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Prophezeiungen in den Bábí-Bahá'í-Schriften

Die bisherigen Prophezeiungstexte ("Beantwortete Fragen" / "Ashkan-Garten") haben den Leser sicherlich bereits intensiv auf das Thema "Prophezeiungen" eingestimmt.

Der Leser betritt mit dieser Seite nunmehr den "Sturm-Berger-Park", in dem es noch sehr viel zu entdecken gibt, das letztlich auch die drei Hauptpersönlichkeiten des Bahá'í-Glaubens (Báb, Bahá'u'lláh, 'Abdul'-Bahá) sowie den Hüter Shoghi Effendi in besonderer Weise in Erscheinung treten lässt.

Es empfiehlt sich sehr, für diesen Parkspaziergang hinreichend Zeit mitzubringen, denn es lohnt sich!

Eine Textsammlung, erstellt von Dr. Michael Sturm-Berger (Teil 1)

(Baha'i-Zitate überprüft vom Geistigen Rat von Berlin-Neukölln)

Vorwort

In einschlägigen Handbüchern fehlt meistens der Hinweis, dass es aus der Bábí-Bahá'í-Religion und ihrer Vorläufer-Bewegung, der Shaykhi-Schule zahlreiche Bezüge auf ältere Prophezeiungen gibt bzw. neue Prophezeiungen zum Ausdruck gebracht worden sind.
Eine Zusammenstellung dieser Texte fehlte bisher - zumindest in einer europäischen Sprache.

© Jürgen Mees / PIXELIO
Da ich 1995 eine Dissertation über "Merkmale und Wesen von Prophetentum" abgeschlossen hatte, die 1997 veröffentlicht wurde, lag es nahe die entsprechenden prophetischen Stellen in den Bábí-Bahá'í-Schriften zu notieren und in eine geeignete Reihenfolge zu bringen.
Eine Möglichkeit ist die zeitliche Reihenfolge der Äußerung solcher Prophezeiungen, eine andere wäre die inhaltliche Zusammenstellung gewesen, welche jedoch stärkeren persönlichen Einfluss des Bearbeiters aufweisen würde.
Eine inhaltliche Gliederung wurde deshalb in einem zweiten Schritt vollzogen, in welchem jeweils folgende Zuordnungen der Texte vorkommen:

Drei Erfüllungsstufen der Texte (Vorschläge des Bearbeiters)
  1. Durch die Stiftung(en) der Bábí-Bahá'í-Religion erfüllte Prophezeiungen.
  2. Im Verlaufe der Bábí-Bahá'í-Geschichte Erfülltes.
  3. Bisher noch nicht Erfülltes.

Fallunterscheidungen

Was aber kennzeichnet eine echte Prophezeiung - außer dass sie irgendwann in Erfüllung gehen muss? Steht sie nicht gerade in dieser Eigenschaft auch neben allgemeinen geistigen Gesetzen oder gar Prognosen? Letztere lassen sich wohl doch einigermaßen abgrenzen:
© gänseblümchen / PIXELIO
Ein Mensch mit umfassenden Kenntnissen vermag u. U. den Verlauf einer künftigen Entwicklung - der späteren Wirklichkeit entsprechend - vorher zu sehen und zu sagen. Er ist dabei häufig kein Prophet, sondern vielleicht Wissenschaftler, Techniker, Schriftsteller oder einfach im Leben erfahren. Sein Anspruch ist auch in der Regel: nicht eine Prophezeiung hervor gebracht, sondern einen wahrscheinlichen Verlauf abgeschätzt zu haben. Der Nutzen hiervon mag in einer nun leichteren und gründlicheren Vorbereitung auf die Zukunft gesehen werden, was z. B. unerwünschte Ergebnisse vermeiden helfen kann.

Auch ein geistiges Gesetz zu formulieren mag ähnliche Absichten aufweisen. Wer aber kennt die geistigen Gesetze? - Nur die damit Erfahrenen und diejenigen, welche ihre Informationen aus geistigen Welten beziehen. Hier bereits treten also Propheten auf den Plan, aber auch Psychologen, Pädagogen, Kulturforscher usw. Bei geistigen Gesetzen handelt es sich aber nicht um einzigartige Ereignisse, sondern um grundsätzliche Zusammenhänge, die eigentlich jederzeit wiederholt auftreten können.

