte ein, religiöse Freiheit zu gewähren, und unterschrieb das Dokument, welches garantierte, dass "die Hohe Pforte (in Konstantinopel) sich verpflichtet, wirksame Maßnahmen zu treffen, um in Zukunft irgendwelche weitere religiöse Intoleranz" zu verhindern.
Zum ersten Mal nach zwölfhundert Jahren wurde den Juden das Recht zugestanden, in Freiheit und Sicherheit nach Israel zurückzukehren. Datiert war dieses Dokument am 21. März 1844.
Die Erforscher der Wiederkunftsprophezeiungen fanden im Neuen Testament eine klare Bestätigung dafür, dass das Jahr 1844 das Jahr war, welches Christus für die Erfüllung Seiner zweiten Verheißung hinsichtlich der "Zeit der Heiden" meinte. Die Bestätigung findet sich in der Offenbarung des Johannes. Im elften Kapitel, Vers 2 steht geschrieben:

"... und die heilige Stadt werden sie zertreten zweiundvierzig Monate."

Damit ist also zum ersten Mal in den Schriften die genaue Dauer der "Zeit der Heiden" angegeben. Sie wird zweiundvierzig Monate dauern. Im nächsten Vers der Offenbarung ist diese Zeitdauer noch in anderer Weise angegeben. Es heißt, sie werde "1260 Tage" dauern.

Schriftkenner behaupteten, dass das Ende der Periode von zweiundvierzig Monaten mit dem Jahr 1844 übereinstimmt. Sie kamen zu diesem Schluss durch folgende Berechnung:
  1. Wenn man beim Studium der Prophezeiungen biblische Zeitrechnung anwendet, wird ein "Tag" zu einem "Jahr".
  2. Diese Theorie wird durch folgende Prophezeiungen gestützt:
    a. "Nach der Zahl der vierzig Tage...; je ein Tag soll ein Jahr gelten..."
    4. Mose 14:34
    b. "denn ich gebe dir hier auch je einen Tag für ein Jahr."
    Hesekiel 4:6
Ein Sonnenjahr enthält natürlich einen Bruchteil mehr als 365 Tage, aber wenn man symbolische Zeit rechnet, wie sie in den Schriften vorkommt, teilt man einfach das Jahr in 12 Monate und jeden Monat in 30 Tage. Mit anderen Worten, eine Zeit oder ein Jahr in symbolischer Darstellung bezieht sich auf 360 Sonnentage, und jeder Tag bedeutet ein Jahr.
Ein Maßstab ist dem ersten Buch der Bibel entnommen (1. Mose). Der Grundsatz 360 Tage für ein Jahr oder eine Zeit wurde aus den folgenden Versen abgeleitet:
  1. "... am siebzehnten Tag des zweiten Monats, an diesem Tag brachen alle Brunnen der großen Tiefe auf und taten sich auf die Fenster des Himmels..."
    1. Mose 7:11
  2. "Am siebzehnten Tag des siebenten Monats ließ sich die Arche nieder auf dem Gebirge Ararat."
    1. Mose 8:4
  3. "Und die Wasser wuchsen gewaltig auf Erden hundertundfünfzig Tage."
    1. Mose 7:24
Vom 17. Tag des zweiten Monats bis zum 17. Tag des siebenten Monats waren es gerade fünf Monate. Diese fünf Monate ergaben genau 150 Tage. Somit waren es fünf Monate zu je 30 Tagen. Daraus besteht ein Jahr aus 360 Tagen oder aus 12 Monaten von je 30 Tagen.
Darum war bei der Berechnung von Prophezeiungen ein Tag gleich einem Jahr von 360 Tagen.
Daher konnte die Verheißung in der Offenbarung nun so gelesen werden: Und die heilige Stadt (Jerusalem) werden sie 1260 Jahre lang unterdrücken. Nach der zweiten Verheißung Christi würden die Heiden (Römer und Muslime) die Stadt unterdrücken bis zur Stunde Seiner Wiederkehr, die nach dieser Berechnung in 1260 Jahren stattfände. Während dieser ganzen Zeit wären die Juden aus ihrem eigenen Land verbannt. Aber zur Zeit der Wiederkehr Christi würde ihnen gestattet, wieder heimzukehren, denn die "Zeit der Heiden" wäre beendet.
Das Studium des Kalenders der Muslime, die die heilige Stadt besetzt hielten, eröffnet die Tatsache, dass das Jahr 1260 des muslimischen Kalenders auf das Jahr 1844 des christlichen Kalenders fiel.
Das Jahr 1260 (der Hedschra), das in der Offenbarung als die Zeit angegeben ist, da die Tage der "Heiden" beendet seien und den Juden erlaubt würde, in ihr Heimatland zurückzukehren, war dasselbe Jahr (1844), in dem die muslimischen Herrscher gezwungen waren, das Toleranzedikt zu unterzeichnen, das den Juden die Rückkehr nach Israel erlaubte.

3. Die ganze Menschheit werde die von dem Propheten Daniel vorausgesagten Greuel der Verwüstung sehen.

"Wenn ihr nun sehen werdet den Greuel der Verwüstung stehen an der heiligen Stätte, von dem gesagt ist durch den Propheten Daniel - wer das liest, der merke auf!"
Matthäus 24:15; dazu Daniel 9:27; 11:31

Das achte bis zwölfte Kapitel des Buches Daniel handelt von diesem Thema.
In den genannten Kapiteln prophezeit Daniel, dass von der Entscheidung, Jerusalem wiederaufzubauen, bis zu der Zeit, da der Messias gekreuzigt wird, 70 Wochen vergehen werden. Daniel gibt diese Prophezeiung auf zwei verschiedene Weisen wieder:
  1. als 70 Wochen.
  2. als 7 Wochen, 62 Wochen und eine Woche, während welcher der Messias den Bund bestätigte.
Wie auch immer, auf beide Weisen erhalten wir dasselbe Ergebnis: 70 Wochen oder 490 Tage. Dies ergibt 490 Jahre, wobei ein Tag für ein Jahr steht. Zu Seinem ersten Kommen wird prophezeit, dass vom Wiederaufbauerlass bis zu Seiner Kreuzigung 490 Jahre vergehen werden. Zu welcher Zeit wurde nun der Wiederaufbau verordnet? Es gab vier Erlasse, Jerusalem wieder aufzubauen, und zwar:
  1. der von Cyrus im Jahre 536 vor Christi Geburt. Über diesen Erlass wird im 1. Kapitel von Esra berichtet. Er blieb unerfüllt.
  2. der von Darius im Jahre 519 vor Christi Geburt. Über diesen Erlass wird im sechsten Kapitel von Esra berichtet. Er blieb ebenfalls unerfüllt. Nur der Tempel wurde wieder aufgebaut.
  3. der von Artaxerxes im siebten Jahr seiner Regierung, im Jahr 457 vor Christi Geburt. Dieser Erlass ist im siebenten Kapitel von Esra verzeichnet. Er wurde durch den vierten Erlass erfüllt.
  4. der von demselben Artaxerxes im Jahr 444 vor Christi Geburt. Er ist im zweiten Kapitel von Nehemia verzeichnet. Dieser Erlass erfüllte den dritten.
Die meisten Bibelforscher betrachten den dritten Erlass von Artaxerxes als denjenigen, auf den sich Daniel bezieht. Sie sagen, dass der vierte Erlass, da er ja nur eine Fortsetzung des dritten war und vom selben König erlassen wurde, in Wirklichkeit derselbe sei. Deshalb hielten sie sich an den Erlass vom Jahr 457 vor Christi Geburt.
Mit dieser Kenntnis ist es möglich, die Prophezeiung Daniels wie folgt zu bestimmen: Vom Erlass des Artaxerxes im Jahr 457 vor Christi Geburt bis zur Zeit der Kreuzigung Jesu Christi werden 70 Wochen, 490 Tage oder 490 Jahre vergehen.
Viele Forscher subtrahieren nun die 457 von 490. Das ergibt 33 Jahre. Der Messias (Christus) wäre daher bei Seinem ersten Kommen 33 Jahre alt gewesen, als Er gekreuzigt wurde.

Daniel hatte also die Zeit für das erste Kommen Christi mit bewundernswerter Genauigkeit angegeben. Kein Wunder, dass Jesus selbst Daniels Prophezeiung hinsichtlich Seines zweiten Kommens oder Seiner Wiederkehr so betonte. Er hieß Seine Jünger "an den heiligen Stätten zu stehen", wenn Daniels Prophezeiung wegen der "Greuel der Verwüstung" erfüllt wäre. An jenem Tage, verhieß Er:

"... werden (sie) kommen sehen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels"
Matthäus 24:30

Daniels Worte hinsichtlich der "Greuel der Verwüstung" waren:

"Wie lange gilt dies Gesicht vom täglichen Opfer und vom verwüsteten Frevel und vom Heiligtum, das zertreten wird? Und er antwortete mir: Bis zweitausenddreihundert Abende und Morgen vergangen sind; dann wird das Heiligtum wieder geweiht werden."
Daniel 8:13-14

So prophezeite Daniel, dass zweitausenddreihundert Tage vergehen werden, bevor das Heiligtum gereinigt würde. Nach dieser Zeit würden alle Dinge wieder rein gemacht. Vor dieser Zeit wären die Menschen in einen Zustand der "Greuel" versunken, ohne Liebe zu Gott und den Menschen, dann werde der Messias erscheinen und ihren Glauben und die Reinheit ihres Glaubens wiederherstellen. Dies war die allgemeine Folgerung.
Wann würde dies sein? Daniel sagte, es werde sich in 2300 Tagen ereignen. Das entspricht 2300 Jahren. Die Bibelkundigen benutzten denselben Hinweis für das zweite Kommen wie für das erste (den Erlass des Artaxerxes) und stellten die folgenden Berechnungen an:
  1. Das Edikt wurde im Jahre 457 vor Christi Geburt erlassen. Sie subtrahierten 457 von 2300 und erhielten 1843. Also werde das Jahr 1843, sagten sie, die Beendigung der "Greuel der Verwüstung" bringen.
  2. Einige Forscher wiesen darauf hin, dass vom Erlass des Edikts im Jahr 457 bis Christi Geburt 456 Jahre verstrichen seien und nicht 457; deshalb müsste man 456 von 2300 abziehen. Das ergibt das Jahr 1844. Obgleich viele Zweifel entstanden in bezug auf den richtigen Monat und auf Tag und Stunde, waren sich doch fast alle darüber einig, dass Christi Wiederkehr zwischen den Jahren 1843 und 1845 stattfinden müsse, mit dem Jahr 1844 als Mitte aller Hinweise.
Eine Gruppe christlicher Gelehrter untersuchte Daniels Prophezeiung bis in die letzten Einzelheiten. Sie legten sogar eine Tabelle an, um zu veranschaulichen, dass Christus in der Mitte des Jahres 1844 wiederkehren werde.
(Bible Reading (Verlag Review and Herald Publishing Co, Battle Creek,Michigan), S. 94.)
E. P. Cachemaille, ehemaliger Professor der Universität Cambridge, schreibt zu einer neuen Auflage des Buches von H. G. Guiness, Light for the Last Days, dass dieses Buch seit über 30 Jahren als Standardwerk auf dem Forschungsgebiet chronologischer Prophezeiung anerkannt sei. Er zitiert Guiness wie folgt über Daniels Prophezeiung: "Der Erlass (das Toleranzedikt) wurde im Jahre 1260 des (muslimischen) Kalenders veröffentlicht. Es ist datiert am 21. März 1844. Dieses Datum ist der 1. Nisan des jüdischen Jahres und genau dreiundzwanzig Jahrhunderte (2300 Jahre) nach dem 1. Nisan
457 vor Christi Geburt, dem Tag, von dem Esra berichtet, dass er Babylon verlassen hat gemäß der Verordnung von Artaxerxes im siebenten Jahre seiner Regierung."
Sie waren sich also alle darüber im Klaren, dass das Jahr 1844 das Jahr der Erfüllung der dritten Verheißung Christi entsprechend der Prophezeiung Daniels war.



Weitere Beweise

Zeitpunkt des Erscheinens

Das Kommen des Messias, so versprach Daniel, werde sich begeben nach

"... einer Zeit und zwei Zeiten und einer halben Zeit."
Daniel 12:7; 7:25

Anmerkung: Eine Zeit entspricht 360 Tagen, s.o..

Es wurden bereits die Prophezeiung von 1260 Tagen und zweiundvierzig Monaten erwähnt, und nun "eine Zeit und zwei Zeiten und eine halbe Zeit". Schriftgelehrte waren sich darüber einig, dass sich alle diese Redewendungen auf den gleichen Zeitraum beziehen, nämlich 1260 Jahre.
Laut Daniel sollte er im Jahre 1260 erscheinen. Wie oben bereits beschrieben, fiel im Kalender des Landes, in dem Daniel seine Vision hatte (Persien), das Jahr 1260 auf das Jahr 1844 christlicher Zeitrechnung.

