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Notwendigkeit eines Mittlers

´Abdu'l-Bahá sprach:
"Ein Mittler ist notwendig zwischen dem Menschen und dem Schöpfer - einer, der das volle Licht des göttlichen Glanzes empfängt und es über die Menschenwelt ausstrahlt, wie die irdische Atmosphäre die wärmenden Strahlen der Sonne empfängt und verbreitet."
(´Abdu'l-Bahá, Divine Philosophy.)

"Wenn wir beten wollen, müssen wir uns auf etwas Bestimmtes sammeln. Wenn wir uns zu Gott wenden, müssen wir unser Herz auf einen bestimmten Mittelpunkt lenken. Wenn der Mensch Gott auf eine andere Weise als durch Seine Manifestation anbetet, muss er sich zuerst eine Vorstellung von Gott machen, und diese Vorstellung ist nur ein Gebilde seines eigenen Geistes. Da aber das Endliche das Unendliche nicht begreifen kann, so kann Gott auf diese Weise nicht begriffen werden. Das, was sich der Mensch mit seinem eigenen Geist vorstellt, kann er begreifen. Aber das, was er begreifen kann, ist nicht Gott. Die Vorstellung, die sich ein Mensch von Gott macht, ist nur ein Trugbild, ein Bild, eine Einbildung, eine Täuschung. Es gibt keine Verbindung zwischen einer solchen Vorstellung und dem Allerhöchsten Wesen.
Wenn jemand Gott erkennen will, so muss er Ihn in dem vollkommenen Spiegel Christi oder Bahá'u'lláhs finden. In jedem dieser Spiegel wird er die Sonne der Göttlichkeit widergespiegelt sehen.
Wie wir die physische Sonne an ihrem Glanz, ihrem Licht und ihrer Hitze erkennen, so erkennen wir Gott, die geistige Sonne, wenn sie aus dem Tempel der Manifestation hervorstrahlt, an Seinen Kennzeichen der Vollkommenheit, an der Schönheit Seiner Eigenschaften und an dem Glanze Seines Lichtes."
(Aus einem Gespräch mit Mr. Percy Woodcock in 'Akká 1909.)

Er sagt ferner:

"Wenn der Heilige Geist nicht zum Vermittler wird, kann der Mensch nicht unmittelbar zu den Gaben Gottes gelangen. Überseht die unverkennbaren Wahrheiten nicht, denn es ist selbstverständlich, dass ein Kind nicht ohne Lehrer unterrichtet werden kann und dass Erkenntnis eine der Gaben Gottes ist.

Ohne den Regen der Wolken wird der Erdboden nicht mit Gras und anderen Gewächsen bedeckt. Daher sind die Wolken die Vermittler zwischen den göttlichen Gaben und dem Erdboden ... Das Licht hat einen Mittelpunkt, und so es jemand anderswo als in diesem Mittelpunkt suchen wollte, würde er niemals zu Ihm gelangen ... Wende deinen Blick zu den Tagen Christi. Manche bildeten sich ein, sie könnten ohne die messianische Ausgießung zur Wahrheit gelangen, aber gerade diese Einbildung wurde zur Ursache, dass sie jener verlustig gingen."
(Tablets of ´Abdu'l-Bahá, Band III, S. 591-592.)

Wer es versucht, zu Gott zu beten, ohne sich an Seine Manifestation zu wenden, gleicht einem Menschen im dunklen Kerker, der durch seine Einbildung versucht, in der Pracht des Sonnenscheins zu schwelgen.