Echte Prophezeiungen scheinen durch eine gewisse geschichtliche Einzigartigkeit gekennzeichnet zu sein, wenn auch bisweilen verschiedene zeitlich oder/und räumlich auseinander liegende Ereignisse zum Ausdruck kommen können, was einem mehrfachen historischen Bezug entspräche. Solche Aussagen werden nicht nur mit der Autorität des Erfahrenen oder Kenners ausgedrückt, sondern aus derjenigen dessen, welcher in diesem Bereich mehr weiß und erfährt als alle anderen Menschen. Der Prophet ist dazu beauftragt dieses Wissen um die Zukunft weiter zu geben bzw. erhält es genau zu diesem Zweck.

Funktionen von Prophezeiungen

© Julia Gebhardt / PIXELIO
Eine dieser aus eingehenden Untersuchungen hervorgegangenen Funktionen ist die gegenseitige Legitimierung von Propheten als echte Gottesboten, welche sich diese Personen auf solche Weise über lange Zeiten und weite Räume hinweg gegenseitig zukommen lassen. Prophezeiungen legitimieren demnach nicht nur einzelne Prophet/inn/en zu deren Lebzeiten, indem das Eintreffen des Verkündeten dessen Wahrheit bezeugt, sondern sind ein in der (Schrift-)Tradition lebendes und einander ergänzendes Band zwischen den Propheten. Ein beträchtlicher Teil der bekannten Prophezeiungen kündigt nämlich das Kommen künftiger Prophetie an, damit die Gläubigen in der Vergangenheit Bezugspunkte für die Zukunft finden können.
Prophezeiungen sollen aber auch offenkundig Einzelne oder Gruppen und Völker, ja selbst die ganze Menschheit ermahnen, warnen, zur Umkehr vom bisherigen Lebensweg aufrufen, Unglück - sofern noch möglich - verhindern helfen, dann aber auch Erklärungen geben, warum Schlimmes geschehen musste - z. B. weil die Warnungen und Ermahnungen nicht beachtet wurden. Schließlich kann der auf Besserung gegenwärtiger Zustände hoffende Mensch - grundlegender Optimismus vorausgesetzt - etwas Motivierendes in Prophezeiungen entdecken, das ihn oder sie bewegen mag problematische Zustände überhaupt erst zu erkennen und an deren Behebung mitzuwirken, selbst wenn die Früchte dieser Bemühungen erst künftigen Generationen zufallen mögen.
So betrachtet können Prophezeiungen Egoismus oder Selbstsucht überwinden helfen und werden damit ein Medium von Tugend und Entwicklung.