Wiederkehr eines anderen:

Christus unterschied im Hinblick auf Sein Kommen folgendes: Manchmal sprach Er von Seinem eigenen Erscheinen und manchmal vom Erscheinen eines anderen:

1. Dass Er selbst wiederkomme:
"Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch."
Johannes 14:18

"Ich gehe hin und komme wieder zu euch."
Johannes 14:28

"Über ein kleines, dann werdet ihr mich nicht sehen; und abermals über ein kleines, dann werdet ihr mich sehen."
Johannes 16:16

"Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, so will ich wieder kommen."
Johannes 14:3

2. Dass ein anderer komme:
"Aber ich sage euch die Wahrheit: es ist euch gut, dass ich hingehe. Denn wenn ich nicht hingehe, so kommt der Tröster nicht zu euch."
Johannes 16:7

"... Wenn ich aber gehe, will ich ihn zu euch senden. Und wenn derselbe kommt, wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde..."
Johannes 16:7-8

"Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten."
Johannes 16:12-13

"Wenn aber der Tröster kommen wird, welchen ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird zeugen von mir."
Johannes 15:26

In den folgenden Worten macht Christus klar, dass sowohl er wie der andere, der in seinem Namen wiederkehrt, menschliche Träger für denselben Heiligen Geist sind. Von sich selbst sagt Christus:

"... das Wort, das ihr höret, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat."
Johannes 14:24

An einer anderen Stelle wiederholt Christus dies:

"... Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst."
Johannes 14:10

Christus sagt dasselbe von dem, dessen Kommen Er für die Zeit voraussagt, nachdem Er, Christus, dahingegangen sein wird:

"... Denn er wird nicht aus sich selber reden; sondern was er hören wird, das wird er reden..."
Johannes 16:13

Dass ein anderer Bote in Seinem (Christi) Namen mit derselben Macht des Heiligen Geistes kommen wird, wird unzweifelhaft klar durch andere Worte Christi an Seine Jünger:

"... der Tröster, der heilige Geist, welchen mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch erinnern alles des, was ich euch gesagt habe."
Johannes 14:26

Sein neuer Name

"und du sollst mit einem neuen Namen genannt werden"
Jesaja 62:2

"...aber meine Knechte wird man mit einem anderen Namen nennen"
Jesaja 65:15

"Wer überwindet, dem will ich geben von dem verborgenen Manna und will ihm geben einen weißen Stein; auf dem Stein aber steht ein neuer Name geschrieben, welchen niemand kennt, als der ihn empfängt."
Offenbarung 2:17

"Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen."
Offenbarung 3:12

"Herrlichkeit des Herrn"

"Werde wach...Wenn du aber nicht wachen wirst, werde ich kommen, wie ein Dieb, und du wirst nicht wissen, zu welcher Stunde ich über dich kommen werde."
Offenbarung 3:2, 3

"... die Pracht von Karmel und Saron. Sie sehen die Herrlichkeit des Herrn, die Pracht unseres Gottes."
Jesaja 35:2

Anmerkung: Die heiligen Bahá'í-Gärten liegen am Berg Karmel (siehe www.bahaipictures.com)

"Denn die Herrlichkeit des Herrn soll offenbart werden, und alles Fleisch miteinander wird es sehen; denn des Herrn Mund hat's geredet."
Jesaja 40:5

Anmerkung: Bahá'u'lláh auf Deutsch übersetzt, bedeutet "Herrlichkeit Gottes".

"Hört, ihr Tauben, und schauet her, ihr Blinden, dass ihr seht!"
Jesaja 42:18

"Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem... Und die Stadt bedarf keiner Sonne..., denn die Herrlichkeit Gottes erleuchtet sie..."
Offenbarung 21:2, 23

"Denn es wird geschehen, dass des Menschen Sohn kommt in der Herrlichkeit seines Vaters..."
Matthäus 16:27

"So war die Herrlichkeit des Herrn anzusehen. Und als ich sie gesehen hatte, fiel ich auf mein Angesicht...."
Hesikel 1:28

"die Herrlichkeit des Herrn wird deine Nachhut bilden."
Jesaja 58:8

"Mache dich auf, werde licht! denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! ... dass du erfahrest, dass ich, der Herr, dein Heiland bin, ... dein Erlöser."
Jesaja 60:1, 16

Mahnung zur "Wachheit"

"Darum wachet; denn ihr wisset nicht, welchen Tag euer Herr kommen wird."
Matthäus 24:42

"Sehet euch vor, wachet! denn ihr wisset nicht, wann die Zeit da ist."
Markus 13:33

"So wachet nun, ... auf dass er Euch nicht schlafend finde, wenn er plötzlich kommt."
Markus 13:35-36

"Das sollt ihr aber wissen: Wenn ein Hausherr wüsste, zu welcher Stunde der Dieb käme, so ließe er nicht in sein Haus einbrechen. Darum seid auch ihr bereit! Denn des Menschen Sohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meinet."
Lukas 12:39-40

"Hört zu, ihr tolles Volk, das keinen Verstand hat, die da Augen haben und sehen nicht, Ohren haben und hören nicht!"
Jeremia 5:21

Ort Seines Erscheinens

"Ich aber will auf den Herrn schauen und harren auf den Gott meines Heils; mein Gott wird mich hören... Und zur selben Zeit werden sie von Assur ... zu dir kommen."
Micha 7:7, 12

Anmerkung: Assur ist eine historische Stadt im Norden des heutigen Iraks. Lag früher in Persien.

"Und siehe, die Herrlichkeit des Gottes Israel kam von Osten..."
Hesekiel 43:2

Anmerkung: Bahá'u'lláh übersetzt, bedeutet "Herrlichkeit Gottes"; zudem liegt Persien, der Enstehungsort der Bahá'í-Religion östlich vom Heiligen Land.

"Wer lässt den von Osten her kommen, dem Heil auf dem Fuße folgt, vor dem er Völker und Könige dahingibt, dass er ihrer mächtig wird?"
Jesaja 41:2

Anmerkung: Bahá'u'lláh schrieb von Akka und Adrianopel aus mächtige Sendschreiben an die Herrscher Seiner Zeit. Näheres unter "Bahá'u'lláhs Sendschreiben an die Herrscher Seiner Zeit" am Ende dieser Zusammenstellung.

"Denn wie der Blitz ausgeht vom Aufgang (Osten) und leuchtet bis zum Niedergang, so wird auch sein das Kommen des Menschensohnes."
Matthäus 24:27

"Ich hatte ein Gesicht, und während meines Gesichtes war ich in der Festung Susa im Lande Elam, am Fluss Ulai."
Daniel 8:2

Anmerkung: Elam war ein Teil des alten Persiens.

"Meinen Thron will ich in Elam aufstellen... spricht der Herr."
Jeremia 49:38

Endzeitvisionen

Das letzte Jahrhundert wurde unter anderem von zwei verherrenden Weltkriegen verwüstet. Einem solchen Zeitalter, so wurde prophezeit, werde Christus schon gekommen sein, unerwartet, unbekannt, unangenommen, unerwünscht.
Wir leben in einer Zeit, in der die Elemente bei der Explosion einer Wasserstoffbombe wirklich in glühender Hitze schmelzen. Die Apostel Christi warnten die Menschheit davor, von Christus bei Seiner Wiederkehr schlafend angetroffen zu werden. Wann sollte dies geschehen?

"Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen..."
2.Petrus 3:10

"Die Sonne soll in Finsternis ... verwandelt werden, ehe denn der große und schreckliche Tag des Herrn kommt."
Joel 3:4

"... werden Sonne und Mond den Schein verlieren... Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel."
Matthäus 24:29-30

"Ein finsterer Tag, ein dunkler Tag, ... desgleichen vormals nicht gewesen ist und hinfort nicht sein wird auf ewige Zeiten für und für."
Joel 2:2

"Denn es wird alsdann eine große Trübsal sein, wie sie nicht gewesen ist von Anfang der Welt bisher und auch nicht wieder werden wird... Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel."
Matthäus 24:21, 30

Falsche Propheten

Christus warnte Seine Jünger vor falschen Propheten und davor, sich von ihnen vor dem Tag Seiner "Wiederkehr" verführen zu lassen. Er sagte:
"Sehet zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter Meinem Namen und sagen: Ich bin der Christus und werden viele verführen."
Matthäus 24:4-5

Wieder sagte Er:
"Wenn alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist der Christus! oder da! so sollt ihr's nicht glauben."
Matthäus 24:23

Jesus warnte Seine Anhänger, dass es nicht nur einen falschen Christus, sondern ihrer viele und falsche Propheten geben werde, die
"... werden aufstehen und große Zeichen und Wunder tun, so dass, wenn es möglich wäre, auch die Auserwählten verführt würden."
Matthäus 24:24

Um Seine Anhänger vor Irrtum zu schützen, gab Christus ihnen Seine drei großen Verheißungen über die Beweise Seiner Wiederkehr: 1. das Evangelium werde überall gepredigt werden, 2. die Zeit der Heiden werde erfüllt sein, 3. die von Daniel erwähnten Greuel werden die Erde verwüsten. Er ermahnte sie, mit geistigen Augen und Ohren auf diese Beweise zu achten, so dass sie nicht verführt würden. Christus wusste, dass nur die reinen Herzens sind, Ihn am Tag Seiner Wiederkehr erkennen werden. Er wusste, dass Seine eigenen Zeitgenossen jeden Propheten als falsch bezeichneten, auch Ihn. Christus wurde von der großen Masse Seiner Zeitgenossen als "falscher Prophet" abgelehnt. Es steht geschrieben:
"Und es war ein großes Gemurmel über ihn unter dem Volk. Etliche sprachen: Er ist gut; die andern aber sprachen: Nein, sondern er verführt das Volk."
Johannes 7:12

Wenn die einfachen Leute zu ihren religiösen Führern gingen und nach der Wahrheit über Christi Sendung fragten, sagten sie ihnen, Er sei ein falscher Prophet. Sie warnten vor Ihm. Die Führer lehnten Christus ab, obgleich Er Zeichen und Wunder tat, die die Leute für Ihn gewannen. Das geht klar aus den Worten hervor:
"Die Knechte antworteten: Es hat nie ein Mensch so geredet wie dieser Mensch. Da antworteten ihnen die Pharisäer: Seid ihr auch verführt?"
Johannes 7:46-47

Die große Scheidung der wenigen, die Ihn als echt betrachteten, und der überwiegenden Mehrheit, die Ihn für unecht hielten, geht klar aus den Worten des Johannes hervor: "Also ward eine Zwietracht unter dem Volk über ihn."
Johannes 7:43

Man sagte dem Volk, nur die Niedrigsten glaubten an Jesus als den Christus, die bedeutenden, einflussreichen Leute, welche Kenntnisse, Erziehung und Weisheit besitzen, wüssten, dass Jesus ein falscher Prophet sei. Wer so töricht war, glauben zu wollen, musste sich fragen lassen:
"Glaubt auch irgendein Oberster oder Pharisäer an ihn?"
Johannes 7:48

Wiederholt wurde gesagt, dass nur die Unwissenden, die die Bücher von Mose nicht kannten, an Jesus glaubten. Diese Leute seien verführt worden und so falsch wie Jesus; so warnten die Führer sie und sagten: "Nur das Volk tut's, das nichts vom Gesetz weiß: Verflucht ist es!"
Johannes 7:49

Die meisten Einwohner Palästinas glaubten nicht an Jesus von Nazareth, weil Er nicht den Erwartungen entsprach, die sie sich nach den Prophezeiungen über das Erscheinen des Messias gemacht hatten. Wenn die Jünger Christi versuchten, sie zur Gefolgschaft für Christus zu gewinnen, antworteten die Leute verächtlich, dass Er, Jesus, ein falscher Prophet sei. Sie bewiesen es durch Prophezeiungen aus der Schrift.
"Der Messias wird auf dem Thron Davids sitzen", sagten sie. "Wo ist der Thron des Nazareners?"
"Der Berg Zion wird am Tag des Messias tanzen. Wer hat dieses Wunder schon gesehen?"
"Der Messias wird mit dem Schwert regieren. Dieser Jesus hat noch nicht einmal einen Stab und erst recht kein Schwert."
"Er will ein Sohn Davids sein, und doch sagt ihr, dass Er von einer Jungfrau geboren sei. Er kann diese Prophezeiung nicht erfüllen."
"Daniel hat versprochen, dass Er ein Fürst sein wird. Dieser Jesus ist nur ein Zimmermann und kein Fürst von adliger Geburt."
"Es steht geschrieben, dass ein Heiliger nicht an einem Holz hängen wird, aber dieser Nazarener wurde an ein Holz genagelt und gehängt."
Im fünften Buch Mose heißt es klar:
"... denn ein Aufgehängter ist verflucht bei Gott..."
5. Mose 21:23

All das warfen die Juden den Christen vor und fragten: "Wie können wir an einen glauben, der nach dem Buch verflucht ist?"
Am schwierigsten war es für die Christen, den Juden jene Prophezeiung zu erklären, nach der der Messias die zerstreuten Schafe Israels zusammenbringen werde. Die Juden sagten: "Es steht geschrieben, dass der Messias uns aus den Nationen, wo wir zerstreut sind, sammeln wird; ... aber wir sind nicht verstreut, wir sind hier. Wie kann er ein wahrer Prophet sein? Wie kann er uns sammeln, wenn wir nicht verstreut sind?"
Später, nach dem Jahr 70 n. Chr., als Jerusalem zerstört und die Juden zerstreut waren, war diese Frage noch schwieriger zu beantworten. Denn die Juden konnten jetzt erwidern: "Der Messias sollte uns sammeln, wenn er kommt. Jesus von Nazareth ist gekommen, und wir sind aus unserer Heimat vertrieben worden. Das ist das Gegenteil von dem, was der Messias tun sollte. Darum glauben wir, dass er unecht ist. Wie könnt ihr erwarten, dass wir an ihn glauben?"
Philippus traf seinen Freund Nathanael und sagte zu ihm:
"Wir haben den gefunden, von welchem Mose im Gesetz und die Propheten geschrieben haben, Jesus, Josefs Sohn von Nazareth. Und Nathanael sprach zu ihm: Was kann von Nazareth Gutes kommen?"
Johannes 1:45-46

Nikodemus sagte zu den Pharisäern zur Verteidigung Jesu: "Richtet unser Gesetz auch einen Menschen, ehe man ihn verhört hat und erkannt, was er tut?"
Johannes 7:51

Die Pharisäer antworteten ihm nach der Schrift: "Bist du auch ein Galiläer? Forsche und siehe, aus Galiläa steht kein Prophet auf."
Johannes 7:52

Die Leute in Palästina fragten sich: "Wie kann denn dieser Jesus von Nazareth der Messias sein?"
Sie standen damals jedem "Messias" skeptisch gegenüber, besonders wenn er aus Galiläa kam. Zu ihren Lebzeiten hatte Judas der Gauloniter behauptet, der Messias zu sein, er hatte sich erhoben, um die Juden vom Joch Roms zu befreien.
Viele Tausende kamen in dem darauffolgenden Krieg um, und Josephus, ein zeitgenössischer Geschichtsschreiber schloss daraus, dass "Gott die Galiläer den Römern preisgegeben" habe. Dieser Jesus von Galiläa, folgerten sie, könnte auch solch ein falscher Messias sein; es wäre vernünftiger, ihn nicht zu beachten. Die Jünger Jesu erklärten den Leuten, dass die Prophezeiungen über Christus in ihrer symbolischen, nicht ihrer wörtlichen Bedeutung erfüllt worden waren, dass die Prophezeiungen symbolisch zu verstehen seien und nicht dem Buchstaben nach. Das Volk aber lehnte eine solche Erklärung ab. Einige Anhänger Christi zweifelten schließlich auch an Seiner Echtheit, weil sie den symbolischen Sinn Seiner Gleichnisse nicht verstehen konnten.
Es sei die innere Wahrheit, nicht die äußere Form, die sie verstehen müssten, sagte Er ihnen:
"... das Fleisch ist nichts nütze. Die Worte, die ich zu euch geredet habe, die sind Geist und sind Leben."
Johannes 6:63

