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Ablehnung der Gottesoffenbarer

Im Buch der Gewissheit weist Bahá'u'lláh ausführlich und eindrucksvoll auf die heftigen Widerstände hin, die jedem Gottgesandten großes Leid zufügten.

Schaut in die Vergangenheit! Wie viele Menschen, hoch und niedrig, haben zu allen Zeiten in Sehnsucht auf das Erscheinen der Manifestation Gottes in den geheiligten Personen Seiner Erwählten geharrt! Wie oft haben sie Sein Kommen erwartet! Wie haben sie immer wieder gefleht, der Hauch der göttlichen Barmherzigkeit möge wehen, die verheißene Schönheit möge hinter dem Schleier der Verborgenheit hervor treten und aller Welt offenbar werden! Aber sooft die Tore der Gnade sich öffneten, die Wolken göttlicher Freigebigkeit sich auf die Menschheit ergossen und das Licht des Unsichtbaren den Horizont himmlischer Macht erleuchtete, wiesen Ihn alle zurück und wandten sich ab von Seinem Antlitz, dem Antlitz Gottes selbst. Kein Bote kommt zu ihnen, ohne dass sie Ihn verlachten...
(S. 14)

Einer der Propheten war Noah... Tag um Tag brachten sie so viel Leid und Pein über diesen heiligen Mann, dass keiner dachte, Er könne dies überleben. Nach Noah erstrahlte die Leuchte von Húd über dem Horizonte der Schöpfung... Wie viele Trübsale ergossen sich auf Ihn wie Regenschauer... Nach Ihm erschien... die heilige Gestalt des Sálih... Später trat die Schönheit des Gottesfreundes (Abraham) hinter den Schleiern hervor... Je inständiger Er die Menschen ermahnte, umso grimmiger wurden ihr Neid und Eigensinn.bis schließlich das Feuer der Bosheit und des Aufruhrs gegen Ihn aufflammte... Als Sein Tag zu Ende ging, kam die Zeit Mose... Er berief alle Völker und Geschlechter der Erde zum Reiche der Ewigkeit... Ihr wisst wohl, wie bitterfeind der Pharao und sein Volk Ihm gesinnt waren und wie die Hände der Götzendiener Steine eitler Einbildung gegen diesen gesegneten Baum schleuderten.
(S. 15-17)



Betrachte die Trübsal und Bitternis im Leben solcher Offenbarer göttlicher Schönheit. Bedenke, wie sie so ganz allein der Welt und allen ihren Menschen gegenüber standen, als sie das Gesetz Gottes verkündeten! Waren die Verfolgungen, welche diese heiligen, diese kostbaren und feinfühligen Wesen trafen, auch noch so hart - sie blieben selbst in der Fülle ihrer Macht geduldig, und bei aller Überlegenheit litten sie und harrten sie aus.
(S. 38)

Und dabei haben doch wahrlich alle Propheten Gottes ohne Unterschied, wann immer sie sich den Menschen dieser Welt offenbarten, das Kommen eines anderen Propheten nach ihnen vorausgesagt und die Zeichen festgesetzt, welche den Beginn einer neuen Sendung verkünden sollten... Ja, Gott hat geoffenbart: "Sooft ein Bote zu euch kommt mit dem, was eure Seelen nicht wünschen, seid ihr in Hochmut aufgebläht. Die einen scheltet ihr Betrüger, die anderen ermordet ihr sogar." ... Folglich muss ein solches Verhalten der Engstirnigkeit jener Seelen, die im Tale der Anmaßung und des Stolzes dahinwandern, die sich in die Wildnis der Gottferne verloren und den Wegen ihrer eitlen Einbildungen und den Befehlen ihrer Glaubensführer folgten.
(S. 19)

Zu allen Zeiten haben religiöse Führer ihre Anhänger daran gehindert, die Küsten des Meeres des ewigen Heiles zu erreichen, denn sie halten die Zügel der Gewalt über die Menschen in ihrem mächtigen Griff.Und als die Tage Mose zu Ende gingen und das Licht Jesu aus der Morgendämmerung aufleuchtete und die Welt umfasste, erhob sich das ganze Volk Israel im Widerspruch gegen Ihn... Dieses Volk Israel wartet bis auf den heutigen Tag auf jene Manifestation, welche die Bibel verheißen hat. Wie viele Manifestationen der Heiligkeit, wie viele Offenbarer des ewigen Lichtes sind seit Moses Zeiten schon erschienen! (S. 22) Muhammad... anerkannte die Wahrheit der Zeichen, Prophezeiungen und Worte Jesu und bezeugte, dass sie (d.h. die Gottgesandten) alle von Gott seien.
(S. 23)

Als sie Jesus nach den Zeichen Seiner Wiederkunft fragten, sprach Er zu ihnen:
"Bald aber nach der Trübsal derselben Zeit werden Sonne und Mond den Schein verlieren, und die Sterne werden vom Himmel fallen, und die Kräfte der Himmel werden sich bewegen. Und alsdann wird erscheinen das Zeichen des Menschensohnes am Himmel. Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden, und werden sehen kommen des Menschen Sohn in den Wolken des Himmels mit großer Kraft und Herrlichkeit. Und Er wird senden Seine Engel mit hellen Posaunen." (Matth. 24, 29-31)
(S. 26)