© Dieter Haugk / PIXELIO

Literatur-Abkürzungen

(Anmerkung: Die entnommenen Zitate wurden auf neue Rechtschreibung umgestellt!)
  • Äl: Ährenlese. Eine Auswahl aus den Schriften Bahá'u'lláhs, zusammengestellt ... von Shoghi Effendi, Hofheim-L. 31980
  • BaA: Bahá'u'lláh, Botschaften aus 'Akká, offenbart nach dem Kitáb-i-Aqdas, Hofheim-L. 1982
  • BAS: Der Báb. Eine Auswahl aus Seinen Schriften, Hofheim-L. 1991
  • BB: Bahá'í-Briefe. Blätter für Weltreligion und Weltbewußtsein, hrsg. v. Nationalen Geistigen Rat der Bahá'í in Deutschland, Heft 1-46, Frankfurt/Main 1960-71
  • BdG: Ders., Das Buch der Gewißheit. Kitáb-i-Íqán, Hofheim-L. 31978
  • BuB: 'Abdu'l-Bahá, Briefe und Botschaften, Hofheim-Langenhain 1992
  • BF: 'Abdu'l-Bahá, Beantwortete Fragen, Hofheim-L. 31977
  • CF: Shoghi Effendi, Citadel of Faith. Messages to America 1947-57, Willmette/Illinois 1965/21970
  • BSW: Bahá'u'lláh, Brief an den Sohn des Wolfes, Frankfurt/Main 1966
  • BWF: Bahá'í World Faith, Wilmette/USA 21956; Nachdruck: 31966
  • Esslemont: John Ebenezer Esslemont, Bahá'u'lláh und das Neue Zeitalter, Hofheim-Langenhain 61976
  • GGK: 'Abdu'l-Bahá, Das Geheimnis Göttlicher Kultur, Oberkalbach 1973
  • Ggv: Shoghi Effendi, Gott geht vorüber, Hofheim-L. 21974
  • KGG: Shoghi Effendi, Das Kommen Göttlicher Gerechtigkeit, Frankfurt/Main 1969
  • KiA: Bahá'u'lláh, Der Kitáb-i-Aqdas: das heiligste Buch, Hofheim 2000
  • LG1/LG2: Lights of Guidance. A Bahá'í Reference File, compiled by Hornby, Helen, New Delhi 11983 / 21988
  • © M. Hauck / PIXELIO
  • MH: Werner Gollmer, Mein Herz ist bei euch. 'Abdu'l-Bahá in Deutschland, Hofheim-Langenhain 1988
  • NB 1-3: Nabíls Bericht aus den frühen Tagen der Bahá'í-Offenbarung, Hofheim-L. 1975 (1), 1982 (2), 1991 (3)
  • PUP: 'Abdu'l-Bahá, The Promulgation of Universal Peace, Wilmette/Illinois 21982
  • SB: Shoghi Effendi, Die Sendung Bahá'u'lláhs, Oxford 1948
  • SGP: 'Abdu'l-Bahá, Sendschreiben zum Göttlichen Plan, Hofheim-L. 1989
  • STVT: Bahá'u'lláh, Die Sieben Täler / Die Vier Täler, Oberkalbach 31971
  • UP: Rúhíyyih Rabbani, Die unschätzbare Perle. Leben und Werk Shoghi Effendis, Hofheim-L. 1982
  • VB: Die Verkündigung Bahá'u'lláhs an die Könige und Herrscher der Welt, o. O. (Hofheim-L.) 1967, Aufl. 1977
  • VTg: Shoghi Effendi, Der verheißene Tag ist gekommen, Frankfurt/Main 1967
  • VWa/p: Bahá'u'lláh, Verborgene Worte arabisch/persisch, Hofheim-L. 1978 (zusammen mit: Bahá'í-Gebete), S. 5-70
  • WOB: Shoghi Effendi, Die Weltordnung Bahá'u'lláhs, Hofheim-L. 1977

Aus den Schriften Schaykh Ahmad-i-Ahsáis und Kázim-i-Rashtís (zit. in Ggv)

6:19 (I)
Über Ihn schrieb Shaykh Ahmad-i-Ahsá'í, der Herold der Bábí-Sendung, der »die seltsamen Ereignisse zwischen den Jahren sechzig und siebenundsechzig« voraus geahnt und bestimmt auf das unausweichliche Kommen Seiner Offenbarung hingewiesen hatte, wie schon erwähnt: »Das Mysterium dieser Sache muss kundig und das Geheimnis dieser Botschaft notwendig enthüllt werden. Mehr kann ich nicht sagen. Ich kann keine Zeit angeben. Seine Sache wird bekannt werden nach Hín¹«.
¹ 68, d.h. nach einer Weile; vgl. BABSEL 1/5/5

6:20 (I)
© mundm / PIXELIO
Siyyid Kázim-i-Rashtí, Shaykh Ahmads Jünger und Nachfolger, schrieb gleichfalls: »Der Qá'im muss zwangsläufig getötet werden. Nachdem Er erschlagen ist, wird die Welt das Alter von achtzehn erreichen.« In seinem Buch Sharh-i-Oasídiy-i-Lámíyyih wies er sogar auf den Namen »Bahá« hin. Ferner erklärte er gegen Ende seines Lebens seinen Jüngern sehr bezeichnend: »Wahrlich, ich sage, nach dem Qá'im wird der Qayyúm offenbart werden. Denn wenn der Stern des Qá'im untergegangen ist, wird die Sonne der Schönheit Husayns aufgehen und die ganze Welt erleuchten.
Dann wird in all seiner Herrlichkeit das `Mysterium` und das `Geheimnis`, von dem Shaykh Ahmad sprach, enthüllt... Diesen Tag der Tage zu erleben, bedeutet, zum Gipfel der Herrlichkeit vergangener Geschlechter zu gelangen, und eine gute Tat in dieser Zeit vollbracht, ist gleichbedeutend mit der frommen Andacht zahlloser Jahrhunderte.«