Sie hörten Worte aus Seinem Mund, die allem entgegengesetzt waren, was sie seit Generationen gelernt hatten; und es wird uns gesagt:
"Von da an wandten seiner Jünger viele sich ab, und wandelten hinfort nicht mehr mit ihm."
Johannes 6:66

Christus wurde lange von vielen als ein falscher Prophet angesehen. Bis auf den heutigen Tag halten die Anhänger Moses Christus nicht für den Messias, und mit ihnen die Mehrzahl der Menschheit.
Der römische Geschichtsschreiber Tacitus schrieb, die Christen würden "wegen ihrer Feindseligkeit gegenüber der Menschheit" von Nero verdammt. Sie wären "kriminell und verdienen exemplarische Bestrafung". An anderer Stelle schrieb er: "Die christliche Religion ist ein verderblicher Irrglaube."
Sueton, ein anderer römischer Philosoph und Historiker, bezeichnete die Religion Christi als "einen neuen und zauberischen Aberglauben". "Seine Anhänger", so sagte er, "verursachen fortwährend Unruhen."
Celsus sammelte im zweiten Jahrhundert in einem großen Werk schlimme Schmähschriften und üble Geschichten über die heilige Persönlichkeit Jesu. Celsus schrieb, dass Christus "unehelich geboren" sei, dass Er klein, ungestalt und unwürdig gewesen und wegen Seiner Armut nach Ägypten gegangen sei, dass Er dort als Tagelöhner gearbeitet und die Magie erlernt habe, dass Er bettelnd umhergezogen sei und zehn oder zwölf verrufene Männer um sich versammelt habe.
Porphyros, einer der großen neuplatonischen Philosophen, schrieb ähnliche Bücher, die später auf Befehl zweier christlicher Kaiser verbrannt und vernichtet wurden.
Kaiser Julian, den die Christen den Abtrünnigen nannten, griff das Christentum und Christus in seinen Schriften an.
Fronto, der Erzieher eines römischen Kaisers, veröffentlichte eine Rede gegen das Christentum.
Nach Mírzá Abu'l-Fadls Ansicht würde allein eine Liste der Schriften, die über Jahrhunderte Christus und Seinen Glauben verwarfen, ein Buch füllen.
Der Messias kann, wie es scheint, nur von denen erkannt werden, die "Augen haben zu sehen". Diese geistigen Seelen müssen die Wahrheit in Seinen Lehren und Seinem Leben durch persönliche Suche finden. Kein vernünftiger Mensch wird Worte, die ein Feind des Messias gesprochen hat, als eigenes Urteil annehmen.
Wie aber kann ein aufrichtiger Sucher Gewissheit finden? Gott hat gewiss einen Führer gesandt, auf den Seine Kinder sich verlassen können.

Feind des Volkes

Christus wusste, dass der gleiche Unglaube sich am Tag Seiner Wiederkehr erneut zeigen werde. Darum warnte Er Seine Anhänger, sich nicht durch äußerliche Wunder, die in Seinem Namen geschähen, verführen zu lassen, sie sollten vielmehr nach einer Persönlichkeit Ausschau halten, in welcher der demütige, liebevolle, verinnerlichte Geist wohne.
Wann immer Boten Gottes, wie Jesus, Moses, Zarathustra, Buddha, Mohammed, der Báb oder Bahá'u'lláh, erscheinen, werden sie von denen, die nicht geistig wach sind, als "falsche Propheten" betrachtet.
Das ist kein neues Problem, auch begann es nicht mit Christus oder mit Bahá'u'lláh. Es ist so alt wie das Menschengeschlecht. Im selben Kapitel des Matthäus, in dem Christus so deutlich die Zeit Seiner Wiederkehr voraussagt, spricht Er auch Seine nachdrücklichste Warnung vor den falschen Propheten der Endzeit aus. Er sagt:
"Wenn sie zu euch sagen werden: Siehe, er ist in der Wüste! so gehet nicht hinaus; siehe, er ist in der Kammer! so glaubt es nicht."
Matthäus 24:26

Man sagt, dass in den ersten fünfzig Jahren nach der Kreuzigung viele Leute aufstanden und behaupteten, sie seien der Messias, immer wieder wurde Jahrhunderte hindurch dieser falsche Anspruch erhoben.
Trotz dieser falschen Propheten und der vielen betrügerischen Messiasgestalten, sagt Durant in seinem Buch The Age of Faith, "nahm der jüdische Denker Maimonides die messianische Hoffnung als eine unentbehrliche Stärkung des jüdischen Geistes in der Diaspora auf und machte sie zu einer der dreizehn Hauptlehren des jüdischen Glaubens".
Obgleich Christen wie Juden das Kommen des Messias sehnlich erwarteten, verlor doch die große Masse der Gläubigen das Interesse und wurde gleichgültig, wenn auch beide Glaubensbekenntnisse im täglichen Gebet vom Kommen des Gottesreiches auf Erden sprechen.
Christus gab den Christen einen unfehlbaren Prüfstein, an dem sie jeden Propheten, wenn er kommt, beurteilen können.
"Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe!"
Matthäus 7:15

Christus verhieß, wenn wir auf die "innere" Wahrheit und nicht auf die "äußere" Erscheinung schauten, könnten wir Wahres von Falschem unterscheiden, denn:
"Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe. ... geht er vor ihnen hin, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme."
Johannes 10:2, 4

Christus sprach in dieser Warnung zweifellos vom Tag der Wiederkehr, denn Er sagte:
"Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und auch diese muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden. Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, auf dass ich's wieder nehme."
Johannes 10:16-17

In derselben Prophezeiung, in der Christus Seine Jünger warnt: "Hütet euch vor falschen Propheten", zeigt Er ihnen, wie sie das Wahre vom Falschen unterscheiden können. Er hat der Menschheit einen unfehlbaren Maßstab gegeben, nach dem jeder Mensch selbst entscheiden kann, ob ein Prophet wahr oder falsch ist.
Dieser Maßstab ist im siebten Kapitel des Matthäus zu finden. In diesem Kapitel warnt Christus vor falschen Propheten und nennt den Maßstab, nach dem sie beurteilt werden können:
"Sehet euch vor vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen... Darum: an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen."
Matthäus 7:15-20

Wenn die Frucht gut ist, ist der Baum gut und der Prophet ist wahr.



Prophezeiungen aus dem Islam (I)

Die Sunniten erwarten das Erscheinen des Mahdí, dem Jesus folgt.
Im Schiitentum erwartet man den im Verborgenen lebenden zwölften Imám (Qá'im) gefolgt von Imám Husayn. (Näheres zu islamischen Prophezeiungen im Buch: "Der Fluss der Wahrheit" von Babak Farrokhzad)
Der elfte Imam war Imám Hasan ibn Ali al-Askari. Dieser starb im Jahre 260 d.H.. Zum Erscheinen des Qá'ims gibt es folgende Andeutung im Koran:

"Er wird den Ratschluss vom Himmel zur Erde lenken, dann wird er wieder zu ihm emporsteigen in einem Tage, dessen Länge tausend Jahre ist nach eurer Zeitrechnung."
32:6 (Koran)

Auch hier kommt man auf das Jahr 1260 d.H. (1844 AD), wenn man die Zahlen 1000 und 260, an dem der elfte Imam starb, zusammenaddiert. Also das Jahr, in dem der Báb seine Sendung offenbarte.
"Und ihr werdet sicherlich seine Kunde kennen nach einer Weile."
38:88 (Koran)

Das Wort "Weile" wird auf Arabisch mit "Hín" übersetzt. Der Zahlenwert entspricht "68", ein Beweis für das Jahr 1268. Welches göttliche Licht im Jahre 1268 (1852 AD) am Horizont der Menschheit aufging, wird im nächsten Kapitel behandelt.

Zu der "Zwillingsoffenbarung" wurde im Koran auch folgendes geoffenbart:
"Und es wird in die Posaune geblasen, und da stürzt, wie vom Blitz getroffen, wer in den Himmeln und wer auf der Erde ist, außer denen, die Gott will. Dann wird ein zweites Mal hineingeblasen, und da stehen sie schon auf und schauen hin."
(39:68)

Anmerkung: Damit sind der Báb und Bahá'u'lláh gemeint. Wer diese Personen sind, folgt noch.

Als Imám Ja'far, der Sohn Muhammads, einmal nach dem Jahr gefragt wurde, in dem der Verheißene geoffenbart werden sollte, gab er zur Antwort:
"Wahrlich, im Jahre sechzig wird seine Sache geoffenbart werden und sein Name wird überall genannt werden."

Anmerkung: Der Báb verkündete seinen Anspruch, der Verheißene zu sein, im Jahre 1260.
In den Werken des gelehrten und weitberühmten Muhyi'd-Din-i-Arabi finden sich über die verheißenen Manifestation viele Hinweise sowohl auf das Jahr ihres Erscheinens als auch auf Ihren Namen, darunter die folgenden Stellen:

"Die Diener und Träger Seines Glaubens werden aus dem persischen Volk kommen." "In seinem Namen steht der Name des Hüters (Ali) vor dem des Propheten (Muhammad)." "Das Jahr seiner Offenbarung ist gleich der Hälfte der durch neun teilbaren Zahl (2520)."

Anmerkung: Der bürgerliche Name des Bábs lautet Siyyid Ali Muhammad. (Siyyids sind Nachkommen Muhammads.)

In einer Überlieferung, die dem Imám Ali, dem Gebieter der Gläubigen, zugeschrieben wird, heißt es:
"Im Jahre Ghars wird der Baum der göttlichen Führung gepflanzt werden."
(Nabils Bericht S.83)

Anmerkung: Über das Erscheinen zweier eschatologischer Gestalten findet man in den islamischen Hadtihen viele Aussagen, im Koran selbst nicht, letzterer enthält lediglich Verse zur "Auferstehung" und zum "Jüngsten Tag". Ausführlicheres über islamische Prophezeiungen im Buch "Der Fluss der Wahrheit" von Babak Farrokhzad.

"So auch ihr, wenn ihr dies alles sehet, so wisset, dass es nahe vor der Tür ist."
Matthäus 24:33




Parallelen zur Bahá'í-Offenbarung

Der Báb ("Das Tor")

  1. Am 24. Mai 1844 sandte im Westen Samuel Morse sein berühmtes Telegramm mit Worten aus der Heiligen Schrift über den Atlantischen Ozean: "Was hat Gott bewirkt!"
  2. Am 23. Mai 1844, dem vorhergehenden Tage, erhob im Osten ein junger Mann seinen überraschenden Anspruch der Verheißene aller Religionen zu sein.
    Er erklärte, dass dieser Tag in allen heiligen Schriften der Vergangenheit vorausgesagt worden sei. Dieser Tag, sagte Er, sei der Tag, an dem der Verheißene aller Religionen erscheine. Dies sei der Tag der "einen Herde und des einen Hirten".
Das war in Persien im Jahr 1844. Er wurde "der Báb" genannt. Wie der Name Christus "der Gesalbte" heißt, bedeutet der Name Báb "das Tor". Dieser junge Mann verkündete, dass Er "das Tor" sei, durch das der in allen heiligen Schriften Verheißene schreiten werde, der die eine Herde Gottes zusammenbringen werde.
Eine von Christus gegebene Verheißung zeigt bemerkenswertes:

"Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe... Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stalle; und auch diese muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und wird eine Herde und ein Hirte werden."
Johannes 10:2, 16

Anmerkung: Mit "Hirte der Schafe" ist Bahá'u'lláh gemeint und die "Tür" symbolisiert den Báb (, denn Báb auf Deutsch übersetzt, bedeutet "Das Tor").

"Der Báb ist von edler Abstammung. Er ist ein Abkomme des Propheten Gottes (Muhammad) aus der Familie der Háshim. Er ist jung an Jahren und besitzt ein angeborenes Wissen. Sein Wissen kommt nicht von den Lehren des Shaykh Ahmad, sondern von Gott. Mein Wissen ist nur ein Tropfen im Vergleich zur Grenzenlosigkeit Seines Wissens; meine Kenntnisse sind nur ein Körnchen Staub angesichts der Wunder Seiner Gnade und Macht, nein, unermesslich ist der Unterschied. Er ist von mittlerer Größe, enthält sich des Rauchens und ist von äußerster Demut und Frömmigkeit."
(Siyyid Kazim über den Báb, Quelle: Nabils Bericht)

Der Báb sagte, Er sei der Herold und der Vorläufer eines Größeren als Er selbst. Seine Mission sei es, die Menschen zu Gott zurückzurufen und den Weg für den großen Welterlöser, der von Christus und allen Propheten der Vergangenheit verheißen war, vorzubereiten. Ähnlich wie Johannes der Täufer der Vorläufer Christi gewesen war, erklärte der Báb, der Vorläufer dieses verheißenen Erlösers aller Zeiten zu sein.
In den heiligen Schriften Persiens, dem Land, dem Daniel prophezeite, es werde in der Endzeit ein "Ort der Vision" sein, gibt es mehrere Prophezeiungen von zwei himmlischen Boten, die erscheinen werden. Eine davon verheißt:

"Eines Tages wird der erschütternde Posaunenstoß das Land erschüttern, welchem der zweite Stoß folgen wird; an jenem Tage werden die Herzen der Menschen erbeben."
(Koran 39:68)

Anmerkung: Der erste Posaunenstoß stellt den Báb und der zweite Bahá'u'lláh dar. Bemerkenswert ist auch die Tatsache, dass Bahá'u'lláh im islamischen Kalender (2 Jahre und) einen Tag nach dem Báb Geburtstag hat.

