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Bahá'í-KritikUniversales Haus der GerechtigkeitEine sehr beliebte "Bahá'í-Kritik" richtet sich gegen die Weisung Bahá'u'lláhs, dass Mitglieder des Universalen Hauses der Gerechtigkeit (UHG) ausschließlich Männer sein dürfen.Diese Gegebenheit ist nicht allein für Außenstehende, sondern auch für viele Bahá'í häufig zunächst nicht schlüssig nachvollziehbar, zumal in allen übrigen gesellschaftlichen Positionen das Bahá'í-Prinzip der "Gleichwertigkeit der Geschlechter" gilt. ![]() Man könnte einen Sinn darin sehen, dass auf höchster Verwaltungsebene eine möglichst große Arbeits-Kontinuität erforderlich ist, die bei Frauen durch Schwangerschaft und Geburt eines Kindes unterbrochen wäre. Während auf örtlicher und nationaler Ebene jedes Jahr neu gewählt wird, steht auf höchster Ebene eine Neuwahl erst nach 5 Jahren an. Auch diese Maßnahme bestätigt das Argument der möglichst großen Arbeits-Kontinuität auf Weltebene. Bedenkt man die große Aufgabenfülle und hohe Verantwortung, die auf den Mitgliedern des UHG lastet, kann man das vorbezeichnete Argument sicherlich gut nachvollziehen. Es gibt jedoch noch einen anderen Grund, der nicht so leicht verstanden werden kann: Bahá'u'lláh hat in Seinen Schriften zum Ausdruck gebracht, dass Er die Mitglieder des UHG führen wird. Dieses höchste irdische "Haus der Gerechtigkeit" erhält mit dieser Führungszusage einen göttlich inspirierten Status. Machen wir nun einen Ausflug in den Taoismus. Vielen ist das nachstehende Symbol sicherlich schon bekannt: ![]() Die Gottheit wird durch den Kreis symbolisiert. Innerhalb des Kreises finden sich zwei merkwürdig aussehende Flächen in schwarz (Yin = weibliche Kraft) und weiß (Yang = männliche Kraft). Jede dieser Flächen enthält einen kleinen Kreispunkt mit der Farbe des Gegenpols. Denkt man sich durch den Kreismittelpunkt eine Horizontlinie und versetzt die Kreisscheibe in langsame Rotation, findet am Horizont ein ständiges Abnehmen der einen bei gleichzeitigem Zunehmen der anderen Teilfläche bzw. Farbe statt. An den Kipp-Punkten erfolgt ein jeweiliger Wechsel zwischen Zunahme und Abnahme der jeweiligen Farbe. Rotation meint "Wandlung". Leben vollzieht sich im Taoismus durch ständiges Zusammenwirken männlicher und weiblicher Kräfte, wobei sich deren Anteile ständig wandeln, jedoch stets ergänzen. Sich ausschließende Gegensätze sind diesem Denken fremd. Überträgt man dieses Prinzip in ein Stufenmodell, findet sich nach unten hin jeweils die Haltung des Yang (gebend) und nach oben die Haltung des Yin (empfangend). Gott wirkt yanghaft-gebend auf Seinen Offenbarer Bahá'u'lláh ein, der Gott gegenüber yinhaft-empfangend die göttliche Sendung aufnimmt. Bahá'u'lláh vermittelt als Yangkraft seine Führungsimpulse an das UHG, das sie yinhaft in Empfang nimmt. Das UHG wiederum gibt als männliche Yangkraft die Impulse Bahá'u'lláhs an die Weltgesellschaft weiter, die sie in Yinhaltung aufnimmt. Das männliche Erscheinungsbild des UHG mag vor diesem Hintergrund eine tiefergründige Erklärung finden. Das Logosprinzip "Gott -> Bahá'u'lláh -> UHG" ist hierbei ein "männliches Prinzip". Dies erklärt sicherlich auch, warum es bislang keine weiblichen Gottesoffenbarer gab.
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