Aus den Schriften des Báb (zit. in Ggv)

6:21 (I/II)
Der Báb pries Ihn nicht minder eindringlich als den »Inbegriff des Seins«, die »Spur Gottes«, den »allmächtigen Meister«, das »karminrote, alles umfassende Licht«, den »Herrn des Sichtbaren und des Unsichtbaren«, »den einzigen Zweck aller früheren Offenbarungen, einschließlich der des Qá'im«. Er bezeichnete Ihn in aller Form als Den, »den Gott offenbaren wird«, sprach von Ihm als dem »Abhá-Horizont«, unter dem Er selbst lebte und wohnte, zählte besonders Seine Titel auf und pries in Seinem bestbekannten Werk, dem Persischen Bayán, Seine »Ordnung«, enthüllte Seinen Namen durch die Anspielung auf den »Sohn Alís, ein wahrer und unzweifelhafter Führer der Menschen«, legte wiederholt mündlich und schriftlich in einer Weise, die auch nicht den Schatten eines Zweifels zulässt, den Zeitpunkt Seiner Offenbarung fest und ermahnte Seine Anhänger, sich nicht durch »den Bayán und alles, was darin offenbart worden ist, von Ihm wie durch einen Schleier trennen« zu lassen. ...
Schließlich prophezeite Er eindeutig: »Heute befindet sich der Bayán im Stadium der Aussaat; am Beginn der Manifestation Dessen, den Gott offenbaren wird, tritt seine höchste Vollkommenheit in Erscheinung«. »Ehe neun verstrichen seit dem Beginn dieser Sache, werden die Wirklichkeiten der erschaffenen Dinge nicht kund. Alles, was du bis jetzt siehst, ist erst das Stadium des feuchten Keims, ehe Wir ihn mit Fleisch umhüllten. Hab Geduld, bis du eine neue Schöpfung schaust. Sprich: `Selig sei darum Gott, der Trefflichste Schöpfer!`«

© Marja Dumat / PIXELIO

Aus den Schriften Bahá'u'lláhs

STVT, S. 35 (3. Auflage Oberkalbach 1971) (II)
»Spalte den Kern des Atoms auf, so findest du eine Sonne darin«¹
¹ Mystischer persischer Vers

VWp 63 (II/III)
O ihr Völker der Welt!
Wisset wahrlich, dass unerwartetes Unheil euch verfolgt und schmerzliche Vergeltung eurer harrt. Wähnt nicht, vor Meinem Angesicht sei getilgt, was ihr begangen. Bei Meiner Schönheit! Alle eure Taten hat Meine Feder mit klaren Lettern auf Tafeln von Chrysolith gemeißelt.
(Auch zitiert in WOB, S. 74f. u. 294; KGG, S. 127; VTg, S. 24)

KiA
Kap. 86 (II)
O König von Berlin! ... Hab acht, dass Hochmut dich nicht hindere den Morgen göttlicher Offenbarung zu erkennen, dass irdische Wünsche dich nicht wie ein Schleier abhalten vom Herrn des Thrones in der Höhe und auf der Erde hienieden. Also rät dir die Feder des Höchsten. Er ist wahrlich der Gnädige, der Allgroßmütige. Rufe dir den ins Gedächtnis, dessen Macht die deine überragte (= Napoleon III.) und dessen Rang den deinen übertraf.
© stummi123 / PIXELIO
Wo ist er, wohin entschwunden, was er besaß? Sei gewarnt und gehöre nicht zu denen, die tief schlafen. Er war es, der den Sendbrief Gottes in den Wind schlug, als Wir ihm kundtaten, was die Scharen der Tyrannei Uns erleiden ließen. Darum überfiel ihn Schmach von allen Seiten und mit großem Verlust sank er hinab in den Staub der Erde. Denke tief über ihn nach, o König, und über solche, die gleich dir Städte eroberten und über Menschen herrschten. Aus ihren Palästen sandte sie der Allerbarmer hinab ins Grab. Sei gewarnt! Gehöre zu denen, die nachdenken.
(Auch ähnlich zit. in WOB, S. 246)