In den Schriften der "unbefleckten Seelen" (der Gottesoffenbarer) ist das Wort "Sonnen" oftmals auf die Propheten Gottes, jene leuchtenden Sinnbilder der Loslösung, angewandt worden. (S. 32) ... Daher ist es klar, dass die Worte "Sonne", "Mond" und "Sterne" in erster Linie die Propheten Gottes bedeuten, die Heiligen und ihre Gefährten, jene Leuchten, die den Glanz ihrer Erkenntnis auf die Welten des Sichtbaren und des Unsichtbaren ergossen haben.
(S. 33)

Ohne Frage haben in jeder der aufeinander folgenden Offenbarungen "Sonne" und "Mond" der Lehren, Gesetze, Gebote und Verbote, die in der vorher gegangenen Sendung aufgestellt waren und das Volk jenes Zeitalters beschirmt hatten, ihren Schein verloren, das heißt, sie haben sich erschöpft und immer mehr an Wirkung eingebüßt.
(S. 36)

Weil die christlichen Geistlichen die Bedeutung dieser Worte nicht erfassten und ihren Sinn und Zweck nicht erkannten, sich vielmehr an die buchstäbliche Auslegung der Worte Jesu hielten, wurden sie des Gnadenstromes der Offenbarung Muhammads und der Regenschauer Seiner Gaben beraubt.
(S. 27)

Unermesslich hoch erhaben stehen die Propheten Gottes über dem Begriffsvermögen des Menschen, der Sie gar nicht anders erkennen kann als durch Sie selbst... Verherrlicht sind Sie über allen Lobpreis der Menschen. Erhaben sind Sie über alles menschliche Begreifen.
(S. 33)

Mit "Himmel" ist der Himmel der göttlichen Offenbarung gemeint, welcher mit jeder Manifestation aufgerichtet und mit jeder folgenden wieder gespalten wird. Mit "gespalten" ist gemeint, dass die vorangegangene Sendung (im sozial-praktischen Bereich) nunmehr ungültig und aufgehoben ist.
(S. 38)



Hingegen ist mit dem Wort "Erde" die Erde der Einsicht und Erkenntnis gemeint und mit "Himmel" die Himmel der göttlichen Offenbarungen.
(S. 40)

Wisse wahrlich: Durch diese sinnbildlichen Worte und verhaltenen Andeutungen, die von den Offenbarern der heiligen Gottessache ausgehen, sollten die Völker der Welt versucht und geprüft werden, so dass dadurch die Erde der reinen, erleuchteten Herzen geschieden werde von dem vergänglichen, unfruchtbaren Boden.
(S. 41)

Durch all Unsere Darlegungen ist klar erwiesen, dass vor der Offenbarung eines jeden dieser Spiegel göttlichen Wesens die Zeichen, die ihr Kommen ankündigten, am sichtbaren Himmel enthüllt werden mussten wie auch am unsichtbaren, wo die Sonne des geistigen Wissens, der Mond der Weisheit und die Sterne der Erkenntnis und der Aussprüche ihren Sitz haben. Das Zeichen am unsichtbaren Himmel muss sich in der Gestalt jedes vollkommenen Menschen offenbaren, der vor einer jeden Manifestation erscheint, die Menschen erzieht und auf das Kommen jener göttlichen Leuchte, jenes Lichtes der Einheit Gottes unter den Menschen vorbereitet.
(S. 51)

Nun kommen Wir zu Seinen Worten: "Und alsdann werden heulen alle Geschlechter auf Erden, und sie werden sehen den Menschensohn kommen auf den Wolken des Himmels mit Macht und großer Herrlichkeit." Diese Worte bedeuten, dass in jenen Tagen die Menschen über den Verlust der Sonne göttlicher Schönheit, des Mondes der Erkenntnis und der Sterne göttlicher Weisheit wehklagen werden. Alsdann aber werden sie das Antlitz des Verheißenen, die angebetete Schönheit, vom Himmel auf den Wolken herab fahren sehen. Das heißt, dass sich die göttliche Schönheit vom Himmel des Willens Gottes offenbaren und in der Gestalt des menschlichen Tempels erscheinen wird.
(S. 51)

Der Ausdruck "Himmel" bezeichnet Erhabenheit und Erhöhung, da er der Sitz der Offenbarung jener Manifestationen der Heiligkeit, der Morgendämmerung altehrwürdiger Herrschaft ist. Diese altehrwürdigen Wesen sind, wenn auch aus dem Mutterleib geboren, in Wirklichkeit vom Himmel des Willens Gottes herabgekommen.
(S. 51)