Und an einer anderen Stelle heißt es:

"... am Auferstehungstage wird die ganze Erde nur eine Handvoll vor Ihm sein... Und ein Posaunenstoß wird sein... Dann wird noch ein Stoß aus der Posaune sein, und siehe da, ... die Erde wird leuchten im Lichte ihres Herrn."

An einer anderen Stelle ist die Rede von zweien, die beide zur Endzeit kommen werden. "Wahrlich, ich sage euch, nach dem Qá'im (der sich erheben wird) wird der Qayyúm (der Selbstbestehende) offenbart werden."
(Nabils Bericht 2:24)

Pavri schreibt in seinem Buch The Coming World Teacher: "Als Sri Krischna kommen sollte, kündigten der Weise Narada und andere Sein Kommen mehrere Jahre vorher an... Solche Ankündigung ist notwendig..."
Diese Verbindung von zwei Gestalten in einer göttlichen Offenbarung findet man in mehreren Religionen der Welt.
Im Judentum: Messias ben Joseph und Messias ben David; Elias und der Messias.
In der Zoroastrischen Religion: Ushídar-Máh und der Sháh Bahrám.
Im Christentum: Johannes der Täufer und Christus; Elias und Christus.
Im Schiitischer Islám: Der Qá'im und der Imám Husayn.
Im Sunnitischen Islám: Der Mahdí und Christus.
In dem Land, in dem der Báb erschien, gab es noch eine weitere Prophezeiung vom Kommen zweier heiliger Gestalten:

"Zur Zeit des Endes wird Gott sich der ganzen Menschheit offenbaren, mit allen Attributen der Gottheit und Majestät, aber sehr wenige werden sich Ihm nähern... Dann wieder wird Er zum zweiten Mal erscheinen und alle Eigenschaften der Dienstbarkeit offenbaren, und das Volk wird sich um Ihn drängen und an Ihn glauben und Seine wesenseigenen Tugenden preisen und rühmen."
Buchari

"Und er sprach: Es sind die zwei Gesalbten, die vor dem Herrscher aller Lande stehen."
Sacharja 4:14

Die Offenbarung spricht außerdem von den beiden "Schrecken" auch von den "zwei Ölbäumen" und den "zwei Leuchtern".
Der Báb sagte voraus, dass dieser große Erlöser genau neun Jahre nach Seinem eigenen Kommen erscheinen werde. Er werde daher, wie im Alten Testament prophezeit, "plötzlich zu seinem Tempel kommen". Er sollte also ebenso erscheinen, wie Christus es oft im Buch der Offenbarung betont hatte:

"Siehe, ich komme bald."

"Siehe, ich will meinen Boten senden, der vor mir her den Weg bereiten soll. Und bald wird kommen zu seinem Tempel der Herr, den ihr sucht..."
Maleachi 3:1

Der Báb bekundete wiederholt, dass Er die Morgendämmerung sei, dass aber der Verheißene aller Zeiten, der bald nach Ihm kommen werde, die Sonne sei.
Der Vorläufer Johannes der Täufer hatte von Christus gesagt:
"... der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, und ich bin nicht genug, ihm die Schuhe abzunehmen."
Matthäus 3:11

Der Báb sagte von dem, der kommen sollte:
"Von allen Ehrungen, die ich Ihm, der nach Mir kommen wird, gezollt habe, ist die größte Mein schriftliches Bekenntnis, dass keines Meiner Worte Ihn angemessen beschreiben kann noch irgendeinem Hinweise auf Ihn in Meinem Buche... vergönnt ist, Seiner Sache gerecht zu werden."

Zudem nannte er genau das Jahr, in dem der Verheißene sich erheben werde:
"Ehe nicht neun (Jahre) vom Beginn dieser Sache an vergangen sind, wird das Wesen alles Erschaffenen nicht offenbart werden... Habe Geduld, bis du eine neue Schöpfung schaust."

"Im Jahre neun werdet ihr alles Gute erlangen."

"Im Jahre neun werdet ihr in die Gegenwart Gottes gelangen."

Anmerkung: Neun Jahre nach Beginn der Bábi-Sendung, es war im Jahre 1853, spielte Bahá'u'lláh in einigen Seiner Oden auf die Besonderheit Seiner Person und Seines Auftrags an, und zehn Jahre später, während Seines Aufenthalts in Baghdád, erklärte Er vor Seinen Gefährten Sich selbst als den Verheißenen.

Bahá'u'lláh ( = "Herrlichkeit Gottes")

Bahá'u'lláhs bürgerlicher Name war Mirza Husayn Ali. Er wurde 1817, als Sohn eines Ministers am persischen Hof, geboren. Er verzichtete auf Amt und Würden und widmete Sein Leben den Armen und der Verteidigung einer neuen Religion, deren Offenbarer, genannt der Báb, die nahe Ankunft des Verheißenen aller Religionen verkündete. Äußerst grausame Verfolgungen seitens der schiitischen Geistlichkeit führten zum Tod tausender Anhänger der neuen Religion und zum Martyrium des Báb (9.7.1850). Im Sommer 1852 wurde Bahá'u'lláh im Zuge einer weiteren Verfolgungswelle in ein abscheuliches Verließ geworfen.
In diesem Gefängnis erfuhr Bahá'u'lláh, was Er selbst wie folgt beschreibt:

"Eines Nachts im Traum waren von allen Seiten diese erhabenen Worte zu hören: "Wahrlich, Wir werden Dich durch Dich selbst und durch Deine Feder siegreich machen.
Sei nicht traurig über das, was Dir widerfahren ist, und fürchte Dich nicht, denn Du bist in Sicherheit. Binnen kurzem wird Gott die Schätze der Erde offenkundig machen - Menschen, die Dir beistehen werden durch Dich selbst und durch Deinen Namen, durch welchen Gott die Herzen derer belebt, die Ihn erkannt haben"."...
"...Siehe, da wehten die Lüfte des Allherrlichen über Mich hin und lehrten Mich die Erkenntnis all dessen, was war. Dies ist nicht von Mir, sondern von Einem, der allmächtig und allwissend ist. Und Er gebot Mir, Meine Stimme zwischen Erde und Himmel zu erheben... Das hier ist nur ein Blatt, das die Winde des Willens deines Herrn, des Allmächtigen, des Allgepriesenen, bewegt haben. Kann es ruhen, wenn der Sturmwind weht?"


Nach vier Monaten Gefangenschaft wurde Er zusammen mit seiner Familie für immer aus seiner Heimat verbannt. Zuerst nach Bagdad, dann nach Konstantinopel, nach Adrianopel und schließlich wurde Er in der damaligen türkische Gefängnisstadt Akka in der Bucht von Haifa eingekerkert. Von Akka und Adrianopel aus, richtete Er machtvolle Sendschreiben an die Herrscher seiner Zeit, unter anderem auch an Kaiser Wilhelm I.:

"O König von Berlin! Horch auf die Stimme, die aus diesem offenbaren Tempel ruft: "Wahrlich, es ist kein Gott außer Mir, dem Immerwährenden, dem Unvergleichlichen, dem Altehrwürdigen der Tage." Hab acht, dass Hochmut dich nicht hindere, den Morgen göttlicher Offenbarung zu erkennen, dass irdische Wünsche dich nicht wie ein Schleier abhalten vom Herrn des Thrones in der Höhe und auf der Erde hienieden. Also rät dir die Feder des Höchsten. Er ist wahrlich der Gnädige, der Allgroßmütige. Rufe dir den (Napoleon) ins Gedächtnis, dessen Macht die deine überragte und dessen Rang den deinen übertraf. Wo ist er, wohin entschwunden, was er besaß? Sei gewarnt und gehöre nicht zu denen, die tief schlafen.
Er war es, der den Sendbrief Gottes in den Wind schlug, als Wir ihm kundtaten, was die Scharen der Tyrannei Uns erleiden ließen. Darum überfiel ihn Schmach von allen Seiten, und mit großem Verlust sank er hinab in den Staub der Erde. Denke tief über ihn nach, o König, und über solche, die gleich dir Städte eroberten und über Menschen herrschten. Aus ihren Palästen sandte sie der Allerbarmer hinab ins Grab. Sei gewarnt! Gehöre zu denen, die nachdenken...O Ufer des Rheins! Wir sehen euch mit Blut bedeckt, da die Schwerter der Vergeltung gegen euch gezückt wurden; und es soll noch einmal geschehen. Und Wir hören das Wehklagen Berlins, obwohl es heute in sichtbarem Ruhme strahlt."


Im weiteren Verlauf wurde die Gefangenschaft gemildert. Seinen Lebensabend verbrachte Bahá'u'lláh in einem Landhaus in der Nähe von Akká. Bahá'u'lláh verschied am 29. Mai 1892. Sein Grabmal ist der heiligste Pilgerort für die Bahá'í aus der ganzen Welt.
"Seine Abstammung reicht einerseits auf Abraham, den Stammvater der Gläubigen, und sein Weib Ketura zurück, und andererseits auf Zarathustra, sowie auf Jesdegerd, den letzten König der Sassanidendynastie. Überdies war Er ein Nachfahre Jesses und gehörte durch Seinen Vater Mírzá 'Abbás, besser bekannt als Mírzá Buzurg - ein Edelmann aus den engeren Ministerkreisen am Hofe Fat-'Alí Sháhs - zu einer der ältesten und angesehensten Familien von Mázindarán."
(Shoghi Effendi "Gott geht vorüber" 6:12)

Ausführlicheres zum Leben Bahá'u'lláhs unter: www.geistigenahrung.org

Weitere Prophezeiungen aus der Bibel

"Und in jenen Tagen werden sich die Engel versammeln und ihre Blicke nach Osten richten, zum Land der Parther und der Meder, um die Könige wachzurufen; und ein Geist des Aufruhrs wird über sie kommen und sie von ihren Thronen stürzen."
Henoch 56:5

Anmerkung: Parthien und Medien gehören zu Persien; näheres hierzu unter "Bahá'u'lláhs Sendschreiben an die Herrscher Seiner Zeit" am Ende dieser Zusammenstellung.

Der Prophet Hesekiel sagte ebenfalls voraus, dass der Messias von Osten in das Heilige Land, Israel, kommen werde. Er nannte sogar den Titel, unter welchem er an jenem Tage zu erkennen sein werde:

"die Herrlichkeit berichtet seine Vision von der Endzeit und sagt: "Und siehe, die Herrlichkeit des Gottes Israels kam von Osten..."
Hesekiel 43:2

In einem anderen Vers sagt Hesekiel:

"Und die Herrlichkeit des Herrn kam hinein zum Tempel durch das Tor, das nach Osten liegt."
Hesekiel 43:3

Anmerkung: Bahá'u'lláh bedeutet "Herrlichkeit Gottes"; Báb bedeutet "Das Tor"; beide kamen aus Persien, also östlich vom Heiligen Land.

Jesaja sagte für diejenigen aus dem Hause Israel, die getreu bis zum Ende sind, voraus:

"... und die Herrlichkeit des Herrn wird deinen Zug beschließen. ... Und es soll durch dich wieder aufgebaut werden, was lange wüst gelegen hat..."
Jesaja 58:8, 12

Wo die Füße Bahá'u'lláhs schritten, in Israel, sind die vormals wüsten Stätten aufgebaut und verschönert worden, s. Bahá'í-Gärten in Haifa, Akka/Bahji.

Er wird Christus verherrlichen

Jesus hatte für das Kommen des Messias verheißen, dass Er Ihn verherrlichen werde:

1. "Derselbe wird mich verherrlichen."
Johannes 16:14

2. "... wird er der Welt die Augen auftun über die Sünde und über die Gerechtigkeit, ... dass sie nicht glauben an mich."
Johannes 16:8-9

3. "... denn von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen."
Johannes 16:14

4. "der wird euch ... erinnern alles des, was ich euch gesagt habe."
Johannes 14:26

Hatte Bahá'u'lláh das getan?

"Und was immer aus Seinem (Christi) makellosen, die Wahrheit sprechenden, glaubwürdigen Munde kam, kann nie geändert werden."
Bahá'u'lláh, Botschaften aus 'Akká 2:16

Bahá'u'lláh schrieb den folgenden Lobpreis auf Christi Kreuzestod:

"Wisse, dass die ganze Schöpfung in großer Trauer weinte, als der Menschensohn Seinen Geist zu Gott aufgab. Doch indem Er sich selbst opferte, wurde allem Erschaffenen eine neue Fähigkeit eingehaucht. Die Beweise dafür sind allen Völkern kund und heute vor dir offenbar."
Bahá'u'lláh, Ährenlese 36:1

In seinen Briefen an die Könige der Erde, "tadelt" Bahá'u'lláh die Welt dafür, dass sie nicht an Christus glaubte. Er wies auf die Ähnlichkeit seiner Aufnahme mit derjenigen Christi hin, als Er das erste Mal kam:
"... haben sie sich abgewandt, als Ich in Meiner Herrlichkeit zu ihnen kam. In der Tat, sie zählen zu den Gefallenen. Dies ist wahrlich das, was der Geist Gottes (Jesus Christus) ankündigte, als Er mit der Wahrheit zu euch kam, ... bis sie schließlich das taten, was den Heiligen Geist klagen und die Tränen jener, die Gott nahe sind, strömen ließ."
Bahá'u'lláh, Brief an den Sohn des Wolfes 83

Bahá'u'lláh "erinnerte" in allen seinen Schriften an die Worte Christi. Er tat, was Christus voraussagte: "... von dem Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen."
Bahá'u'lláh forderte die Völker der Welt auf, "... mit den Anhängern aller Religionen in Freude und Eintracht zu verkehren, das zu verkünden, was der Sprecher am Sinai dargelegt hat, und in allen Angelegenheiten Gerechtigkeit walten zu lassen."
Bahá'u'lláh, Botschaften aus 'Akká 4:10; vgl. auch Ährenlese 43:6, Botschaften 3:5, 7:13

Wie von Jesus prophezeit, erinnerte Bahá'u'lláh oftmals an die Worte Christi: "alles, was ich euch gesagt habe".
Unter den Lehren Bahá'u'lláhs findet man:
"Einigkeit ist der wahre Geist der Welt... Jesus Christus - möge mein Leben ein Opfer für Ihn sein! - verkündete die Einheit der Menschheit. Jede Seele, die an Jesus Christus glaubt, wird wiederbelebt und auferweckt durch diesen Geist, gelangt zum Gipfel ewiger Herrlichkeit, erlangt ewiges Leben, erfährt die zweite Geburt und steigt zum Gipfel des Glücks empor."
The Bahá'í Revelation, London 1955, S. 235 f