Kap. 89 (II)
O Volk von Konstantinopel! ... O Ort, an den Küsten der beiden Meere gelegen! Wahrlich, der Thron der Tyrannei ist in dir errichtet und die Flamme des Hasses in deinem Busen so entfacht, dass die himmlischen Heerscharen und die, welche den Erhabenen Thron umkreisen, jammern und wehklagen. Wir sehen in dir die Narren über die Weisen herrschen, die Finsternis vor dem Lichte sich brüsten. Du bist fürwahr sichtlich mit Hochmut erfüllt. Ließ dich dein äußerer Glanz hoffärtig werden? Bei Ihm, dem Herrn der Menschheit! Bald wird er vergehen und deine Töchter und Witwen und alle Geschlechter, die in dir leben, werden wehklagen. Also unterrichtet dich der Allwissende, der Allweise.
(Auch ähnl. zit. in WOB, S. 254; VTg, S. 71, 100, 151f.)

Kap. 90 (II)
O Ufer des Rheins! Wir sehen euch mit Blut bedeckt, da die Schwerter der Vergeltung gegen euch gezückt wurden; und noch einmal wird es euch so ergehen. Und Wir hören das Wehklagen Berlins, obwohl es heute in sichtbarem Ruhme strahlt.
(Auch ähnl. zit. in WOB, S. 247; VTg, S. 66, 94)

Kap. 91-93 (III)
© Dieter Haugk / PIXELIO
Lass dich durch nichts betrüben, o Land von Tá (Teheran), denn Gott hat dich auserkoren zum Quell der Freude für die ganze Menschheit. Er wird, so es Sein Wille ist, deinen Thron segnen mit einem, der mit Gerechtigkeit regieren und die Herde Gottes sammeln wird, die von den Wölfen zerstreut ward. Ein solcher Herrscher wird mit Freude und Frohsinn sein Antlitz dem Volke Bahás zuwenden und ihm seine Gunst erweisen. ...
Bald werden sich die Verhältnisse in dir ändern und die Zügel der Macht in die Hände des Volkes übergehen. Wahrlich, dein Herr ist der Allwissende. ... Der Tag naht, da deine Erregung in Frieden und Ruhe verwandelt sein wird. So ist es verfügt in dem wundersamen Buche.

Äl
Kap. 4:2 (II/III)
Bittet den einen, wahren Gott, dass Er allen Menschen gnädig beistehe, das zu erfüllen, was in Unseren Augen annehmbar ist. Bald wird die heutige Ordnung aufgerollt und eine neue an ihrer Statt entfaltet werden. Wahrlich, dein Herr spricht die Wahrheit, und Er weiß um das Ungeschaute.
(Vgl. auch WOB, S. 230 u. VTg, S. 177)

61:1 (II/III)
Die Welt liegt in Wehen, und ihre Erregung wächst von Tag zu Tag. Ihr Antlitz ist auf Eigensinn und Unglauben gerichtet. Ihr Zustand wird so werden, dass es nicht angemessen und schicklich wäre, ihn jetzt zu enthüllen. Lange wird ihre Verderbtheit währen. Und wenn die festgesetzte Stunde kommt, wird plötzlich erscheinen, was der Menschheit Glieder zittern macht. Dann und erst dann wird das göttliche Banner entfaltet, und die Nachtigall des Paradieses wird ihr Lied singen.
(Auch zit. in WOB, S. 55f. u. 260f.; KGG, S. 128; VTg, S. 22)

