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Reiche der Schöpfung - Bahá'í-Kritik
  Bahá'í-Kritik

Reiche der Schöpfung

Es besteht ein ganz erheblicher Unterschied darin, ob man eine Gottesoffenbarung oder eine menschlich verursachte Thematik kritisiert. Eine Religion, die auf authentischen Schriften eines Gottgesandten beruht, ist "Gotteswerk". Aspekte und Themen der Welt hingegen sind überwiegend "Menschenwerk".

Bei Kritik am "Menschenwerk" kritisiert ein Mensch einen oder mehrere andere Menschen. Kritik bewegt sich quasi innerhalb desselben "Reiches der Schöpfung". Die Bahá'í-Religion geht von folgenden "Reichen bzw. Stufen der Schöpfung" aus: Mineralien, Pflanzen, Tiere, Menschen, Offenbarer und Gott. Kritik an der Bahá'í-Religion ist Kritik über verschiedene Stufen hinweg: "Mensch ./. Offenbarer" bzw. "Mensch ./. Gott".

Foto zum Thema " Bahai-Kritik "Jede höhere Stufe kann die jeweils unteren Stufen "verstehen", doch kann eine niedere Stufe die jeweils höheren Stufen nicht erfassen. Während der Mensch die unter ihm angeordneten Wirklichkeitsstufen erforschen und verstehen kann, ist es einem Tier, einer Pflanze oder einem Mineral nicht möglich, die Welt des Menschen zu begreifen.

Der Mensch kann nur seine eigene Stufe und die unter ihm befindlichen Stufen verstandesmäßig erkunden und nur innerhalb der eigenen Stufe Kritik üben. Nur dann, wenn man etwas wirklich umfassend versteht, kann man es konstruktiv kritisieren.

"Bahá'í-Kritik" im Internet ist nicht Kritik an Bahá'í (d.h. keine Kritik an Menschen), sondern Kritik an der Offenbarung der Bahá'í, somit an der Bahá'í-Religion. Eine Gottesoffenbarung entspringt jedoch nicht auf der Stufe des Menschen, sondern vollzieht sich von Gott über den Heiligen Geist durch einen auserwählten Offenbarer, der zwar die äußere Gestalt eines Menschen hat, geistig jedoch auf einer höheren Stufe steht.

"Bahá'í-Kritik" ist insoweit auf die Stufe des Gottesoffenbarers und auf die Stufe Gottes ausgerichtet. Insoweit ist bereits der Ansatz zur "Bahá'í-Kritik" zum Scheitern verurteilt, weil kein Mensch die Stufe eines Gottesoffenbarers oder gar die Stufe Gottes verstehen kann. Kein Mensch, so hoch er geistig auch stehen mag, ist imstande, die geistige Wirklichkeit eines Gottesoffenbarers zu begreifen oder die Seinsweise Gottes zu erfassen. Nicht einmal ein Gottesoffenbarer ist befähigt, die Wirklichkeit Gottes umfassend zu ergründen.

"Bahá'í-Kritik" bedeutet letztlich "Kritik an Gott", da Er die Quelle der Bahá'í-Offenbarung ist. Eine saubere geistige Haltung bestünde darin, dass sich der Kritik-Übende zunächst ernsthaft damit befasst, ob die "Bahá'í-Offenbarung" göttlichen oder menschlichen Ursprungs ist. Wer diese Kardinalfrage wahrhaft klären will, findet Wege und Methoden, die ihn schließlich zu einer Antwort leiten.

Foto zum Thema " Bahai-Kritik "Mögliche Kriterien zur Feststellung des Offenbarungs-Ursprungs sind:
  1. Finden sich in der Sprache des Offenbarers Würde, Anmut und Erhabenheit? Vermag die Sprache das seelische Herz anzusprechen?
  2. Stärken die Inhalte der Offenbarung die menschlichen Egoismen oder ermutigen sie vielmehr, die Egoismen zu überwinden?
  3. Nützen die Offenbarungsinhalte egoistischen Zwecken? Oder dienen die Inhalte dem Allgemeinwohl?
  4. Sind die Offenbarungsinhalte geeignet, die kulturelle Entwicklung der Menschheit positiv zu fördern?
  5. Stehen die Offenbarungstexte in einem positiven Verhältnis zu den bisherigen Gottesoffenbarern und deren Sendungen?
  6. Hat die neue Gottesoffenbarung eine versöhnlich-integrierende Zielsetzung und Wirkung?
  7. Dient die Bahá'í-Offenbarung friedlichen Zwecken? (Bahá'u'lláh hat den Gewaltverzicht angeordnet.)
  8. Unter welchen persönlichen Umständen empfing Bahá'u'lláh Seine Sendung? (siehe "Bahá'í-Geschichte")
  9. Findet mit der Sendung Bahá'u'lláhs ein Bewusstseinswandel der Menschheit statt, der die Entwicklungsstufe des Menschen anhebt?
Foto zum Thema " Bahai-Kritik "
Diese und andere Kriterien sind geeignet, auf die Frage "Gotteswerk oder Menschenwerk?" eine klare Antwort zu finden. Eine besonders spannende Klärung dieser Frage kann über die zahlreichen Prophezeiungen erreicht werden, die auf dieser Homepage zu finden sind.

Wer den geistig sauberen und fairen Weg beschreitet, für sich selbst zunächst die Kardinalfrage klärt, wird bei der Antwort "Gotteswerk" auf ganz natürliche Weise eine demütige Haltung einnehmen. Selbst für Bahá'í sind nicht alle Fragen zum Offenbarungswerk Bahá'u'lláhs sofort und tief greifend beantwortbar. Wenn man sich jedoch einem "Gotteswerk" gegenüber sieht, ist man geneigt, etwaige Unklarheiten geduldig eine Zeit lang zurückzustellen, bis die eigene Entwicklung und das eigene Verständnis gereift sind, um eines Tages selbst eine plausible Erklärung geben zu können. Häufig werden restliche Fragen auch über das Studium weiterer Schriften oder durch Gespräche gelöst.

"Bahá'í-Kritik", sofern sie diesen Namen überhaupt verdient, ist stets konstruktiv. Sie setzt eine gewisse geistige Stufe voraus und ist niemals "besser-wissend" auf Überlegenheits- oder Destruktionsbestrebungen eingestellt, hinter denen fast immer ein nicht erfülltes Ego steht.

Foto zum Thema " Bahá'í-Kritik "