Zeichen am Himmel

Es wurde oft von Zeichen in den Tagen oder Jahren vor Seiner Ankunft gesprochen. Diese in der Offenbarung angekündigten Zeichen waren es, wonach die Tausendjahrforscher in ihrer 1844-Begeisterung suchten.
In der Offenbarung wird vorausgesagt:
1. "Und ich sah: ... da ward ein großes Erdbeben."
Offenbarung 6:12

Das war das erste Zeichen, das erscheinen sollte.
2. "... und die Sonne ward finster wie ein schwarzer Sack, und der Mond ward wie Blut."
a.a.O

Das war das zweite Zeichen.
3. "... und die Sterne des Himmels fielen auf die Erde, gleichwie ein Feigenbaum seine Feigen abwirft, wenn er von großem Wind bewegt wird."
Offenbarung 6:13

Das war das dritte Zeichen, das erscheinen sollte. Nach diesen Ereignissen werde der "große und schreckliche Tag des Herrn" anbrechen, und dann werde der Messias kommen und das Ende der Welt bringen. Studien zeigten, dass das in der Schrift erwähnte "Ende der Welt" symbolisch zu verstehen war. In einigen Schriften war es als das "Ende des Sturmwirbels" oder das "Ende des Zyklus" oder das "Ende des Zeitalters" erwähnt.
Oft wurden zwei griechische Wörter für Welt gebraucht. Das eine war kosmos, das andere aion. Kosmos bedeutet die materielle Welt und Aion eine Ära oder ein Zeitalter. Der Ausdruck "Ende der Welt" kommt siebenmal im Neuen Testament vor; jedesmal wird Aion gebraucht, niemals Kosmos. Als die Jünger Christi Ihn wegen des "Endes der Welt" und Seiner Wiederkehr fragten, benutzte Er das Wort Aion. Als Christus von der "Ernte am Ende der Welt" sprach, benutzte Er Aion, und als Er sagte, "so wird es am Ende der Welt sein", war es wiederum Aion. Christi Wiederkehr bezeichnet klar das Ende eines Zeitalters oder einer Ära.
In einem Bericht eines Kenners der Wiederkunftsprophezeiungen, der die historischen Ereignisse der Zeit vor 1840 erforschte, stand:
"Wenn wir genau hinsehen, finden wir, dass die (in der Offenbarung) verzeichneten Ereignisse in der vorausgesagten Ordnung eintrafen."
Spicer, Our Day in the Light of Prophecy, S.77

Die Ereignisse, die er aufzählte, waren:

1. Das Erdbeben von Lissabon 1755

Innerhalb von sechs Minuten kamen sechzigtausend Menschen ums Leben. Im selben Jahr wurde auch Persien von einem Erdbeben erschüttert, in dem 40000 Menschen den Tod fanden. In seinem Buch The Seventh Vial (siebte Schale) schreibt der Geistliche John Cumming: "... in den 65 Jahren zwischen 1800 und 1865 n. Chr. ereigneten sich (allein in den Grenzen des ehemaligen römischen Reiches) nicht weniger als fünfunddreißig große bis verheerende Erdbeben, welche die Aufmerksamkeit der Geschichtsschreiber auf sich zogen... Auf der skandinavischen Halbinsel und in Island hat es von 1700 bis 1850 n. Chr. zweihundertvierundzwanzig Erdbeben gegeben, in Spanien und Portugal einhundertachtundsiebzig; in Frankreich, Belgien und Holland sechshundert... Auf der italienischen Halbinsel und im östlichen Mittelmeer sind mehr als achthundert Erdbeben in der Zeit zwischen 1800 und 1850 vorgekommen."
Christus selbst hatte gesagt:
"... und werden sein ... Erdbeben hin und her. Das alles aber ist der Anfang... Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel."
Matthäus 24:7, 8, 30

2. Der Schwarze Tag 1780

Der folgende Bericht wurde von Dr. Samuel Stearns im Boston Independent Chronicle vom 22. Juni 1780 veröffentlicht:
"Dass die Dunkelheit nicht von einer Sonnenfinsternis herrührte, beweist klar die andersartige Stellung der Planeten unseres Sonnensystems zu jener Zeit; der Mond stand damals den ganzen Tag mehr als hundertundfünfzig Grad von der Sonne entfernt."
Der Vorgang war so einzigartig, dass er in die 1883 erschienene Auflage von "Websters Lexikon" wie folgt aufgenommen wurde:
"Der Schwarze Tag - der 19. Mai 1780 - so genannt wegen seiner merkwürdigen Verfinsterung, die sich über ganz Neu- England erstreckte... Die wahre Ursache dieses eigenartigen Phänomens ist unbekannt."
Christus sagte:
"... werden Sonne und Mond den Schein verlieren... Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel."
Matthäus 24:29, 30

3. Der Sternenfall 1833

Dieses Ereignis war so ungewöhnlich, dass Clark in seiner History of Astronomy in the Nineteenth Century schreibt: "... ein Sturm fallender Sterne brach über die Erde herein."
Denison Olmsted, Professor der Mathematik an der Yale-Universität, schrieb im American Journal of Science:
"Der Morgen des 13. November 1833 wurde unvergesslich durch ein wunderbares Phänomen, Sternschnuppen genannt, das wohl mächtiger und großartiger war, als irgendeines, das man bisher kannte. ... Wahrscheinlich hat man in diesem Lande seit seiner ersten Besiedlung noch nie eine wunderbarere Erscheinung am Himmel erlebt, die von manchen Betrachtern mit so viel Bewunderung und Freude, von anderen mit so viel Erstaunen und Furcht aufgenommen wurde. Noch einige Zeit nach dem Ereignis war diese Himmelserscheinung das Hauptgesprächsthema."
Professor Olmsted schätzte 34 640 Sternschnuppen in einer Stunde. Diese Schätzung machte er, nachdem der Schauer so weit nachgelassen hatte, dass ihm eine ungefähre Berechnung möglich war.
Der französische Astronom Flammarion schrieb in Popular Astronomy: "Der Bostoner Beobachter Olmsted verglich ihre Anzahl im Augenblick des Höhepunktes mit der Hälfte der Flockenzahl, die bei einem gewöhnlichen Schneefall beobachtet wird."

Das Anlitz des Himmels

Bahá'u'lláh schreibt, dass jedesmal ein besonderer Stern am Himmel sichtbar wird, wenn ein Messias auf Erden erscheint.
In Seinem Buch der Gewissheit spricht Bahá'u'lláh davon, dass es in Wirklichkeit zwei Sterne sind, die das Erscheinen eines göttlichen Boten auf Erden begleiten.
Die Heilige Schrift bestätigt diese Wahrheit und berichtet von dem Stern, der Nimrod das Erscheinen Abrahams anzeigte; dem Stern, auf den die Wahrsager Pharao im Zusammenhang mit Moses hinwiesen; dem Stern von Bethlehem, der Herodes Furcht vor Christus einflößte. Ähnliche Geschichten von Sternen sind beim Kommen Zarathustras und anderer großer Boten Gottes erzählt worden.
Das Interesse von "Doppel"- oder "Zwillingssternen" begann eigenartigerweise zu jener Zeit.
Einer der hellsten Sterne am Himmel ist der Sirius. Der Astronom Bessel stellte die Theorie auf, dass der Sirius nicht ein einzelner, sondern ein Doppelstern sei. Er machte die Äußerung im Jahr 1844. Der Sirius wurde ein Doppelstern "von außergewöhnlichem historischem Interesse" genannt.
Das galt auch für die Forscher nach dem Tausendjährigen Reich. Bessel verkündete seine Theorie im Jahr 1844, dem Jahr der Erklärung des Báb und des Beginns des Glaubens Bahá'u'lláhs.
Alvan Clark studierte den Sirius sorgfältig und bestätigte dann Bessels Theorie. Der Sirius war ein Doppelstern. Er hatte einen Gefährten. Clark gab seine Feststellung 1862 bekannt, nur wenige Monate vor dem Zeitpunkt, an dem Bahá'u'lláh erklärte, der vom Báb Verheißene zu sein. (www.astronews.com)

Der Nachtbesuch

Das wichtigste Datum, das durch Zeichen am Himmel bestätigt werden sollte, war das der Geburt des Glaubens Bahá'u'lláhs. Es war auch am leichtesten zu finden. Das Zeichen war ein Komet, nach seinem Entdecker Biela-Komet genannt.
Man sah ihn 1845 am Himmel - einem Jahr, in dem etwa 300 Kometen erschienen. Er war offenbar ein ganz gewöhnlicher Komet, der schon zuvor oftmals beobachtet worden und im Jahr 1846 noch immer sichtbar war. Er war jedoch der erste Komet in der Geschichte der Kometenforschung, bei dem eine Teilung beobachtet wurde.
Die Encyclopaedia Americana von 1944 gibt den folgenden Bericht über dieses Ereignis: "Er wurde im späten November 1845 wiederentdeckt, und im nächsten Monat konnte man eines der merkwürdigsten Phänomene beobachten, die je in der Astronomie berichtet wurden: die Teilung des Kometen. Während dieses Vorgangs zeigte er keinen Schweif. Professor Challis wollte seinen Augen nicht trauen, als er am 15. Januar 1846 in Cambridge durch das Northumberland Teleskop schaute und dort zwei Kometen erblickte, wo vorher nur einer gewesen war. Er würde ihn, so sagte er, einen Zwillingskometen nennen, wenn man von so etwas jemals zuvor gehört hätte. Seine Beobachtungen wurden jedoch bald bestätigt." Der Biela-Komet verschwand im Jahr 1846. Er erschien wieder im August 1852. Dies war genau der Monat und das Jahr, in dem Bahá'u'lláh in ein unterirdisches Gefängnis in Teheran geworfen wurde.
Das Jahr 1852 war auch der Anfang des Jahres 1269 des persischen Kalenders. Es war das neunte Jahr nach der Prophezeiung des Báb über das Kommen Bahá'u'lláhs.
Der Báb hatte geschrieben:
"Im Jahre neun werdet ihr zu allem Guten gelangen... Im Jahre neun werdet ihr in die Gegenwart Gottes gelangen."

Als der Einzelkomet, der jetzt zum Zwillingskometen geworden war, im August 1852 wieder erschien, war die eine Hälfte weit in den Hintergrund getreten. Die andere Hälfte beherrschte nun der Himmel. So war der Báb, der Herold Bahá'u'lláhs, durch Sein Martyrium in die Geschichte eingegangen, und derjenige, dessen Kommen Er vorausgesagt hatte, Bahá'u'lláh, hatte Seine Mission angetreten.
Im August 1852 waren die Kometen ca. 2-3 Millionen Kilometer voneinander entfernt.

Bahá'u'lláh schrieb von der Zeit, da der Zwillingskomet seine Bahn durch den Himmel zog und Er in einem unterirdischen Verlies angekettet war:
"... siehe, da wehten die Winde des Herrlichsten über Mich und gaben Mir Kenntnis von allem, was war. Diese Sache ist nicht von Mir, sondern von Dem, welcher allmächtig und allwissend ist. Und Er gebot Mir, Meine Stimme zu erheben zwischen Erde und Himmel..."
Wie die Taube am Jordan auf Jesus herabkam und der Brennende Busch vor Moses erschien, so erschien Bahá'u'lláh damals der Erhabenste Geist. Er beschreibt jenes Erlebnis wie folgt:
"Bei Meinem Leben! Ich habe Mich nicht aus eigenem Wollen offenbart, sondern Gott hat Mich nach Seinem Willen offenbart... Wann immer Ich Meinen Frieden zu halten und stille zu sein suchte, siehe, da erweckte Mich die Stimme des Heiligen Geistes zu Meiner Rechten, ... und der Geist der Herr-lichkeit regte sich in Meiner Brust und befahl Mir, Mich zu erheben und Mein Schweigen zu brechen."

Der Komet, der die Erscheinung der beiden, Báb und Bahá'u'lláh, angekündigt hatte, verschwand und kehrte niemals wieder zurück. Keiner (der beiden Kometen) ist in der Form von Kometen wieder gesehen worden, aber an der Stelle, wo sie sein müssten, befindet sich ein Schwarm von Millionen Meteoren, bekannt unter dem Namen Andromeda-Meteore.

Fortschreitende Gottesoffenbarung

Die Anhänger des Bahá'í-Glaubens stehen fest zu dem grundlegenden Prinzip, wie es von Bahá'u'lláh verkündet worden ist, dass religiöse Wahrheit nicht absolut, sondern relativ ist, dass Gottesoffenbarung ein fortdauerndes und fortschreitendes Geschehnis ist, dass alle großen Religionen der Welt göttlich in ihrem Ursprung sind, dass ihre Grundsätze miteinander in völligem Einklang stehen, dass ihre Ziele und Absichten ein und dieselben sind, dass ihre Lehren nur Widerspiegelungen der einen Wahrheit sind, dass ihr Wirken sich ergänzt, dass sie sich nur in unwesentlichen Teilen ihrer Lehren unterscheiden und dass ihre Sendungen aufeinanderfolgende geistige Entwichlungsstufen der Menschheit darstellen.

Fortschreitende Gottesoffenbarung ist eine Dimension menschlicher Existenz und wird es, wie Bahá'u'lláh erklärt, bleiben, solange die Welt besteht:
"Gott hat Seine Boten herniedergesandt, damit sie auf Moses und Jesus folgten, und Er wird fortfahren, so zu tun bis an das Ende, das kein Ende hat..."

Auch andere Religionen kennen Wiederkunftsprophezeiungen:

Aus der Bhagavad-Gita (Hinduismus):

"Wann und wo auch immer das religiöse Leben verfällt, ..., und Irreligiosität überhandnimmt, zu der Zeit erscheine ich."
4:7

"Um die Frommen zu erretten und die Gottlosen zu vernichten und die Prinzipien der Religion wiedereinzuführen, erscheine Ich Zeitalter nach Zeitalter."
4:8

Aus dem Buddhismus:

"Ich bin nicht der erste Buddha, der auf die Erde kam, noch werde ich der letzte sein. Zur rechten Zeit wird ein anderer Buddha in der Welt erscheinen, ein Heiliger, ein höchst Erleuchteter ... ein unvergleichlicher Führer der Menschen... Er wird euch dieselben ewigen Wahrheiten offenbaren, die ich euch gelehrt habe."