74 (II/III)
© pixelmax / PIXELIO
... Alle wunderbaren Werke, die ihr in dieser Welt seht, sind durch das Wirken Seines höchsten, erhabensten Willens, Seines wunderbaren, unerschütterlichen Planes offenbart worden. Allein die Enthüllung des Wortes »Gestalter«, das von Seinen Lippen kommt und der Menschheit Seine Eigenschaft verkündet, hat eine Kraft entfesselt, die durch Zeitalter hindurch alle die mannigfaltigen Künste hervorrufen kann, welche die Hand des Menschen auszuüben vermag. Dies ist wahrlich eine unumstößliche Wahrheit. Kaum war dieses strahlende Wort geäußert, da brachten seine belebenden, in allem Erschaffenen wirkenden Kräfte die Mittel und Werkzeuge hervor, durch die solche Künste entstehen und vervollkommnet werden können. Alle wunderbaren Errungenschaften, die ihr jetzt seht, sind die unmittelbaren Auswirkungen der Offenbarung dieses Namens. In künftigen Tagen werdet ihr wahrlich Dinge sehen, von denen ihr nie zuvor gehört habt. So ist es auf den Tafeln Gottes verordnet, aber niemand kann es verstehen bis auf jene, die durchdringende Sehkraft haben. Ebenso erhält in dem Augenblick, da das Wort für Mein Attribut »Der Allwissende« aus Meinem Munde hervorgeht, alles Erschaffene je nach seiner Fähigkeit und seinen Begrenzungen die Kraft, die Kenntnis der erstaunlichsten Wissenschaften zu entfalten, und die Macht, sie im Laufe der Zeit auf Geheiß des Allmächtigen, des Allwissenden, zu offenbaren. Wisse fürwahr, dass die Offenbarung jedes anderen Namens von einer ähnlichen Entfaltung göttlicher Macht begleitet ist. Jeder Buchstabe, der aus dem Munde Gottes hervorgeht, ist in Wahrheit ein Urbuchstabe, jedes von Ihm, dem Urquell göttlicher Offenbarung, geäußerte Wort ist ein Urwort und Seine Tafel eine Urtafel. Wohl steht es um jene, die diese Wahrheit begreifen.

© Maria Lanznaster / PIXELIO

Kap. 97:1 (II/III?)
Bedenke die Zweifel, die jene, die Gott Gefährten zugesellen, den Menschen dieses Landes ins Herz träufeln. »Wird es je möglich sein«, so fragen sie, »Kupfer in Gold zu verwandeln?« Sprich: Ja, bei meinem Herrn, es ist möglich. Das Geheimnis liegt jedoch in Unserem Wissen verborgen. Wir werden es enthüllen, wem Wir wollen. Wer immer Unsere Macht bezweifelt, bitte den Herrn, seinen Gott, dass Er ihm das Geheimnis erschließe und ihn von seiner Wahrheit überzeuge. Dass Kupfer in Gold verwandelt werden kann, ist in sich ein genügender Beweis dafür, dass ebenso Gold in Kupfer verwandelt werden kann - wenn sie doch diese Wahrheit begreifen könnten! Jedes Mineral kann dazu gebracht werden, Dichte, Bau und Masse eines anderen Minerals anzunehmen. Das Wissen darüber ist bei Uns im Verborgenen Buche.

103:5 (II/III)
Bald werden euch die Stürme Seiner Züchtigung schlagen, und der Staub der Hölle wird euch einhüllen. Die Menschen, die der Erde Tand und Zierrat angehäuft und sich verächtlich von Gott abgewandt haben, sie haben beides verloren, diese Welt und die kommende. Bald wird Gott ihnen durch die Hand der Macht ihre Besitztümer nehmen und das Gewand Seiner Gaben entziehen. Dies werden sie bald selbst erleben. Auch du wirst es bezeugen.

108 (II/III)
Wir haben euch eine Frist gesetzt, o Völker! Wenn ihr versäumt, euch bis zur festgesetzten Stunde Gott zuzuwenden, wird Er wahrlich gewaltig Hand an euch legen und schwere Leiden von allen Seiten über euch kommen lassen. Wie streng ist fürwahr die Züchtigung, mit der euer Herr euch dann züchtigen wird!
(Auch zit. in WOB, S. 294; KGG, S. 127; VTg, S. 24)

110 (aus dem Tablet an Maqsúd) (III)
© Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO
Das Erhabenste Wesen spricht: O ihr Menschenkinder! Der Hauptzweck, der den Glauben Gottes und Seine Religion beseelt, ist das Wohl des Menschengeschlechts zu sichern, seine Einheit zu fördern und den Geist der Liebe und Verbundenheit unter den Menschen zu pflegen. Lasst sie nicht zur Quelle der Uneinigkeit und der Zwietracht, des Hasses und der Feindschaft werden. Dies ist der gerade Pfad, die feste, unverrückbare Grundlage. Was immer auf dieser Grundlage errichtet ist, dessen Stärke können Wandel und Wechsel der Welt nie beeinträchtigen, noch wird der Ablauf zahlloser Jahrhunderte seinen Bau untergraben. ...
(Auch zit. in WOB, S. 296)

