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Bahá'í-KritikGottesstaatIm Rahmen der "Bahá'í-Kritik" wird oftmals die Befürchtung laut, Bahá'í wollten einen totalitären Gottesstaat unter der Herrschaft Bahá'u'lláhs errichten. Diese Behauptung ist gänzlich unbegründet und zudem unzutreffend! Offenbar haben Kritiker die Bestrebungen im Auge, die man im islamisch geprägten Kulturraum vorfindet. Solange man die gegenwärtigen "Gottesstaat-Vorstellungen" aus der islamischen Welt auf die Bahá'í überträgt, geht man in seiner "Bahá'í-Kritik" recht weit an der Wahrheit vorbei.Die Weltordnung Bahá'u'lláhs kennt keine Gewaltanwendung, keine Unterdrückung und keine sonstigen diktatorisch geprägten Verhaltensweisen. In dem Weltstaatenbund Bahá'u'lláhs sind Macht- und Überlegenheitsstreben nicht realisierbar. Die Vereinigung aller Völker, Rassen und Glaubensbekenntnisse erfolgt nicht durch Druck, sondern in der Haltung geistiger Einsicht und auf freiheitlich-demokratische Weise. ![]() Vor allem aber basiert die Weltordnung Bahá'u'lláhs auf der Grundlage eine völlig neuen Bewusstseins, in dem das Ich mit seinem Dominanzstreben zugunsten eines Ganzheitsbewusstseins überwunden ist. Um die Funktionsweise im Großen verstehen zu können, muss man sich mit der "Kunst der Bahá'í-Beratung" intensiver befassen. Bereits im Kleinen, d.h. in der Ehe, Kindererziehung und Gemeinde erfolgt die Anwendung der Beratungskunst, die eine ich-freie Grundhaltung voraussetzt. Diese geistige Stufe der Interaktion ist in der gegenwärtigen Welt noch nicht präsent. Bahá'í bemühen sich darum, diese Beratungskunst einzuüben. Der Weltstaat Bahá'u'lláhs ist in der Tat ein "Gottesstaat", weil Gott mit Seiner historisch jüngsten und bislang umfangreichsten Textoffenbarung im Mittelpunkt steht. Dieser Gottesstaat unterscheidet sich von den Modellen heutige Islamisten ganz erheblich. Man bedenke, dass in dem Gottesstaat Bahá'u'lláhs zahlreiche moderne, zeitgemäße "Prinzipien" gelten, die im islamischen Kulturraum nicht einmal annähernd anzutreffen sind. Die Weltordnung Bahá'u'lláhs ist etwas völlig Neues, das es gegenwärtig weder im Osten noch im Westen, weder im Norden noch im Süden dieser Erde gibt. Der Gottesstaat Bahá'u'lláhs ist ein freiheitlicher Rechtsstaat, der im Unterschied zu allen momentan bestehenden Systemen von einem neuen Bewusstsein getragen wird, in dem Gott nicht länger eine bloße Glaubenssache ist, sondern für den einzelnen Menschen im Alltag zunehmend erfahrbar wird. Die Führung durch Gott wird auf allen Ebenen des irdischen Lebens konkret erfahrbar sein, sowohl beim Einzelnen als auch in Beratungsgremien. Der Mensch wird den Beistand und die Führung Gottes suchen und stets aufrichtig zu schätzen wissen.Das Individuum und die Weltgesellschaft gleichermaßen werden dank göttlicher Führung ungeahnte kulturelle Fortschritte machen. Gott wird in dem Gottesstaat Bahá'u'lláhs zum verlässlichsten Partner, zum besten Freund und fürsorglichsten Vater für alle Menschen, die Ihm in Liebe und Demut zu folgen bereit sind. Die auf diesem Weg entstehende und heranreifende Kultur wird alles in den Schatten stellen und weit überragen, was bislang von Menschen jemals geschaffen wurde. Wer sich aufrichtig und gründlich mit der Offenbarung Bahá'u'lláhs befasst, wird schließlich die kulturelle Größe erahnen können, die sich eines Tages mit der Weltordnung Bahá'u'lláhs in dieser irdischen Wirklichkeit entfaltet. Dann zeigt sich der Gottesstaat Bahá'u'lláhs in der herrlichen Weise, wie er in den bisherigen Offenbarungsreligionen vor dem Hintergrund des Goldenen Zeitalters gepriesen wurde.
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