"... in der Fülle der Zeit werde sich ein Buddha namens Maitreya, der Buddha universaler Gemeinschaft erheben und Seine grenzenlose Herrlichkeit offenbaren."

Aus dem Zoroastrismus:

"Gott wird dir (Persien) ein gutes Ende geben."

"Wenn nur noch ein Augenblick in der ganzen Welt bleibt, will ich einen von dieser Nation (Persien) senden, der die Religion erneuern wird."

"Wenn Persien und die anderen Länder von den Arabern besetzt sind, will ich einen vom Geschlecht der Könige von Persien auswählen, damit er die Völker der Welt vom Osten bis zum Westen aufrufe, den einen Gott anzubeten."

Anmerkung: Bahá'u'lláhs Stammbaum reicht mehr als 1300 Jahre bis auf die Könige des alten Persiens zurück.



Prophezeiungen aus dem Islam (II)

Oft hört man von Muslimen, dass Muhammed der letzte Prophet sei, und dass nach ihm kein anderer mehr kommen werde. Dennoch ist in den Hadithen von eschatologischen Gestalten die Rede. Wobei diese im Zusammenhang mit dem "Jüngsten Tag" erwähnt werden.

Zum "Siegel der Propheten" schreibt Bahá'u'lláh folgendes:

"...So hat Er offenbart: "Keinen Unterschied machen Wir zwischen Seinen Boten. (Koran 2:137)" Denn sie alle rufen die Menschen dieser Erde auf, die Einheit Gottes anzuerkennen, und verkünden ihnen den Kawthar unendlicher Gnade und Güte. Sie alle sind mit dem Gewande der Prophetenschaft bekleidet und mit dem Mantel der Herrlichkeit beehrt. Darum hat Muhammad, der Punkt des Qur'án, offenbart: "Ich bin alle Propheten."
Ebenso spricht Er: "Ich bin der erste Adam, Noah, Mose und Jesus." Ähnliches sagte auch 'Alí. Worte, welche die Wesenseinheit dieser Vertreter der Einheit verkünden, gehen aus von den Brunnquellen der unsterblichen Gottesworte und den Schatzkammern der Perlen göttlicher Erkenntnis; sie sind in den heiligen Schriften verzeichnet. Diese Gestalten sind die Empfänger des göttlichen Befehls und die Morgenröten Seiner Offenbarung, die erhaben ist über die Schleier der Vielheit und über die Begrenzungen der Zahl. So spricht Er: "Unsere Sache ist nur eine. (Koran 54:51) Da die Sache eine und dieselbe ist, kann auch ihr jeweiliger Träger nur einer und derselbe sein. Ebenso haben die Imáme des muslimischen Glaubens, diese Leuchten der Gewissheit, gesagt: "Muhammad ist unser Erster, Muhammad ist unser Letzter, Muhammad ist unser alles." "...So ist es einleuchtend, dass Er beides ist, "der erste der Propheten" und ihr "Siegel"."


Nach Auffassung der Bahá'i bedeut der Titel "Siegel der Propheten", dass Muhammad den prophetischen Zyklus abschloss, in welchem alle heiligen Schriften auf den mit dem Auftreten des Báb angebrochenen Zyklus der Erfüllung vorausweisen.

"Tage und Nächte werden nicht eher enden, als bis Gott einen Mann aus Meinem Hause senden wird, der denselben Namen trägt wie Ich (Muhammad). Er wird die Erde mit Gerechtigkeit und Billigkeit füllen, wie sie zuvor voll Bedrückung und Tyrannei war."
(Kitabi'l Irshad, Shaykh al-Mufid) -> Die sunnitische Variante findet sich in der Hadith-Sammlung des Abu Dawud.

Anmerkung: Bábs bürgerlicher Name ist Siyyid Ali Muhammad

"Er wird aus den Leuten meines [=des Propheten] Hauses sein; aus meiner Verwandtschaft; aus meinem Volke; aus der Nachkommenschaft Fatimas sein; er wird eine kahle Stirn haben, er wird eine Hakennase, eine hohe Nase haben.
Er wird in der Welt nichts als Bosheit und Unterdrückung und Mangel an Güte finden; wenn ein Mensch 'Allah! Allah!' ruft, so wird er getötet werden. Er wird der Welt Gerechtigkeit zurückgeben; er wird die Menschen schlagen, bis sie sich zu Allah zurückwenden. Die Muslime werden sich unter seiner Herrschaft eines bis dahin unerhörten Wohlstandes freuen; die Erde wird ihre Früchte spenden und die Himmel werden ihre Regen herabsenden; Geld wird in jenen Tagen sein wie Dinge, über die man mit Fuß hinweggeht und wird nicht zu zählen sein; ein Mann wird aufstehen und sagen: 'O Mahdi, schenke mir' und er wird sagen; 'Nimm!' und er wird so viel in sein Gewand hineinwerfen, dass er es kaum hinwegtragen kann. Er wird fünf, sieben oder neun Jahre herrschen. Es gibt Anspielungen auf sein Kommen in einer Zeit der Streitigkeiten. Sie werden so furchtbar sein, dass eine Stimme vom Himmel nötig ist, um sie zu beenden."

(Shaykh al-Mufid, Kitabu'l-Irshad)

Anmerkung: Die "neun Jahre herrschen" werden später noch verdeutlicht.

Außerdem gibt es Anzeichen dafür, dass der Glaube an die Endgültigkeit der prophetischen Sendung Muhammads in den frühen Tagen des Islam keineswegs Allgemeingut war. Der Kommentator Abu Ubayda erklärte in einer Auslegung des Ausdrucks khayr al-khawatim (der Beste der Siegel) aus den Naqa'id: "Er [der Dichter] meint, der Prophet... sei das Siegel der Propheten und das bedeutet, Er ist der beste der Propheten."
(Naqa'id 349)

Auf ähnliche Weise interpretiert Abu Riash al Qaysi in seinem Kommentar zu al-Kumayts Hashimiyyat einen anderen Vers, in dem der Prophet als khatam (oder khatim) alanbiya bezeichnet wird. Abu Riash meint, khatam alanbiya bedeute jemanden, der die Reihe der Propheten besiegelt, während khatim alanbiya "Schönheit der Propheten" oder "der beste unter ihnen" bedeute. Es gibt eine in der Hinsicht eindeutige Überlieferung, die auf A'isha zurückgeht und die diese These stützt. A'isha soll gesagt haben: "Sag (, der Prophet ist das) Siegel der Propheten und sage nicht, es gebe nach Ihm keinen Propheten mehr". (Al-Suyuti)
Der Ausdruck khatam an-nabiyyin (Siegel der Propheten) kann hier nicht als "der letzte Prophet" verstanden werden, sondern wird im Sinne eines besten Propheten verständlich. Auch al-Tha'lad, der Grammatiker ersten Ranges aus Kufa, war der Ansicht "al-khatim (sei) derjenige, der die Reihe der Propheten besiegelt, und al-khatam der beste der Propheten hinsichtlich Charakter und körperlicher Erscheinung." (Al-Ayni)...
So gibt es beispielsweise einen Auspruch von Imam Ali, der lautet: "Muhammad ist das Siegel der Propheten [khatam al-anbiya] und ich bin das Siegel der Nachfolger [khatam wasiyyin]".
Wenn "Siegel" bloß "Schlusspunkt" bedeutete, wie könnte man dann Ali als Besiegelung der Nachfolgerschaften verstehen, wo es doch nach schiitischer Auffassung elf Imame nach ihm gab und nach sunnitischer Auffassung das Kalifat als Weiterführung?
(Zitiert aus "Der Endgültigkeitsanspruch im Islam", Dr. Fazel, Dr. Fananapazir)

Im Folgenden sind Verse aus dem Koran aufgelistet, die sich auf den "Jüngsten Tag" und eine "Auferstehung" beziehen.

Anmerkung: An dieser Stelle sei auf das Buch "Der Fluss der Wahrheit" von Babak Farrokhzad verwiesen.

Erwarten sie denn etwas anderes, als dass Allah zu ihnen in schattenspendenden Wolken kommt, und auch die Engel?...
Koran 2:210

Wähnen sie sich denn in Sicherheit davor, dass eine überdeckende (Strafe) von der Pein Gottes über sie kommt, oder dass plötzlich die Stunde über sie kommt, ohne dass sie es merken?
Koran 12:107

Und an dem Tage, wo die Stunde herankommt, werden die Schuldigen schwören, dass sie nicht länger als eine Stunde (auf Erden) weilten - so sehr sind sie an Täuschung gewöhnt.
Doch die, denen Kenntnis und Glauben verliehen wurden, sagen: "Ihr habt wahrlich gemäß dem Buche Allahs bis zum Tage der Auferstehung geweilt. Und das ist der Tag der Auferstehung, allein ihr wolltet es nicht wissen."

Koran 30:55-56

Und Wir stellen ihn nur für eine bestimmte Frist zurück.
Am Tag, da er eintrifft, wird niemand sprechen, außer mit seiner Erlaubnis. Einige von ihnen werden dann unglücklich und andere selig sein.
Diejenigen, die unglücklich sind, werden dann im Feuer sein; darin werden sie seufzen und schluchzen, und sie werden darin ewig weilen, solange die Himmel und die Erde währen, außer was dein Herr will. Dein Herr tut ja, was Er will.

Koran 11:104:107

Wonach befragen sie einander?
Nach einer gewaltigen Ankündigung , über die sie uneinig sind. Nein! Sie werden es bald erfahren. Und abermals nein! Sie werden es bald erfahren.

Koran 78:1-5

Allah ist es, Der das Buch mit der Wahrheit und der Gerechtigkeit herabgesandt hat. Und wie kannst du es wissen: vielleicht steht die Stunde nahe bevor?
Koran 42:17

Sie warten nur auf die Stunde, dass sie plötzlich über sie komme. Die Zeichen dafür sind schon eingetroffen. Doch was wird ihnen ihr Erinnern nützen, wenn sie über sie gekommen ist?
Koran 47:18

Und lausche am Tage, wenn der Rufer von einem nahen Ort (zum Jüngsten Gericht) rufen wird. Der Tag, wenn sie in Wahrheit den Schrei hören werden - das wird dann der Tag der Auferstehung sein.
Koran 50:41-42

Jedem Volk ist eine Frist gesetzt; und wenn ihre Zeit gekommen ist, dann können sie (sie) auch nicht um eine Stunde hinausschieben, noch können sie (sie) vorverlegen.
Koran 7:34

Und nichts könnte Uns hindern, Zeichen zu senden, obwohl die Früheren sie verworfen hatten... Und Wir senden Zeichen, nur um abzuschrecken.
Koran 17:59

Nach Ibn Babuyas Hadith hat Muhammad verheißen:

Dereinst wird mein Volk die Zeit erleben, da vom Qur'an nichts mehr übrig sein wird als seine äußere Form und vom Islam nichts als sein Name. Sie werden sich nach seinem Namen nennen, obwohl sie das Volk sind, das am weitesten davon entfernt ist. Die Moscheen werden voll von Leuten sein, doch bar der rechten Führung. Die Geistlichen [fuqaha] jener Zeit werden die schlimmsten unter dem Himmel sein. Aufruhr und Streit wird von ihnen ausgehen und auf sie zurückfallen.

Auszüge aus dem Kitáb-i-Iqán von Bahá'u'lláh

Im Aválim1, einem maßgeblichen, wohlbekannten Buch, ist verzeichnet: »Ein junger Mann aus den Baní-Háshim2 wird sich offenbaren, Er wird ein neues Buch enthüllen und ein neues Gesetz verkünden.« Dann folgen die Worte: »Die meisten Seiner Feinde werden Geistliche sein.« An einer anderen Stelle wird von Sádiq, dem Sohne Muhammads,3 berichtet, daß er sprach: »Es wird ein Jüngling aus den Baní-Háshim erscheinen, Er wird das Volk auffordern, Ihm Treue zu geloben. Sein Buch wird ein neues Buch sein, zu dem Er die Menschen aufrufen wird, ihren Glauben zu bekennen. Streng ist Seine Offenbarung für die Araber. Wenn ihr von Ihm höret, so eilet Ihm entgegen.«

1 Shí'itische Traditionssammlung; siehe Glossar des Kitáb-i-Iqán
2 Familie, der Muhammad entstammte
3 Ja'far as-Sádiq, der sechste Imám der Shí'iten

Und nun sieh, wie in der anderen Tradition alle diese Geschehnisse vorausgesagt sind. Im Arba'in1 steht geschrieben: »Aus den Baní-Háshim wird ein Jüngling erscheinen, der ein neues Gesetz offenbaren wird. Er wird das Volk zu sich laden, doch niemand wird auf Seinen Ruf achten. Die meisten Seiner Feinde werden Geistliche sein. Seinem Befehl werden sie nicht gehorchen, sondern Ihm also widersprechen: 'Dies widerspricht dem, was uns von den Imámen des Glaubens überliefert ist.'« Heute wiederholen sie diese Worte und sind sich dessen gar nicht bewußt, daß Er den Thron des »Er tut, was immer Er will« einnimmt und auf dem Sitze des »Er befiehlt, was immer Ihm gefällt«2 weilt.

1 Traditionensammlung; siehe Glossar des Kitáb-i-Iqán
2 vgl. Qur'án 2:253; 14:28; 22:14, 18

Ein Gottesbote wurde in der Menschheitsgeschichte niemals Seiner Hoheit und Seiner Würde entsprechend von den Menschen empfangen, meist war das Gegenteil der Fall.

Bahá'u'lláh schreibt hierzu in Seinem "Buch der Gewissheit":

"...Was hat sie wohl veranlasst, Ihn zu verwerfen und zu meiden? Was ließ sie sich sträuben, das Gewand der Leugnung abzuwerfen und sich mit dem Kleide der Annahme zu schmücken? Was war überdies der Grund, dass sich die göttliche Verheißung nicht erfüllt hatte, so dass die Suchenden wieder verwarfen, was sie bereits angenommen hatten?