117 (III)
... Der Tag naht, da alle Völker der Welt eine universale Sprache und eine einheitliche Schrift annehmen werden. Wenn dies erreicht ist, wird es für jeden Menschen, in welche Stadt er auch reisen mag, sein, als betrete er sein eigenes Heim. All dies ist verbindlich und durchaus wesentlich. Es ist die Pflicht eines jeden Menschen mit Einsicht und Verständnis, danach zu streben, das hier Niedergeschriebene in die Wirklichkeit und die Tat umzusetzen.

131:2 (III)
... Mein Ziel ist kein anderes als die Besserung der Welt und die Ruhe ihrer Völker. Die Wohlfahrt der Menschheit, ihr Friede und ihre Sicherheit sind unerreichbar, wenn und ehe nicht ihre Einheit fest begründet ist. Diese Einheit kann so lange nicht erreicht werden, als die Ratschläge, die die Feder des Höchsten offenbart hat, unbeachtet übergangen werden.
(Auch zit. in WOB, S. 296)

163:2 (II/III)
© Dieter Haugk / PIXELIO
Wer sich an die Gerechtigkeit hält, kann auf keinen Fall die Grenzen der Mäßigung überschreiten. Durch die Führung des Allsehenden erkennt er die Wahrheit in allen Dingen. Die von den gelehrten Größen der Kunst und der Wissenschaft so oft gepriesene Zivilisation wird, wenn man ihr gestattet, die Grenzen der Mäßigung zu überschreiten, großes Unheil über die Menschen bringen. So warnt euch der Allwissende. Ins Übermaß gesteigert, wird sich die Zivilisation als eine ebenso ergiebige Quelle des Übels erweisen, wie sie, in den Schranken der Mäßigung gehalten, eine Quelle des Guten war. Denkt darüber nach, o Menschen, und gehört nicht zu denen, die verwirrt durch die Öden des Irrtums streifen. Es naht der Tag, da ihre Flamme die Städte verschlingt, da die Zunge der Größe verkündet: »Das Reich ist Gottes, des Allmächtigen, des Allgepriesenen!«
(Auch zit. in WOB, S. 281; KGG, S. 127; VTg, S. 22)

BaA
6:32 (II/III)
Seltsame, verblüffende Dinge gibt es in der Erde; aber sie sind dem Geist und Verständnis der Menschen verborgen. Diese Dinge sind imstande, die ganze Erdatmosphäre zu verwandeln und eine Verseuchung mit ihnen wäre tödlich. Großer Gott! Wir haben etwas Wunderbares gesehen. Der Blitz oder eine ähnliche Kraft wird von einem Menschen, der eine Maschine bedient, gesteuert und bewegt sich nach seinem Befehl. Unermesslich erhaben ist der Herr der Macht, der offenlegt, was Er durch die Kraft Seines gewichtigen, Seines unüberwindlichen Geheißes beabsichtigt.

11:27 (II/III)
... Ach, die Winde der Verzweiflung wehen aus jeder Richtung, und der Hader, der das Menschengeschlecht spaltet und peinigt, nimmt täglich zu. Die Zeichen drohender Erschütterungen und des Chaos sind jetzt deutlich zu sehen, zumal die bestehende Ordnung erbärmlich mangelhaft erscheint. Ich flehe zu Gott, gepriesen sei Seine Herrlichkeit, Er möge die Völker der Erde gnädig erwecken, möge ihnen gewähren, dass das Ergebnis ihres Verhaltens nutzbringend für sie sei, und ihnen helfen das zu vollbringen, was ihrer Stufe würdig ist.

Esslemont, S. 57 (1890 zu Prof. Edward G. Browne; III)
Aber trotz all dem wird es dahin kommen; diese fruchtlosen Kämpfe, diese zerstörenden Kriege werden aufhören und der 'Größte Friede' wird kommen ... Habt ihr dies in Europa nicht auch nötig? Ist dies nicht das, was Christus verhieß?

© Klaus-Uwe Gerhardt / PIXELIO