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Zwei Stufen der Gottesoffenbarer

Bis heute lassen sich viele Menschen von den Unterschieden zwischen den Gottesboten leiten. Zahlreiche religiöse Missverständnisse der Vergangenheit bestehen, weil zwischen den beiden Stufen der Gottesoffenbarer nicht hinreichend differenziert wurde. Bahá'u'lláh zeigt in seinem Buch der Gewissheit Wege zu einem tieferen Verständnis:

Diese Tabernakel der Heiligkeit (die Gottesoffenbarer), diese ersten Spiegel, die das Licht unvergänglicher Herrlichkeit widerstrahlen, sind nur ein Ausdruck von Ihm, dem Unsichtbaren der Unsichtbaren. Durch die Offenbarung dieser Edelsteine göttlicher Tugend sind alle Namen und Eigenschaften Gottes, wie Erkenntnis und Kraft, Oberhoheit und Herrschaft, Barmherzigkeit und Weisheit, Herrlichkeit, Freigebigkeit und Gnade, klar und deutlich gemacht worden.
(S. 75)

Diese Eigenschaften Gottes sind nicht eigens gewissen Propheten verliehen worden und anderen verschlossen geblieben, auch ist dies nie so gewesen. Nein, alle Propheten Gottes, Seine wohlbegnadeten, Seine heiligen und erwählten Gesandten, sind ohne Ausnahme die Träger Seiner Namen und die Verkörperungen Seiner Eigenschaften. Sie unterscheiden sich nur in der Stärke Ihrer Offenbarung und der vergleichsweisen Wirkungskraft Ihres Lichtes.
(S. 75)

Dass eine gewisse Eigenschaft Gottes durch diese Wesen der Loslösung nach außen hin nicht geoffenbart worden ist, besagt in keiner Weise, dass Sie, die Tagesanbrüche der göttlichen Eigenschaften und Schatzkammern Seiner heiligen Namen, diese nicht tatsächlich besessen hätten.
(S. 75)

Diese Propheten und Erwählten sind die Empfänger und Offenbarer aller ewigen Eigenschaften und Namen Gottes. Sie sind die Spiegel, die echt und unverfälscht das Licht Gottes widerstrahlen.
(S. 98)

Wer darum zur Gegenwart dieser heiligen Leuchten gelangt, der hat die "Gegenwart Gottes" selbst erreicht und ihm ist durch ihre Erkenntnis die Erkenntnis Gottes enthüllt und durch das Licht ihres Antlitzes das Strahlen des Antlitzes Gottes geoffenbart.
(S. 99)

Diesen Manifestationen Gottes ist eine zweifache Stufe bestimmt:
Die eine ist die Stufe reiner Geistigkeit und Weseneinheit. (S. 104) So ist dir klar und deutlich, dass alle Propheten Tempel der Gottessache sind, doch erscheinen sie in verschiedener Tracht. Wenn du mit feinem Auge beobachtest, so wirst du sehen, dass sie alle im gleichen Heiligtum wohnen, sich zum gleichen Himmel aufschwingen, auf dem gleichen Throne sitzen, die gleiche Sprache reden und den gleichen Glauben verkünden.
(S. 105)

Darum läutere deinen Blick von allen irdischen Begrenzungen, auf dass du sie alle als die Träger eines Namens, die Erklärer einer heiligen Sache, die Offenbarungen eines Selbstes und die Enthüller einer Wahrheit schauest und die mystische "Wiederkunft" der Worte Gottes, wie sie durch diese Ausführungen erklärt sind, erfassest.
(S. 109)

Diese Leuchten sind aus einer Quelle hervorgegangen und diese Früchte sind die Früchte eines Baumes. Du kannst sie nicht nach Art oder Rang unterscheiden. All dies geschah durch die Gnade Gottes.
(S. 109)

Die andere Stufe ist die der Unterscheidung und gehört der Welt der Schöpfung und ihren Begrenzungen an. In dieser Hinsicht hat jede Manifestation Gottes eine ausgeprägte Individualität, eine genau vorgezeichnete Sendung, eine vorherbestimmte Offenbarung und besonders gegebene Begrenzungen. Eine jede von ihnen ist unter einem anderen Namen bekannt, ist durch eine andere Eigenschaft gekennzeichnet, erfüllt eine bestimmte Sendung und ist mit einer besonderen Offenbarung betraut.Durch diese Verschiedenheit ihrer Stufe und Sendung kommt es, dass die Worte und Aussprüche, die von diesen Urquellen göttlicher Erkenntnis strömen, scheinbar voneinander abweichen und verschieden sind.
(S. 119 f.)

Im Lichte ihrer zweiten Stufe betrachtet - der Stufe der Auszeichnung, der Unterscheidung, der zeitlichen Begrenzungen, der Kennzeichen und Maßstäbe - zeigen sie unbedingte Dienstbarkeit, äußerste Armut und völlige Auslöschung des Selbstes.
(S. 120)

Da die meisten Menschen diese Stufen... nicht richtig einzuschätzen vermögen, fühlen sie sich verwirrt und bestützt angesichts der verschiedenartigen Aussprüche der Manifestationen, die doch in ihrem Wesen ein und dieselben sind..., denn sie alle sind nur eine Persönlichkeit, eine Seele, ein Geist, ein Wesen, eine Offenbarung. Sie alle sind die Manifestation des "Anfangs" und des "Endes", des "Ersten" und des "Letzten", des "Sichtbaren" und des "Verborgenen".
(S. 120 f.)