Meditiert darüber, damit das Geheimnis unsichtbarer Dinge euch enthüllt werde und ihr die Süße geistiger Düfte atmet und die Wahrheit erkennet, dass der Allmächtige seit undenklichen Zeiten und bis in alle Ewigkeit Seine Diener prüft, auf das sich Licht von Finsternis scheide, Wahrheit von Trug, Recht von Unrecht, Führung von Irrtum, Glück von Elend und Rosen von Dornen. Denn also hat Er offenbart: "Wähnen die Menschen denn, sie würden in Ruhe gelassen, nur weil sie sagen: Wir glauben - und sie würden nicht auf die Probe gestellt?"

(Koran 29:2)"

"Und in jenen Tagen werden sich die Engel versammeln und ihre Blicke nach Osten richten, zum Land der Parther und der Meder, um die Könige wachzurufen; und ein Geist des Aufruhrs wird über sie kommen und sie von ihren Thronen stürzen."
Henoch 56:5



Bahá'u'lláhs Sendschreiben an die Herrscher Seiner Zeit

Bahá'u'lláh schrieb Sendschreiben an Napoleon III, Zar Alexander II, Königin Viktoria, Kaiser Wilhelm I, Kaiser Franz Josef, Sultan Abdu'l-Aziz, Nasri'd Din Shah, an die Führer Amerikas, an die gewählten Vertreter des Volkes in allen Ländern, an die religiösen Führer der Welt, Papst Pius IX, an die Geistlichkeit und Religionsanhänger. Im Folgenden werden nur einige aufgegriffen, diese auch nicht in vollem Umfang:

O Könige der Erde! Er, der souveräne Herr aller, ist gekommen. Das Reich ist Gottes, des allmächtigen Beschützers, des Selbstbestehenden. Betet niemanden an außer Gott, und erhebt euer Angesicht strahlenden Herzens zu eurem Herrn, dem Herrn aller Namen. Dies ist eine Offenbarung, mit der niemals vergleichbar ist, was ihr besitzet, o dass ihr es doch wüsstet!
Wir sehen, wie ihr euch dessen freut, was ihr für andere angesammelt, und euch ausschließt von den Welten, die nichts außer Meiner wohlverwahrten Tafel bewerten kann. Die Schätze, die ihr sammelt, lenken euch weit ab von eurem letzten Ziel. Dies steht euch übel an - könntet ihr es doch verstehen! Reinigt eure Herzen von allem irdischen Schmutz und eilt in das Reich eures Herrn, des Schöpfers von Erde und Himmel, der die Welt erzittern und alle ihre Völker wehklagen ließ, außer jenen, die allem entsagten und sich an das hielten, was die Verborgene Tafel verfügt hat...


AN NAPOLEON III:

O König in Paris! Sage den Priestern, sie sollen nicht länger die Glocken läuten. Bei Gott, dem Wahren! Die Mächtigste Glocke ist erschienen in der Gestalt Dessen, Welcher der Größte Name ist, und die Finger des Willens deines Herrn, des Erhabensten, des Höchsten, läuten sie im Himmel der Unsterblichkeit in Seinem Namen "der Allherrliche". So sind die mächtigen Verse deines Herrn aufs neue zu dir herabgesandt worden, auf dass du dich erheben mögest, Gottes zu gedenken, des Schöpfers von Erde und Himmel, in diesen Tagen, da alle Geschlechter der Erde trauern, da die Grundmauern der Städte erzittern und der Staub des Unglaubens alle Menschen einhüllt, ausgenommen jene, die dein Herr, der Allwissende, der Allweise, zu verschonen beliebte.

Sprich: Er, der Unbedingte, ist in den Wolken des Lichtes gekommen, um alles Erschaffene mit dem Odem seines Namens "der Allbarmherzige" zu beleben, um die Welt zu vereinen und alle Menschen an dieser Tafel zu versammeln, die vom Himmel herabgesandt wurde. Hüte dich, die Gunst Gottes von dir zu weisen, nachdem sie zu dir hernieder kam, sie ist besser für dich als alles, was du besitzest; denn was dein ist, vergeht, aber was von Gott ist, besteht fort. Er verfügt in der Tat, was Ihm gefällt. Wahrlich, der Odem der Vergebung weht von der Stätte deines Herrn, des Gottes der Gnade. Wer sich Ihm zukehrt, wird von seinen Sünden, von aller Pein und Krankheit gereinigt. Glücklich der Mensch, der sich diesem Odem zuwendet, und wehe dem, der sich abkehrt! ...

... O König! Die Sterne am Himmel des Wissens sind herabgefallen, sie, die die Wahrheit Meiner Sendung durch ihren Besitz begründen wollen und die Gott in Meinem Namen anrufen. Dennoch haben sie sich abgewandt, als Ich in Meiner Herrlichkeit zu ihnen kam. In der Tat, sie zählen zu den Gefallenen. Dies ist wahrlich das, was der Geist Gottes (Jesus) ankündigte, als Er mit der Wahrheit zu euch kam, Er, mit dem sich die jüdischen Gelehrten stritten, bis sie schließlich das taten, was den Heiligen Geist klagen und die Tränen jener, die Gott nahe sind, strömen ließ ...

O König! Wir vernahmen die Worte, die du dem Zaren von Russland bezüglich deines Entschlusses zum Krieg (Krimkrieg) zur Antwort gabst. Wahrlich, dein Herr ist allwissend und kennt alles. Du sagtest: "Ich lag schlafend auf meinem Bette, als der Schrei der Unterdrückten, die in das schwarze Meer gestürzt wurden, mich weckte." Solches hörten Wir dich sprechen, und wahrlich, dein Herr ist Zeuge dessen, was ich sage. Wir bezeugen, dass das, was dich weckte nicht ihr Schrei war, sondern die Einflüsterungen deiner eigenen Leidenschaften.

Denn Wir prüften dich und fanden dich fehlerhaft. Erfasse die Bedeutung Meiner Worte und gehöre zu den Einsichtsvollen. Mit Rücksicht auf die Würde, die Wir dir in diesem sterblichen Dasein verliehen, wünschen wir keineswegs, dich zu verdammen. Wahrlich, Wir wählten die Höflichkeit und machten sie zum Kennzeichen für solche, die ihm nahe sind. Höflichkeit ist in der Tat ein Gewand, das alle Menschen, jung oder alt, kleidet.
Wohl steht es um den, der seinen Tempel mit ihr schmückt, und wehe denen, die dieser großen Gabe verlustig gehen. - Wärest du aufrichtig in deinen Worten gewesen, so hättest du das Buch Gottes nicht beiseite geworfen, als es dir von Ihm, dem Allmächtigen, dem Allweisen, zugesandt wurde. Wir haben dich damit geprüft und fanden dich anders, als du vorgibst. Erhebe dich und suche nachzuholen, was du versäumt hast. Binnen kurzem werden deine Welt und all dein Besitz untergehen, und das Reich wird Gottes bleiben, deines Herrn und des Herrn deiner Väter. Es geziemt dir nicht, deine Geschäfte nach den Befehlen deiner Leidenschaften zu führen. Fürchte die Seufzer dieses Unterdrückten und schirme Ihn vor den Speeren derer, die Unrecht tun.

Für das, was du getan hast, soll dein Reich in Verwirrung gestürzt werden; deine Herrschaft soll deinen Händen zur Strafe für das, was du verübtest, entgleiten. Dann wirst du erkennen, wie sehr du dich geirrt hast. Aufruhr wird das ganze Volk des Landes ergreifen, es sei denn, du hilfst dieser Sache und folgst Ihm, dem Geist Gottes (Jesus), auf diesem, dem Geraden Pfad. Hat dich dein Pomp stolz gemacht? Bei Meinem Leben! Er soll nicht von Dauer sein, nein, er soll bald dahinschwinden, es sei denn, du hältst dich standhaft an dieses feste Seil. Wir sehen Erniedrigung dich verfolgen, während du zu den Achtlosen gehörst. Es geziemt dir, wenn du Seine Stimme vom Throne der Herrlichkeit rufen hörst, alles wegzuwerfen, was du besitzest, und laut zu antworten: "Hier bin ich, o Du Herr all dessen, was im Himmel und auf Erden ist!"...


AN ZAR ALEXANDER II

O Zar von Russland! Neige dein Ohr der Stimme Gottes, des Königs, des Heiligen, und wende dich dem Paradiese zu, der Stätte, wo Er wohnt, der unter den himmlischen Scharen die erhabensten Titel trägt und dem im Reiche der Schöpfung der Name Gott, der Strahlende, der Glorreiche, beigelegt wird. Hüte dich, dass dich deine Begierde nicht hindere, dich dem Angesichte deines Herrn, des Mitleidigen, des Barmherzigsten, zuzuwenden. Wir haben wahrlich die Sache vernommen, um die du deinen Herrn in heimlicher Zwiesprache angefleht hast. Darum wehten die Winde Meiner liebewollen Güte und wogte das Meer Meiner Barmherzigkeit, und Wir antworteten dir in Wahrheit.
Dein Herr ist der Allwissende, der Allweise. Als Ich gefesselt und angekettet im Kerker lag, bot Mir einer deiner Gesandten seine Hilfe an.

Deshalb hat Gott einen Rang für dich werordnet, welchen keine Erkenntnis begreifen kann, ausgenommen Seine Erkenntnis. Hüte dich, dass du diesen erhabenen Rang nicht verscherzest ... Hüte dich, dass dich deine Herrschaft nicht von Ihm, dem höchsten Herrscher, fernhält. Wahrlich, Er ist mit Seinem Reiche gekommen, und alle Atome rufen laut: "Seht, der Herr ist in Seiner erhabenen Majestät gekommen!" Er, der Vater, ist gekommen, und der Sohn (Jesus) im heiligen Tale ruft aus: "Hier bin Ich, hier bin Ich, o Herr, Mein Gott!", während der Sinai das Haus umkreist und der brennende Busch laut ausruft: "Der Freigebigste ist gekommen auf den Wolken thronend! Gesegnet ist, wer sich Ihm nähert, und wehe denen, die weit entfernt sind!"...

Wiederum sage Ich: Höre auf Meine Stimme, die aus Meinem Gefängnis ruft, dass sie dir künde, was Meiner Schönheit widerfahren ist von der Hand derer, die dadurch Meine Herrlichkeit offenbaren, und damit du verstehen mögest, wie groß Meine Geduld gewesen ist, ungeachtet Meiner Macht, und wie unermesslich Meine Nachsicht, ungeachtet Meiner Stärke. Bei Meinem Leben! Könntest du nur die Dinge erkennen, die durch Meine Feder herabgesandt wurden, und die Reichtümer Meiner Sache entdecken und die Perlen Meiner Geheimnisse, welche in den Meeren Meiner Namen und in den Bechern Meiner Worte verborgen liegen - du würdest in deiner Liebe zu Meinem Namen und in deiner Sehnsucht nach Meinem herrlichen und erhabenen Reich dein Leben auf Meinem Pfade hingeben. Wisse, dass, wenn auch das Schwert Meiner Feinde über Mir hängt und Meine Glieder von unermesslichen Leiden befallen sind, Mein Geist doch von einer Freude erfüllt ist, womit alle Freuden der Erde nimmermehr verglichen werden können.


AN KÖNIGIN VIKTORIA

O Königin in London! Neige dein Ohr der Stimme deines Herrn, des Herrn des ganzen Menschengeschlechts, die vom göttlichen Lotosbaum ruft: Wahrlich, es gibt keinen Gott außer Mir, dem Allmächtigen, dem Allweisen! Wirf alles hinweg, was auf Erden ist, und schmücke das Haupt deines Königreichs mit der Krone des Gedenkens deines Herrn, des Glorreichsten. Er, wahrlich, ist in die Welt in Seiner größten Herrlichkeit gekommen, und alles, was im Evangelium verkündet ist, hat sich erfüllt. Das Land Syrien ist geehrt worden durch die Fußspuren seines Herrn, des Herrn aller Menschen, und Nord und Süd sind beide trunken vom Wein Seiner Gegenwart.

Gesegnet ist der Mensch, der den Duft des Barmherzigsten einatmete und sich dem Aufgangsort Seiner Schönheit in dieser strahlenden Morgendämmerung zuwandte. Die Moschee von Aqsá bebt im Windhauch ihres Herrn, des Allherrlichen, während Bathá (Mekka) vor der Stimme Gottes, des Erhabenen, des Höchsten, erzittert. Und so feiert jeder Stein von ihnen den Lobpreis des Herrn durch diesen großen Namen.

... Er, wahrlich, ist Zeuge dessen, was Ich sage. Wir haben erfahren, dass du den Handel mit Sklaven, Männern sowohl wie Frauen, verboten hast. Wahrlich, dies ist, was Gott in Seiner wunderwollen Offenbarung zur Pflicht gemacht hat. Gott hat dir dafür eine Belohnung bestimmt. Er wird dem, der Gutes tut, seinen gerechten Lohn geben - möchtest du doch dem folgen, was dir zugesandt ward durch Ihn, den Allwissenden, den alles Durchschauenden... Wer sich von dem Wahren abwendet, ist in der Tat am tiefsten unter Seinen Geschöpfen verschleiert. So ist es durch Ihn, den Allmächtigen, den Gewaltigsten, bestimmt worden.

Wir haben auch gehört, dass du die Zügel der Beratung den Händen der Volksvertreter anwertraut hast. Du hast fürwahr gut daran getan, denn dadurch wird der Grund des Gebäudes deiner Angelegenheiten gestärkt und die Herzen aller, die unter deinem Schutze stehen, ob hoch oder niedrig, beruhigt werden. Es geziemt diesen jedoch, vertrauenswürdig zu sein unter Seinen Dienern und sich als die Vertreter aller zu betrachten, die auf Erden wohnen...