"Wissen ist der größte Schleier zwischen dem Menschen und seinem Schöpfer." ... Das Herz muss darum gereinigt werden von müßigem Menschengerde und geheiligt von jeder irdischen Neigung, so dass es die verborgene Bedeutung göttlicher Eingebung zu entdecken vermag und zur Schatzkammer der Mysterien göttlichen Wissens werde.
(S. 53)

Mit dem Wort "Wolken" sind die Dinge gemeint, die dem Wünschen und Begehren der Menschen entgegen stehen... Alle diese Schleier werden sinnbildlich als "Wolken" bezeichnet. (S. 54) Es ist klar, dass die Wechselfälle, wie sie in jeder Sendung auftauchen, die finsteren Wolken bilden, die sich zwischen das Auge menschlichen Begreifens und die göttliche Leuchte schieben, die aus dem Aufgangsort göttlichen Wesens hervorstrahlt.
(S. 55)

Wir bezeugen, dass Er (Jesus Christus) den Glanz Seiner Herrlichkeit über alles Erschaffene ergoss, als Er in die Welt trat. Durch Ihn wurde der Aussätzige vom Aussatz der Verderbtheit und Unwissenheit geheilt. Durch Ihn wurden der Unreine und der Eigensinnige geläutert. Durch Seine aus dem allmächtigen Gott geborene Macht wurden die Augen des Blinden geöffnet und die Seele des Sünders geheiligt. Der Aussatz mag als Schleier gedeutet werden, der zwischen den Menschen und die Erkenntnis des Herrn, seines Gottes, tritt. Wer sich von Ihm trennen lässt, ist in der Tat ein Aussätziger, dessen im Reiche Gottes, des Mächtigen, des Allgepriesenen, nicht gedacht werden soll. Wir bezeugen, dass durch die Macht des Wortes Gottes jeder Aussätzige gereinigt, jede Krankheit geheilt, jede menschliche Schwäche gebannt wurde. Er ist es, der die Welt läuterte. Gesegnet ist der Mensch, der sich Ihm mit einem von Licht strahlenden Angesicht zugewandt hat.
(Christus und Bahá'u'lláh, S. 23 f.)

Wisse, dass die ganze Schöpfung in großer Trauer weinte, als der Menschensohn Seinen Geist zu Gott aufgab. Indem Er Sich Selbst opferte, wurde allem Erschaffenen eine neue Fähigkeit eingeflößt. Die Beweise hierfür, die sich in allen Menschen der Erde dartun, sind nun vor dir offenbar. Die tiefste Weisheit, welche die Weisen zum Ausdruck gebracht haben, die gründlichste Gelehrsamkeit, die irgendein Geist entfaltet hat, die Künste, welche die fähigsten Hände hervorgebracht haben, der Einfluss, der durch die allermächtigsten Herrscher ausgeübt wurde, sind nur Offenbarungen der belebenden Macht, die durch Seinen überragenden, Seinen alldurchdringenden und strahlenden Geist entfesselt wurde.
(Christus und Bahá'u'lláh, S. 22)

Jesus, der Sohn Marias, saß eines Tages da und sprach folgende Worte aus dem Heiligen Geist:
"O Menschen! Die Speise, mit der Ich meinen Hunger stille, ist das Gras des Feldes. Mein Bett ist der Staub der Erde, Meine Lampe in der Nacht ist der Mondenschein, und Mein Ross sind Meine Füße. Doch sehet, wer auf Erden ist reicher als Ich?"
(Verse Gottes, S. 383)



Diese Textauswahl soll verdeutlichen, dass
  • jede Manifestation Gottes schweres Leid zu tragen hatte.
  • jeder Gottesoffenbarer auf seinen Vorgänger Bezug nahm und seinen Nachfolger ankündigte.
  • alle Gottesoffenbarer nicht aus sich selbst sprachen, sondern vielmehr Sprachrohr Gottes waren.
  • sämtliche Gottgesandten eine Einheit bilden.
  • Gott, von dem alle Offenbarer kündeten, der Eine ist, neben dem es keinen anderen gab, gibt und geben wird.
  • Bahá'u'lláh über die anderen Gottesoffenbarer in einer Weise spricht, die wahrlich herzlich, vorbildlich und Ehrfurcht gebietend ist.

Bahá'u'lláhs Buch der Gewissheit lässt sich nicht zusammenfassen, da jeder einzelne Satz höchst bedeutsam ist! Dieses Werk zählt zweifelsfrei zur wichtigsten Primärliteratur, die Gott der Menschheit zum Geschenk machte. Dieses einzigartige Buch, ein göttlicher Schatz von unschätzbarem Wert, ist der "geistige Schlüssel", der jedes bisherige religiöse Missverständnis der Menschheit aufzulösen vermag. Kaum ein anderes Buch kann dieses göttliche Werk an Klarheit und Inhaltstiefe überbieten.

Daher sei Bahá'u'lláhs Buch der Gewissheit jedem echten Sucher dringend empfohlen, um nach dessen gründlicher Lektüre in aller Klarheit erkennen zu können, wer Bahá'u'lláh wirklich ist.