AN KAISER FRANZ JOSEPH

O Kaiser von Österreich! Er, der Tagesanbruch des Lichtes Gottes, lag im Gefängnis von Akká zu der Zeit, da du dich aufmachtest, die Aqsá-Moschee zu besuchen. Du zogest vorbei an Ihm und forschtest nicht nach dem, durch den jedes Haus erhöht und jedes erhabene Tor geöffnet ward. Wir machten es fürwahr zu einem Ort, dahin die Welt sich wenden soll, Meiner zu gedenken. Du aber hast Ihn, das Ziel dieses Gedenkens, verschmäht, als Er erschien mit dem Reiche Gottes, deines Herrn und des Herrn der Welten. Wir waren allezeit mit dir und fanden dich an den Zweig geklammert, der Wurzel nicht achtend.

Wahrlich, dein Herr ist Zeuge dessen, was Ich sage. Betrübt sahen Wir dich Unseren Namen umkreisen, Unser nicht achtend, obwohl Wir dir vor Augen waren. So öffne deine Augen, damit du dieses hehre Bild schauest und Ihn erkennest, den du des Tages und zur Nachtzeit anrufst, und schaue auf das Licht, das über diesem leuchtenden Horizont erstrahlt.


AN NASIRI'D-DIN SHAH

O König! Ich war nur ein Mensch wie andere und schlief auf Meinem Lager - siehe, da wehten die Winde des Herrlichsten über Mich und gaben Mir Kenntnis von allem, was war. Diese Sache ist nicht von Mir, sondern von Dem, welcher allmächtig und allwissend ist. Und Er gebot Mir, Meine Stimme zu erheben zwischen Erde und Himmel, und um dessentwillen befiel Mich, worüber ein jeder Mensch mit Einsicht weinte. Die allgemein übliche Gelehrsamkeit der Menschen studierte Ich nicht; ihre Schulen betrat Ich nicht.

Frage nach in der Stadt, wo Ich wohnte, auf dass du wohl versichert seiest, dass Ich nicht zu denen gehöre, die falsch reden. Das ist nur ein Blatt, das die Winde des Willens deines Herrn, des Allmächtigen, des Allgepriesenen, bewegt haben. Kann es ruhig bleiben, wenn der Sturmwind weht? Nein, bei Ihm, dem Herrn aller Namen und Eigenschaften! Er bewegt es, wie Er will. Das Vorübergehende ist wie ein Nichts vor Ihm, dem Ewigen.

Sein allbezwingender Ruf hat Mich erreicht und ließ Mich Seinen Lobpreis unter allem Volke anstimmen. Fürwahr, Ich war wie ein Toter, als Sein Befehl erscholl. Die Hand des Willens deines Herrn, des Mitleidigen, des Barmherzigen, verwandelte Mich. Kann irgend jemand aus eigenem Willen das aussprechen, weswegen alle Menschen, hoch und niedrig, sich gegen ihn erheben werden? Nein, bei Ihm, der die Feder die ewigen Geheimnisse lehrte: das kann nur, wem die Gnade des Allmächtigen, des Allgewaltigen Kraft gab. Die Feder des Höchsten wandte sich Mir zu und sprach: Fürchte dich nicht! Berichte Seiner Majestät, dem Sháh, was über dich gekommen ist. Wahrlich, sein Herz ist in der Hand deines Herrn, des Gottes der Barmherzigkeit, damit vielleicht die Sonne der Gerechtigkeit und Freigebigkeit über dem Horizonte seines Herzens aufstrahlt. So wurde die Verordnung unwiderruflich festgesetzt durch Ihn, den Allweisen.

... O König! Wenn du dein Ohr dem Laut der Feder der Herrlichkeit und dem Gurren der Taube der Ewigkeit zuneigtest, die auf den Zweigen des Lotosbaumes, über den es kein Hinausgehen gibt, den Lobpreis Gottes, des Schöpfers aller Namen, der Erde und des Himmels, singt, so würdest du auf eine solche Stufe gelangen, von welcher aus du in der Welt des Daseins nichts als den Glanz des Angebeteten schauen und deine Herrschaft als das Unwürdigste deines Besitzes ansehen würdest; du würdest sie jedem überlassen, der sie gerade begehrt, und dein Angesicht dem Horizont zuwenden, der im Lichte Seines Antlitzes erglüht. Auch würdest du die Bürde der Herrschaft nur noch tragen wollen, um damit deinem Herrn, dem Erhabenen, dem Höchsten, zu helfen. Dann würden dich die Himmelsbewohner segnen. Ach, wie herrlich ist diese erhabenste Stufe - könntest du doch zu ihr gelangen durch die Macht deiner Herrschaft, die erkannt wird als vom Namen Gottes hergeleitet ...

... O Sháh, geschähe es doch, dass du Mir gestattetest, dir das zu senden, was die Augen ergötzt, die Seelen beruhigt und jeden ehrlich gesinnten Menschen überzeugt, dass bei Ihm die Erkenntnis des Buches ist ... Wäre die Zurückweisung durch die Narren und die falsche Nachsicht der Geistlichen nicht gewesen, so hätte Ich eine Rede gehalten, welche die Herzen durchschauert und in ein Reich entführt hätte, wo das Rauschen der Winde zu hören wäre: "Keinen Gott gibt es außer Ihm! ..."

O Sháh, Ich habe auf dem Pfade Gottes geschaut, was noch kein Auge schaute und kein Ohr hörte ... Wie zahlreich sind die Trübsale, welche auf Mich herabströmten und bald noch herabströmen werden! Ich schreite voran, den Blick auf Ihn gerichtet, den Allmächtigen, den Allgütigen, während hinter Mir die Schlange gleitet. Meine Augen haben Tränen vergossen, bis Mein Bett von ihnen getränkt war. Aber Ich gräme Mich nicht um Mich. Bei Gott! Mein Haupt sehnt sich nach dem Speer aus Liebe zu seinem Herrn. Ich ging nie an einem Baum vorbei, ohne dass Mein Herz ihn anredete und sprach: "O würdest du doch in Meinem Namen abgehauen und Mein Leib an dir auf dem Pfade Meines Herrn gekreuzigt!"

... Bei Gott! Obgleich Müdigkeit Mich niederdrückt, Hunger Mich verzehrt, der nackte Fels Mein Bett ist und die Tiere des Feldes Meine Gefährten sind, will Ich nicht klagen, sondern geduldig ausharren, wie jene mit Standhaftigkeit und Festigkeit Begabten durch die Kraft Gottes, des ewigen Königs und Schöpfers der Nationen, ausgeharrt haben. Gott will Ich Dank in allen Lebenslagen darbringen. Wir bitten, Er möge in Seiner Güte - gepriesen sei Er! - durch diese Kerkerhaft die Nacken der Menschen Von Ketten und Fesseln befreien und mit aufrichtigem Angesicht sich Seinem Antlitz zuwenden lassen, Ihm, dem Mächtigen, dem Freigebigen. Er ist bereit, jedem zu antworten, der Ihn anruft, und Er ist denen nahe, die mit Ihm Umgang pflegen.


AN PAPST PIUS IX

O Papst! Zerreiße die Schleier! Er, der Herr der Herren, ist gekommen, von Wolken überschattet, und der Ratschluss ist erfüllt worden durch Gott, den Allmächtigen, den Unendlichen

... Wahrlich, Er ist wieder vom Himmel herniedergekommen, wie Er von dort zum ersten Male herniedergekommen war. Hüte dich, mit Ihm zu streiten, wie es die Pharisäer mit Ihm (Jesus) taten ohne ein klares Zeichen oder einen Beweis. Zu Seiner Rechten strömen die lebendigen Wasser der Gnade und zu Seiner Linken der auserlesene Wein der Gerechtigkeit, während vor Ihm die Engel des Paradieses einhergehen und das Banner seiner Zeichen tragen. Hüte dich, dass dich nicht irgendein Name von Gott ausschließe, dem Schöpfer von Himmel und Erde. Lasse die Welt hinter dir und wende dich deinem Herrn zu, durch welchen die ganze Erde erleuchtet worden ist

... Wohnst du in Palästen, während Er, der König der Offenbarung, in der trostlosesten Behausung lebt? Überlasse sie denen, die sie begehren, und wende dein Antlitz mit Freude und Wonne dem Reiche Gottes zu ... Erhebe dich im Namen deines Herrn, des Gottes der Barmherzigkeit, inmitten der Völker der Erde und ergreife den Kelch des Lebens mit den Händen des Vertrauens; trinke du zuerst davon und biete ihn sodann solchen an, die sich Ihm inmitten der Völker allen Glaubens zuwenden ...

Rufe dir Ihn, den Geist (Jesus), ins Gedächtnis zurück, wie bei Seinem Kommen die Gelehrtesten Seiner Zeit in Seinem eigenen Lande das Urteil gegen Ihn fällten, während einer, der nur ein Fischer war, an Ihn glaubte. Gebt darum acht, ihr Menschen mit einsichtswollen Herzen! Du bist in Wahrheit eine der Sonnen am Himmel Seiner Namen. Hüte dich, dass die Finsternis nicht ihre Schleier über dich breite und dich fernab von Seinem Lichte verhülle ... Betrachte jene, die sich dem Sohne (Jesus) widersetzten, als Er zu ihnen mit Macht und Herrschaft kam.

Wie viele von den Pharisäern warteten darauf, Ihn zu schauen, und wehklagten, weil sie von Ihm getrennt waren! Und doch, als der Duft Seines Kommens über sie wehte und Seine Schönheit sich enthüllte, da wandten sie sich von Ihm ab und stritten mit Ihm ... Keiner, außer ganz wenigen, die jeglicher Macht bei den Menschen ermangelten, wandte sich Seinem Antlitz zu. Heute aber ist jeder mit Macht ausgestattete und mit Herrschaft bekleidete Mensch stolz auf Seinen Namen. Ebenso beachte, wie zahlreich heutzutage die Mönche sind, die sich in Meinem Namen in ihren Kirchen abgeschlossen haben und die, als die festgesetzte Zeit erfüllt war und Wir Unsere Schönheit enthüllten, Uns nicht erkannten, obwohl sie zur Abendzeit und zur Morgendämmerung nach Mir rufen ...

Das Wort, das der Sohn verbarg, ist offenbar geworden. Es wurde in Gestalt des Menschentempels am heutigen Tage herabgesandt. Gesegnet sei der Herr, welcher der Vater ist! Wahrlich, Er ist zu den Völkern in Seiner größten Majestät gekommen. Wende dein Angesicht Ihm zu, o Schar der Rechtschaffenen! ... Dies ist der Tag, da der Fels (Petrus) ausruft und jauchzt und den Lobpreis seines Herrn, des Allbesitzenden, des Höchsten, verherrlicht mit den Worten: "Seht, der Vater ist gekommen, und was euch verheißen ward in Seinem Reich ist erfüllt! ..." Mein Leib sehnt sich nach dem Kreuze, und Mein Haupt erwartet den Wurf des Speeres auf dem Pfade des Allbarmherzigen, auf dass die Welt von ihren Übertretungen geläutert werde ...

O höchster Priester! Neige dein Ohr dem zu, was der Gestalter modernden Gebeins dir rät, wie es von Ihm, der Sein Größter Name ist, verkündet wird. Verkaufe den reich verzierten Kirchenschmuck, den du besitzest, und opfere ihn auf dem Pfade Gottes, der die Nacht auf den Tag und den Tag auf die Nacht folgen lässt. Übergib dein Königreich den Königen und tritt hervor aus deiner Wohnung, dein Angesicht zum Reich Gottes erhoben, dann verkünde, losgelöst von der Welt, das Lob deines Herrn zwischen Erde und Himmel. Dies gebot dir Er, der Besitzer aller Namen, von seiten deines Herrn, des Allmächtigen, des Allwissenden.

Ermahne die Könige und sprich: "Verfahrt gerecht mit den Menschen. Hütet euch, die im Buche festgesetzten Grenzen zu überschreiten." Dies, wahrlich, geziemt dir. Hüte dich, dir die Dinge der Welt und ihre Reichtümer anzueignen. Überlasse sie denen, die sie begehren, und habe fest an dem, was dir von Ihm, dem Herrn der Schöpfung, befohlen ist. Sollte irgend jemand dir alle Schätze der Erde anbieten, so gönne ihnen nicht einmal einen Blick. Sei so, wie dein Herr gewesen ist. Also hat die Zunge der Offenbarung ausgesprochen, was Gott zum Schmucke des Buches der Schöpfung gemacht hat ...

Sollte die Trunkenheit des Weines Meiner Verse dich überkommen, und solltest du dich entschließen, vor dem Throne deines Herrn, des Schöpfers von Himmel und Erde zu erscheinen, so mache Meine Liebe zu deinem Gewande, Meine Erwähnung zu deinem Schilde und dein Vertrauen auf Gott, den Offenbarer aller Macht, zu deiner Wegzehrung. Wahrlich, der Tag der Ernte ist gekommen, und alle Dinge sind voneinander geschieden worden. Er hat das, was Er wollte, in den Gefäßen der Gerechtigkeit verwahrt und hat ins Feuer geworfen, was diesem verfallen ist. So ist es von deinem Herrn, dem Mächtigen, dem Liebevollen, an diesem verheißenen Tage beschlossen worden. Wahrlich, Er verordnet, was Ihm gefällt. Es gibt keinen anderen Gott außer Ihm, dem Allmächtigen, dem Allbezwingenden.




"O ihr Menschenkinder! Der Hauptzweck, der den Glauben Gottes und Seine Religion beseelt, ist, das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Verbundenheit unter den Menschen zu pflegen."
Bahá'u'lláh, Ährenlese 110

"Die Propheten und Boten Gottes wurden zu dem einzigen Zweck herabgesandt, die Menschheit auf den geraden Pfad der Wahrheit zu führen. Ihre Offenbarung hat den Zweck, alle Menschen zu erziehen, damit sie zur Todesstunde in größter Reinheit und Heiligkeit, in völliger Loslösung zum Throne des Höchsten aufsteigen."
Bahá'u'lláh, Ährenlese 81


Für Zusammenhänge, die fehlerhaft dargestellt wurden, sollten keine voreiligen Rückschlüsse auf die verwendete Quellenliteratur gezogen werden. Vielmehr sind sie dann auf Fehler meinerseits zurückzuführen.

Das von mir in dieser Zusammenstellung dargestellte, bezieht sich auf Inhalte folgender Literatur:

  • Dieb in der Nacht, William Sears
  • Koran
  • Nabils Bericht
  • Baha'i-Primärliteratur
  • Der Fluss der Wahrheit, Babak Farrokhzad